West Coast

West Coast

Wildnis voller Wunder

Schroffe Klippen, niedrige Einwohnerzahlen und eine jährliche Niederschlagsmenge von bis zu 7.000 mm – dies sind Fakten, mit denen sich eine Region wohl besser nicht in einem Reiseführer rühmen sollte. Was jedoch diese vorerst wenig attraktiv erscheinenden Eigenschaften hervorgebracht haben, ist eines der unberührtesten und faszinierendsten Gebiete Neuseelands.

Filmfreunde werden in West Coast die Originaldrehorte der „Herr der Ringe“-Trilogie finden und Naturverbundene einige der seltensten Tier- und Pflanzenarten der Welt.
Die Region auf Neuseelands Südinsel liegt, wie der Name schon vermuten lässt, an der Westküste. Sie reicht vom Kahurangi Point im Norden bis zum Awarua Point im Süden. Im Westen brandet die Tasmansee an West Coasts Küste und im Osten teilt sich die Region mit dem angrenzenden Canterbury die Southern Alps.
West Coast zeichnet sich vor allem durch ein abwechslungsreiches Landschaftsbild aus. Der größte Teil des Landes ist gebirgig, die westliche Seite ist durchgehend Küste. Die hohen Berge des Gebietes strecken Gletscherzungen bis weit ins Landesinnere.
Durch die extrem hohe jährliche Niederschlagsmenge – West Coast ist eine der verregnetsten Regionen der Welt – haben sich außerdem dichte Regenwälder quer über den Landstrich hinweg angesiedelt. All das bringt das eine oder andere atemberaubende Naturschauspiel mit sich. Neben all den natürlichen Sehenswürdigkeiten dürfen sich Besucher selbstverständlich auch in diesem Flecken Neuseelands auf diverse sportliche Aktivitäten freuen.
Und nicht zuletzt die Besucherzahlen von jährlich rund 900.000 sprechen wohl klar für einen Ausflug an die Westküste. Einmal längs durch West Coast, vom Norden hinab in den Süden (oder umgekehrt) zeigt sich die Region als wahres Füllhorn an Sehenswürdigkeiten, für das es sich lohnt, ab und an den Regenschirm aufzuspannen.

Gut zu wissen

Durch das feuchte Klima ist in West Coast mit verstärktem Aufkommen der Sandfly (Kriebelmücke) zu rechnen. Dagegen helfen Mückensprays und lange Kleidung. Trotzdem angezapft, können die Stiche jedoch sehr unangenehm werden und vor allem Allergiker in Schach halten.
Des Weiteren frieren im Winter viele der Gebirgspässe zu und werden entsprechend schwer zugänglich. Es ist daher im Winter besonders ratsam, sich vor Ausflügen über die Wetterlage zu informieren.

Geschichte

Durch das verregnete Klima und das unwirtliche Gelände bot die Region keine sonderlich günstigen Bedingungen, um sie sich zur Heimat zu machen, und so blieb West Coast lange Zeit unbesiedelt. Lediglich einige wenige Maori-Stämme ließen sich dort nieder, um nach dem „grünen Stein“, der Jade, zu suchen. Zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts änderte sich dies jedoch schlagartig. Zwei Maori fanden Gold in der Nähe des Taramaku River und lösten damit einen der längsten Goldräusche des Landes aus. Zwischen 1864 und 1867 schossen Goldgräberstädtchen wie Pilze aus dem Boden; die Einwohnerzahl stieg rapide an.
Sie sank jedoch genau so schnell wieder, wie der unerwartete Segen gekommen war.
Nachdem die Goldquellen versiegt waren, schürfte man noch einige Zeit nach Kohle, doch dann zogen die Gräber weiter und die meisten Städte zerfielen. Lediglich vier Städte konnten sich an der Küste halten: Greymouth, Westport, Hokitika und Reefton.
Der Großteil West Coasts ist wegen des breiten Gebirgsstreifens, den die Southern Alps dort aufwerfen, auch heute unbewohnt. Das Meldeamt zählt rund 38.000 Einwohner in der Region, welche vielleicht nicht mit Masse, dafür aber mit ihrer Gastfreundschaft überzeugen können.

Paparoa National Park (NZ858)

Der 300 km2 große Paparoa National Park schmiegt sich auf halber Strecke von Westport nach Greymouth an die Küste. Der SH 6 passiert das Gelände hier am Westrand und bringt Sie quasi direkt in den Park.
Eine vielfältige Tierwelt, die vor allem von einheimischen Vogelarten dominiert wird, prägt das Leben über, in und unter den Bäumen. Die hohen Niederschlagsmengen West Coasts haben hier einen dichten Regenwald entstehen lassen, der seit 1987 von den Grenzen des Parks behütet wird. Auch andere pflanzliche Vertreter wie Palmen, Laubbäume und Kletterpflanzen haben ihren Weg in den Park gefunden.
Eine weitere Besonderheit des Paparoa National Park ist das Kalkgestein, das hier überall zu finden ist. Kalkstein hat eine sehr spröde Konsistenz und wird daher leichter als andere Gesteinsarten von Erosionen in Mitleidenschaft gezogen – faszinierende Felsformationen sind das erfreuliche Ergebnis, das sich im Park bewundern lässt.
Zusätzlich zum Kalkstein kommt hier Sedimentgestein ins Spiel, das sich im Verlauf von Millionen von Jahren aus Schalentieren und abgestorbenen Pflanzen bildete und sich durch die Plattenverschiebungen der Erdkruste formte und veränderte. Jene Felsformationen können bei Höhlenexkursionen bestaunt werden.
Die vielgestaltige Natur des Nationalparks können Sie auf dem familienfreundlichen Pororari Loop kennenlernen. Weitere Aktivitäten, die geboten werden, sind Kanu- und Kajakfahrten, Reitausflüge, Bouldern, Schwimmen und Angeln.
Die Paparoa National Park i-SITE (4294 Coast Rd) bietet außerdem auch etwas extravagantere Freizeitangebote an; stellen Sie selbst Ihr persönliches Messer, Jade- oder Knochenschmuckstück her oder versuchen Sie sich im Glasblasen. Sie sollten bloß bei Beendigung des Urlaubes daran denken, solche Souvenirs nicht im Handgepäck mitzuführen.

Flora & Fauna

Das eher kühle Klima des Paparoa National Park gefällt unter anderem den endemischen Nikau-Palmen, die sich hier an das Nordinsel-Eisenholz reihen. Letztere Bäume fallen vor allem durch ihre Luftwurzeln und ihren schiefen Wachstumsverlauf auf. Sie gedeihen auf anderen Pflanzen, und wenn ihr Wirt irgendwann eingeht, lässt er den Dauergast windschief zurück. Auch Keulenlilien sind zu finden, die durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit den Witterungen trotzen können und mit ihren Blütenblättern für Farbe im Park sorgen. Diese Pflanzen sammeln sich in den tieferen Lagen des Parks an, was ihn dort beinahe subtropisch wirken lässt. In den höher gelegenen Gebieten taucht der Besucher in Wälder aus Silbernen Scheinbuchen ein, einer immergrünen Laubbaumart, deren Blattwerk eine blassgraue Färbung aufweist. Je mehr Höhenmeter Sie zurücklegen, umso mehr gehen die Wälder in subalpines Buschwerk über, bis schließlich in den Berggipfeln Gänseblümchen und Enzian zusammen mit Gräsern die Pflanzenwelt prägen.
Auch viele Tierarten kommen nur im Paparoa National Park vor. Der ausschließlich in Neuseeland lebende Kiwi ist hier mit einigen Unterarten vertreten; der Große Fleckenkiwi ist überall im Park unterwegs, wenngleich man ihn weit häufiger schnüffeln oder rufen hört, als dass man ihn zu Gesicht bekommt. Der Westlandsturmvogel hat im Paparoa National Park seine letzte Bastion gefunden und brütet nur hier an der Punakaiki-Küste.

Te Ananui Caves

Die Te Ananui Caves, oder auch Metro Caves, sind ein unterirdisches Labyrinth aus Höhlengeflechten. Das Gelände lag bis vor etwa 30 Mio. Jahren unter Wasser, durch die Plattenverschiebungen wurde es allmählich nach oben gedrückt. Ein Teil der Höhlen liegt noch unter dem Meeresspiegel; sie sind allerdings durch überirdische Zugänge zu betreten.
Die Caves wurden in den letzten 200.000 Jahren vom Ananui Creek, einem unterirdischen Ausläufer des Nile River weiter geformt, der über das Kalkgestein scheuerte und so Passagen und Tunnel in den Fels grub.
Der Höhlenkomplex misst 8 km und kann von beiden Seiten aus betreten und durchquert werden. Der Ananui Creek Entrance befindet sich direkt am Nile River, der Triclops Entrance kann über eine kurze Wanderstrecke von Charleston aus erreicht werden.
Innerhalb der Höhlen gibt es zwar keine festen Routen, jedoch bietet das Gelände eine wegähnliche Beschaffenheit und ist daher – mit ordentlichen Schuhen und Taschenlampe – gut zu durchwandern. Stalagmiten und Stalaktiten ergänzen das Erscheinungsbild gemeinsam mit den Abdrücken von Fossilien in den Kalksteinwänden und dem unterirdischen Fluss.
Am Ananui Creek Entrance befindet sich außerdem eine Grotte, in der Glühwürmchen bestaunt werden können.

West Coasts „Nordlichter“

Karamea

Der „Geruch nach Seegrasblättern“ ist eigentlich nichts, mit dem man sich sonderlich rühmen würde. Tatsächlich ist dies aber die Übersetzung des Ortsnamens Karamea aus der Maori-Sprache.
Die kleine Gemeinde liegt 96 km nordöstlich von Westport, in West Coasts höchstem Norden, und ist über den SH 67 zu erreichen. Auf dem Weg dorthin lohnt ein Zwischenstopp in Ngakawau, von wo aus der familienfreundliche Charming Creek Walkway Sie an spannenden Überbleibseln einer längst vergangenen Kohleproduktion und durch stillgelegte Eisenbahntunnel führt.
In der Nähe des 500 Einwohner zählenden Dorfes Karamea befinden sich der Kohaihai River und der westliche Einstieg in den Heaphy Track. Grund genug für einen Besuch Karameas sind auch die Oparara Basin Arches, große, natürlich entstandene Flusstunnel des Oparara River. Auf dem Oparara Arch Walk können die Felsverwerfungen besichtigt werden. In der Nähe ist auch der etwas kleinere Moria Gate Arch gelegen, der über eine 1,5-stündige Wanderstrecke, den Moria Gate Loop, erreicht werden kann. Der Name des Flusstunnels wurde durch die „Herr der Ringe“-Trilogie inspiriert.
Karamea ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderer und Mountainbiker, außerdem ist hier der beste Zugangspunkt zum Kahurangi National Park.
In 106 Bridge Street finden Sie das Karamea Information & Resource Centre. Karamea gehört zu West Coast, wohingegen der Park eigentlich zur Region Tasman gerechnet wird. Dennoch zieht er sich bis in die Westküste hinein.
Das eher milde Klima verspricht weniger Frost und Regen als die meisten anderen Gebiete West Coasts.

Cape Foulwind und Tauranga Bay

Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, wie das Leben in einer richtigen Robbenkolonie verläuft, dann ist der kurze Walk vom Cape Foulwind zur „Wohnstube“ der Meeressäuger genau das Richtige. Das Cape liegt bei Westport, etwa auf halber Strecke zwischen Karamea und Greymouth. Vom Tauranga Bay Parkplatz aus gibt es einen ausgeschilderten Weg zu einigen Aussichtsplattformen über der Kolonie. Um zum Parkplatz zu gelangen, biegen Sie von der Cape Foulwind Rd in die Tauranga Bay Rd ab. Sie führt direkt zum Parkplatz. Der kurze Walk dauert 10 - 20 Minuten. An den Aussichtsplattformen verraten Informationsschilder Interessantes über die hier lebenden Robben.
Wenn der Anblick der rundlichen Tiere in Ihnen das Bedürfnis nach mehr Bewegung geweckt haben sollte, können Sie den längeren Cape Foulwind Walkway zur südlich gelegenen Tauranga Bay antreten.
Hier lockt die Vielfalt der Landschaft von West Coast – steile Böschungen reihen sich an Weideland, Strand und Granitfelswände. Es bietet sich außerdem ein toller Ausblick über das Cape Foulwind und die Küste. Wer Lust hat, kann einen Abstecher zum Cape Foulwind Leuchtturm machen.

Punakaiki Pancake Rocks & Blowholes (NZ822)

Hinter dem etwas eigentümlichen Namen steht nicht etwa ein amerikanisches  Frühstück, sondern eine ungewöhnliche Felsformation. Ihren Namen allerdings haben die Felsverwerfungen durch ihre übereinander geschichtete Form, die sie wie Berge von Eierkuchen wirken lässt.
Die Pancake Rocks haben sich an der Küste durch ähnliche Vorgänge herausgebildet, wie sie bei der Entstehung der Te Ananui Caves gewirkt haben. Vor rund 30 Mio. Jahren, als der Erdball immensen inneren Druck generierte und die Plattenverschiebungen einsetzten, wurden sie aus Kalkgestein und den der Küstenlage zu verdankenden Schichten aus Schalen- und Krustentieren sowie Pflanzensedimenten  geformt.
Von der i-SITE (4294 Coast Rd/SH 6) aus sind die Pancake Rocks mit einem kurzen Fußmarsch zu erreichen.
Und sie bieten noch ein weiteres Naturschauspiel: Die Blowholes, Löcher, oder vielmehr Schächte zwischen den Felsanhäufungen unmittelbar an der Küste, aus denen durch Flut und Wellengang immer wieder Meerwasserfontänen schießen. Dabei kann, wie im Falle des Sudden Sound Blowholes, ein unterhaltsames Geräusch entstehen. Das größte Blowhole ist das Putai, das an regnerischen Tagen eine massive, meterhohe Wassersäule ausstoßen kann.

Greymouth

In der Sprache der Maori Mawhera genannt, ist Greymouth mit knapp 10.000 Einwohnern – rund 20 % von West Coasts Bevölkerung – die größte Stadt der Region.
Zu Zeiten des Goldrauschs war die Stadt ein wichtiger Anlaufpunkt für die Goldgräber, denn einige Goldquellen wurden in der Umgebung entdeckt und beschürft. Auch Kohle wurde hier jahrelang zu Tage gefördert. Heute, nachdem die Quellen versiegt sind, sind die Forstwirtschaft und der Tourismus die Haupteinnahmequellen der Kleinstadt.
Von Greymouth aus können viele spannende Ziele erreicht werden, wie beispielsweise der Paparoa National Park im Norden oder die Gletscher im Süden. Der TranzAlpine Express bringt Sie von hier aus auf einer wunderschönen Panoramastrecke durch die Southern Alps ins östliche Christchurch.
In der Stadt und im Randgebiet selbst gibt es jedoch ebenso spannende Anlaufstellen. Die Lage direkt am Meer beschert auf Spaziergängen Möglichkeiten zur Beobachtung von Meerestieren und in den Restaurants kulinarische Genüsse – vor allem Gerichte mit Meeresfrüchten erfreuen hier den Gaumen.
Getreu dem Motto „Der Fisch muss schwimmen“ kann danach die stadteigene Brauerei besichtigt werden und lädt zu Kostproben und in den hauseigenen Shop ein. Die Monteith’s Brewing Company (Ecke Turumaha St/Herbert St) ist bereits 150 Jahre alt und blickt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück.
Natürlich bietet Greymouth noch viele weitere Beschäftigungen. Auf dem Damm zu wandern und dabei Flora und Fauna zu bestaunen ist nur eine davon.
Freunde des Mountainbiking dürften sich auf dem Napolean Hill und dem Kumara Mud Plug wohlfühlen. Höhlen laden zum Caving ein, Flüsse zum Wildwasserrafting oder Tubing. Wenige Autominuten entfernt können Sie bei einem Spaziergang auf dem Point Elisabeth Track Robben und Delfine beobachten.
Nicht in Greymouth selbst, aber in unmittelbarer Reichweite gelegen, sind Reefton, der Lewis Pass, Punakaiki mit seinen Pancake Rocks und der Lake Brunner nur einige Touristenziele, die einen Besuch definitiv lohnen.

Shantytown

Shantytown verspricht historisches Flair inmitten der abgeschiedenen Berglandschaft von West Coast. Tickets für die nachgebaute Goldgräberstadt inklusive der meisten Attraktionen gibt es beim Ticketing and Information Office in Paroa (Rutherglen Rd).
Die Witterungsverhältnisse hier sind wie vor 150 Jahren harsch und bescheiden, doch gerade das macht dieses Erlebnis so originalgetreu. Man erlebt die Geschichte der Goldgräberzeiten hautnah nach und kann die dazugehörige Informationsfülle zudem bequem auf Schautafeln nachlesen. Fahrten mit der historischen Dampflok sowie der Anblick einer alten Sägemühle würzen den Ausflug zusätzlich.
Wer sein eigenes Glück herausfordern möchte, kann an Schürfstellen sogar selbst nach Goldnuggets suchen.
Für das Überleben ist allerdings auch so gesorgt; vor Ort gibt es genügend Läden und Lokale, um selbst den härtesten Goldrausch zu überstehen.
Um nach Shantytown zu gelangen, fahren Sie 8 km südlich von Greymouth vom SH 6 auf die Rutherglen Road; der Weg ist mit braunen Wegweisern ausgeschildert.

Lewis Pass

Die Southern Alps trennen West von Ost. Um sie zu überqueren, bieten sich nicht nur Zugverbindungen und Highways an, sondern auch das Überwinden der Pässe mit Eigenantrieb: wandernd oder radelnd. Der Lewis Pass (SH 7) ist der am nördlichsten gelegene von drei Pässen, die über die Southern Alps führen.
Mit einer Höhe von 864 m reicht er zwar noch nicht ganz an den Arthur‘s Pass heran, jedoch wartet auch er mit so manchem faszinierenden Naturschauspiel auf. Er führt über die Täler seines rauschenden Namensvetters Lewis River und des Maruia River. Die i-SITE in Reefton (67 - 69 Broadway) unterstützt Sie bei der Planung Ihrer Alpenquerung.

Maruia Springs

Eine entspannende Attraktion – oder auch attraktive Entspannung – an der Passstraße (SH 7) bietet der kleine Touristenort Maruia Springs.
Mit Gebäuden und Anlagen im japanischen Stil lädt das Gebiet den müden Wanderer in seine heißen Quellen ein. Die Becken sind vor den Blicken Neugieriger gut abgeschirmt. Es gibt mehrere Gästezimmer zum Unterkommen sowie ein asiatisches Speiselokal.

Übernachten unterwegs

Wer sich der Natur so sehr verbunden fühlt, dass er gern unter dem Sternenzelt nächtigt, kann statt in den Unterkünften von Maruia Springs auf den wenige Kilometer entfernten Campingplätzen unterkommen und dort die Nacht verbringen. Deer Valley Campsite weiter westlich liegt direkt am Lewis River, Marble Hill Campsite 6,5 km östlich der Abzweigung zu den heißen Quellen. Beide Campingplätze sind vom SH 7 aus zu erreichen.

Westland Tai Poutini National Park (NZ823)

Das Gebiet des Westland National Park ist 1.175 km² groß und unter anderem für zwei Naturattraktionen bekannt – den Fox Glacier und den Franz Josef Glacier. Ihre Gletscherzungen liegen zwischen dem Mount Cook und dem Mount Tasman und schon die Tatsache, dass die Eisverwerfungen bis auf 300 m herabreichen, macht einen Besuch lohnenswert.
Die Gletscher sind zwar in durchschnittlich 7.000 mm Niederschlag jährlich getaucht, doch darüber helfen die vielen Angebote hinweg, die das Westland Tai Poutini Visitor Center (13 SH 6, Franz Josef Glacier 7856) anbietet.
Neben Wandertouren, die bis auf Sichthöhe beider Gletscher führen, können Sie sich auch von einem Helikopter auf den Gletscher hinaufbringen lassen und von dort aus alpine Wandertouren beginnen.
Viele der Ausflüge zu Fox und Franz Josef werden zur Sicherheit von Guides begleitet. Ganz besonders Mutige und Freunde von eisiger Umgebung haben außerdem die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen ins Ice Climbing einführen zu lassen. Zudem sind diverse andere Walks durch den Nationalpark möglich. Einer davon ist der Lake Matheson Walk, auf dem Sie, Sie ahnen es sicher, den Lake Matheson bewundern können, der für seine sensationelle Spiegelung des Mt. Cook und des Mt. Tasman bekannt ist. Daneben lockt der prähistorisch anmutende Regenwald des Parks die Besucher. Auch gibt es Möglichkeiten zum Kajak- und Skifahren.
Da die beiden Gletscher nur 23 km voneinander entfernt liegen, lassen sich auch verschiedene Trips kombinieren.

White Heron Sanctuary

Im Westland National Park befindet sich Neuseelands einzige Brutstätte des White Heron (Kotuku, Silberreiher). Ein Familienbetrieb bietet Touren ins Brutgebiet an. Es befindet sich auf einer kleinen Insel im Waitangiroto Nature Reserve, welche nur per Boot zu erreichen ist. Mit einem Minibus werden Sie vom Office in Whataroa zum Bootssteg gebracht und dürfen sich nach einer 20-minütigen Panoramafahrt rund um die Insel auf einen kleinen Landgang freuen. Wenn Sie besonders viel Glück und das richtige Timing haben, erhaschen Sie sogar einen Blick auf frisch geschlüpfte Küken. Buchung: www.whiteherontours.co.nz

Fox Glacier

Fox Glacier

Der Fox Glacier ist insgesamt 13 km lang und misst bis zu seinem Gipfel 2.600 m. An den Felswänden, die ihn flankieren, kann man an den Schrammen erkennen, wie weit er sich über die letzten Jahrhunderte zurückgezogen hat.
Der Fox wird von vier anderen Gletschern gespeist, die ihn jährlich mit frischem Schnee beliefern. Dieser presst sich unter dem Druck des Eigengewichts zusammen und wird zu dem festen Eis mit der typisch bläulichen Färbung, die diesen Gletscher ausmacht.
Benannt wurde der Fox Glacier nach dem neuseeländischen Premierminister William Fox, der beide Gletscher 1872 besuchte und einen von ihnen nach sich selbst benannte.
Nach einer Tour über den Fox Glacier kann man in den heißen Quellen im Copland Valley die beanspruchten Glieder entspannen und Wärme tanken.
Direkt an den Quellen finden Sie auch die Welcome Flat Hut, eine Anlage mit Zimmern und Campingplatz, die sehr beliebt für Übernachtungen ist.

Flora und Fauna

Das Landschaftsbild des Nationalparks ist besonders vielfältig, erstreckt es sich doch von den höchsten Wipfeln der Southern Alps bis hinab zum Küstengebiet West Coasts. Oftmals zerfurchen hier imposante Klippen die Szenerie. Entlang der Küste finden sich Marsch- und Sumpfgebiete; ausgedehnte Regenwälder lassen den Park teilweise urzeitlich erscheinen.
Mit zunehmender Höhe nimmt die Vegetation ab, es gibt nur noch vereinzelte Grasbüschel – und natürlich die obligatorischen Flechten – die schließlich von den blauschimmernden Gletschern abgelöst werden.
Vor allem Vögel fühlen sich bei diesen abwechslungsreichen Konditionen wohl. Die Sumpfgebiete an den Küsten haben es vor allem Watvögeln angetan, aber auch Schwimmvögel lieben die Seen und Wasserläufe des Parks. Der bedrohte Kamana (Haubentaucher) hat sich zum Beispiel am Lake Mapourika angesiedelt. Die Okarito Lagune ist der Heimatort des Kotuku (White Heron/Silberreiher). In den Wäldern des Tieflands lässt sich der Rowi entdecken – die seltenste Kiwi-Art überhaupt. Keas leben quer durch den Park verstreut.

Sicherheitshinweise

Bei schlechter Witterung und Stürmen kann es in dem wasserreichen Nationalpark zu Überflutungen und Wegschäden kommen. Informieren Sie sich vor jedem Ausflug online oder im Besucherzentrum über Wetterlage und Zustand der Strecken.
Es wird außerdem empfohlen, immer warme und wasserdichte Kleidung mit sich zu führen, da das Wetter binnen Minuten umschlagen kann. Außerdem sollte immer genügend Trinkwasser, Insektenspray und Sonnenschutz mitgeführt werden, da die teilweise kühlen Temperaturen vor allem in den Gletschergebieten über die Sonnenintensität hinwegtäuschen können.

Mount Aspiring National Park (NZ856)

Nicht nur die europäischen Alpen besitzen ihr Matterhorn, auch die Southern Alps haben ihr eigenes Exemplar davon. Als „neuseeländisches Matterhorn“ wird der Mount Aspiring bezeichnet, der ein ähnliches Profil aufweist wie das europäische Gegenstück. Der Berg ist gut 3.000 m hoch und Namenspatron des Nationalparks.
Das Tititea/Mount Aspiring National Park Visitor Center befindet sich in Wanaka und somit schon in der Nachbarregion Otago, dennoch ist es direkt am Park gelegen.
Hauptsächlich ist der Park von einer alpinen Landschaft geprägt. Trotz seiner im Verhältnis zu anderen Parks West Coasts eher unspektakulären Flora und Fauna ist der Park bei Wanderern beliebt. Solider Untergrund macht das Bergsteigen hier zur wahren Freude; insbesondere die trockenen Flussbetten und die gigantischen Berge, die den Park und die Wanderstrecken einrahmen, lassen hier das Wandern prägnant in den Vordergrund treten. Die Natur ist gefleckt mit reinen, weißen Schneeflächen und die Wanderwege führen tief in das Gelände hinein.
Fast die gesamte Gegend wurde von Gletschern geformt, welche sich hier auch immer noch bestaunen lassen: Die drei größten Gletscher der Gegend umgeben Mount Aspiring von allen Seiten.

Wandern im Mount Aspiring National Park

In den tiefer gelegenen Gebieten des Parks bieten sich diverse Wanderwege an, die je nach Wahl von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern können. Sie verlaufen entlang von Flüssen oder, wie der Gillespie Pass Circuit (4 Tage), in einem weitläufigen Kreis um einen größeren Abschnitt des Parks herum.
Der Track durch das Wilkin Valley hingegen verlangt nur einige Stunden ab und ist vor allem wegen der Möglichkeit, sich die Richtung und Strecke selbst auszusuchen, sehr beliebt. Sie können zum Beispiel auf alten Trampelpfaden wandeln, über die früher Vieh getrieben wurde.
Für nicht ganz so erfahrene Wanderer ist es sinnvoll, diesen Park im Sommer aufzusuchen, denn dann sind die Tracks sowohl mit durchschnittlicher Erfahrung als auch bei mittlerer Fitness zu managen. Außerdem sind dann im West Matukituki Valley mehrere Berghütten geöffnet, die zu einer Pause oder einer Mütze voll Schlaf einladen und dabei einen weitläufigen Panoramablick über die Gegend gewähren. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten finden sich entlang der längeren Routen. Sie werden vom DOC betrieben und müssen für die Hochsaison vorab gebucht werden. Auch Campingmöglichkeiten sind gegeben.

Flora und Fauna

Der Nationalpark besticht zwar nicht durch eine beeindruckende Pflanzenwelt, dafür aber gerade durch seine schroffe Wildnis. Schneeverwehungen und Gletscherausläufer säumen Berge und Täler. Jene Täler bieten Lebensraum für die verschiedensten Wildtiere und liegen so abgeschieden, dass sie nur durch mehrtägige Wanderungen zu erreichen sind. Der Park beherbergt u.a. fast 60 Vogelarten (davon 75 % heimische) und über 400 Falter- und Schmetterlingsarten.
Im westlichen Bereich sind die Regenfälle stärker, weshalb sich dort reichlich Wasserfälle und Buchenwälder finden.
Im Osten des Parks wiederum schlängeln sich Flüsse mit grasbewachsenen Ufern durch die Täler. Trotz der unwirtlichen Bedingungen finden sich auch auf den Berggipfeln Flechten, Wiesengräser, Gebirgsblumen und Kräuterpflanzen.

Sicherheitshinweise

Im Winter sind viele der Tracks gesperrt oder nur für extrem erfahrene Wanderer geeignet. Die Schneefälle können hier sehr heftig ausfallen und die Temperaturen sinken bis weit unter 0 °C.
Teilweise werden daher alpine Kenntnisse erfordert. Wer sich davon nicht abschrecken lassen, aber dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf geführte Touren zurückgreifen.

Maori-Legende: Der brennende Zehennagel – Wie Maui das Feuermachen lernte

Maui war der jüngste Sohn seiner Mutter Taranga. Stets von unstillbarer Neugierde getrieben, kam es ihm eines Abends in den Sinn, die Ursprünge des Feuers zu erforschen. Da in seinem Stamm die Feuerstellen stets am Leben gehalten wurden und somit nie erloschen, trieb ihn die Frage um, wie Feuer denn eigentlich  entsteht.
Um dies herausfinden zu  können,  löschte  Maui  eines  Nachts  heimlich  sämtliche  Feuer im Dorf. Es entstand ein großer Tumult. Maui aber meldete sich freiwillig, um in das Schattenreich zu gehen und dort die Totengöttin Mahuika um neues Feuer zu   bitten.
Den Warnungen der Mutter zum Trotz verhielt Maui sich der Göttin gegenüber ungebührlich frech. Damit Maui die Feuer im Dorf neu entfachen konnte, überließ sie ihm einen ihrer brennenden Fingernägel, doch den warf Maui heimlich weg und bat die Göttin um einen weiteren.
Er wollte so erreichen, dass Mahuika schließlich selbst das Feuer ausgehen würde und sie ihm zeigen musste, woher sie ihre Flammen nahm.
Als aber die zunehmend zornigere Mahuika ihm schon all ihre Fingernägel, und bis auf einen einzigen auch all ihre Zehennägel gegeben hatte, fiel ihr auf, dass sie reingelegt worden war.
Erzürnt warf sie den letzten Zehennagel nach Maui und steckte damit seine Kleidung in Brand. Und so sehr Maui auch versuchte zu fliehen, die Flammen aus der Unterwelt folgten ihm unerbittlich und drohten ihn zu verschlingen. Da entsann er sich eines Zaubers, der ihm vom Sohn der Sonne, Tama, gezeigt worden war, und er verwandelte sich in einen schwarzen Habicht. Doch folgten ihm die Flammen immer noch und verbrannten sein Gefieder.

Maui, immer noch in tödlicher Gefahr, tauchte tief in einen See, um das Feuer zu löschen, doch führte dies nur dazu, dass das Wasser zu kochen begann und er erneut fliehen musste. Überall tobten schon Mahuikas Feuer und drohten die ganze Welt zu verbrennen. Dies sahen nun Tama und die anderen Götter. Sie sandten heftigen Regen, der alles Feuer löschte, und während Mahuika davon zurück in die Unterwelt getrieben wurde, schleuderte sie wütend ihre letzten Flammen in einige trockene   Bäume.
Maui aber, der alles lebendig überstanden hatte, kehrte in sein Dorf zurück. Seinen zunächst noch erzürnten Brüdern konnte er mit Stolz zeigen, was er herausgefunden hatte: Hitze lässt trockene Bäume brennen und Feuer entsteht demnach, wenn man trockene Stöckchen so sehr aneinander reibt, dass sie heiß werden. Und mit diesem Wissen konnten die Maori in Zukunft alles Feuer selbst  entzünden.
Die Federn des Habichts jedoch, einst schwarz und dunkel, waren bei Mauis Fluchtversuch durch das Feuer gebleicht worden und sind seither braun und   fleckig.

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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