Southland

Southland

Die unentdeckte Schatzkammer der Südinsel

Southland wird von den Maori lakonisch als „The Tails End“ Neuseelands bezeichnet. Vielen Reisenden jedoch wird es schon nach kurzem Aufenthalt wie das Herz der Insel erscheinen.


Die südlichste Region ist mit ihren rund 94.000 Einwohnern auch die am dünnsten besiedelte und wartet mit Landschaften auf, die in ihrem Abwechslungsreichtum und ihrer Unberührtheit zu bezaubern wissen. Als habe die Natur einen Wettbewerb ausgerufen, buhlt Southland in allen Himmelsrichtungen um seine Besucher. Im Südwesten warten die zerklüfteten Fiordlands mit dem Fiordland National Park und dem wohl berühmtesten Ausflugsziel Neuseelands, dem idyllischen Milford Sound. Im Südosten nennt die Region ein wunderschönes Stück der gebirgigen Catlins mit ihren ausgehöhlten Küstenklippenregionen, gemäßigten und geschützten Regenwäldern und Wasserfällen, und ein beeindruckendes Fossil in Form eines versteinerten Waldes ihr Eigen.
Im Norden grenzen die Darran und Eyre Mountains an. Insbesondere der Mount Tutoko bittet hier mit seinen 2.732 m als höchster Punkt um Aufmerksamkeit und lockt immer wieder begeisterte Bergsteiger in das alpine Landesinnere. Zentral gelegen sind die Southland Plains, weite und fruchtbare Farm- und Weideflächen, die von vier Flüssen durchzogen werden und Anglern die Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen im Fliegenfischen zu sammeln. Im Süden schließlich führt Invercargill als größte Stadt und Verwaltungssitz von Southland zurück in die menschliche Zivilisation und dient zusammen mit der Austernhauptstadt Bluff, vielen Reisenden als Sprungbrett zur Erkundung von Stewart Island, der „dritten Insel“ Neuseelands, die mit dem Rakiura National Park Tierfreunden als Paradies auf Erden erscheinen wird. Gelbaugenpinguine, Robben und zahlreiche Vogelarten wie Kiwis und Sturmtaucher können hier in ihren natürlichen Lebensräumen bestaunt werden.
Wer Southland gänzlich erfahren will, stellt bald fest, dass es sich um eine unerschöpfliche Fundgrube der Natur handelt und ebenso unerschöpfliche Betätigungen bietet. Sei es Bergsteigen, Surfen, Angeln, Kajak fahren, Fuß- oder Radwandern auf gut ausgebauten oder auch kaum betretenen Wegen.
Kulturinteressierten sind die acht Heritage Trails zu empfehlen, die Rundgänge zu historischen Plätzen in ganz Southland anbieten. Alle, die möglichst viel in kurzer Zeit sehen möchten, sollten sich an die Southern Scenic Route halten. Eine 610 km lange Straße, die von Queenstown nach Dunedin in weitem Bogen an Southlands Südost- und Südküste entlangführt und eine aussichtsreiche Route für die Erkundung der wenig entdeckten Winkel des südlichen Endes von Neuseeland darstellt.

Geschichte

Bevor die Ankunft der Europäer das Land aus einem mythischen Schlummer weckte, zogen Angehörige der Murihiku Maori mit den Jahreszeiten durchs Land. Murihiku, das „Tails End“, war der Name, den sie dem südlichen Ende der Insel gaben, und tatsächlich musste es den Einheimischen als unwirtlicher Ort erschienen sein. Die Böden waren ungeeignet für den Anbau der nahrhaften Süßkartoffel Kumara und so war man auf die Jagd von Meerestieren und Vögeln angewiesen.
Fischersiedlungen und Walfangstationen sorgten nach dem Eintreffen der Europäer schließlich für einen drastischen Einbruch in der Meerestierpopulation. Erste Kontakte zwischen den Kulturen blieben hingegen friedlich und auf wirtschaftliche Interessen konzentriert. Fisch und Flachs tauschte man nur allzu gern gegen die Kartoffeln und Zuchttiere der Europäer. Heiraten zwischen Europäern und Maori führten zu noch engeren Kontakten.
Da die europäischen Siedler aus schottischen und presbyterianischen Wurzeln stammten, zumeist geflohen vor Wirtschaftsdepression und den Glaubenskämpfen innerhalb der Church of Scotland, zeichnet sich Southland noch heute durch seine schottische und irische Identität aus. Besucher erkennen dies leicht am markant gerollten „R“ der ländlichen Bewohner.

Die Urbarmachung des sumpfigen Landesinneren und der Landkauf von 1853 durch Walter Mantell verdrängten die Maori aus der Geschichte von Southland. Neue Siedler spülten mit der Entdeckung von Gold in den 1860ern ins Land.
Die einheimischen Maori wurden somit bald selbst zum „Tails End“ der Bevölkerung.

Ein Europäer zwischen den Stühlen

Die Fanggebiete der Europäer lagen in sicherer Entfernung zu den Maoristämmen und von lockeren Handelsbeziehungen abgesehen, bestand ihrerseits kaum Interesse an der einheimischen Kultur. Dennoch gibt es zahlreiche Geschichten von Pakeha Maori, Europäern, die von Maoristämmen adoptiert wurden.
So etwa überlebte im Jahr 1810 der 16-jährige James Caddell einen Angriff auf den Robbenfänger „Sydney Cove“ und geriet bei Stewart Island in Gefangenschaft. Angeblich blieb er verschont, weil er das Gewand des Häuptlings Honekai berührte.
Eine andere Geschichte erzählt, dass Tokitoki, die Nichte Honekais, ein Gewand über den jungen Caddell warf und so sein Leben rettete. Caddell heiratete Tokitoki, erhielt ein Gesichtstattoo, moko genannt, und machte großen Eindruck auf Captain W. L. Edwardson, als dieser 1822 Chalky Island an der Küste Fiordlands besuchte und dem Mann zwischen den Kulturen begegnete. Zusammen mit Edwardson und Tokitoki reiste Caddell 1823 nach Sydney und wurde rasch zu einer Sensation.

Fiordland National Park (NZ816)

Wer auf der Suche nach Stille und Einkehr ist, den heißt der Fiordland National Park im Südwesten von Fiordland mit offenen Armen willkommen. An der Küste von 14 Fjorden, im Landesinneren von weitverzweigten Seengebieten geprägt, findet sich hier die unzugänglichste und unerschlossenste Natur Neuseelands.
Mit 12.500 km2 ist er der größte Nationalpark der Insel und wurde 1990 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Zahlreiche Wandertouren, und mit dem Milford Track, dem Kepler Track und dem Routeburn Track gleich drei der neun Great Walks, verschafften Fiordland National Park zu Recht den Ruf als „Capital of Walking Tours“.
Sowohl DOC Huts und Campsites als auch Unterkünfte in allen Preisklassen in Te Anau stehen zur Verfügung. Das Fiordland National Park Visitor Centre (Lakefront Dr, Te Anau) bietet hierzu alle nötigen Informationen.
Zwei Beine werden kaum genug sein, um alle Wunder dieser Region zu erforschen.

Mount Tutoko

Mount Tutoko (2.732 m) ist als Teil der Darran Mountains höchster Punkt im nördlichen Teil Fiordlands. Zu allen Seiten umgeben von Wildnis und aufgrund seiner anspruchsvollen Flanken ist eine Besteigung nur erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen. Informationen zu geleiteten Aufstiegen finden sich im Visitor Centre von Te Anau.
Alternativ steht der Mt. Tutoko Valley Track entlang des Tutoko River, unmittelbar im Schatten des Berges, zur Auswahl (Einstieg: Tutoko River Bridge Parkplatz an der Milford Rd).

Sutherland Falls

Dem Lake Quill entspringend erinnern die Sutherland Falls im Norden des Parks ein wenig an eine überlaufende Badewanne, tatsächlich handelt es sich jedoch um die wohl höchsten Wasserfälle des Nationalparks.
Wer auf dem Milford Track von Te Anau Richtung Milford Sound aufbricht, sollte unbedingt hier Halt machen.
Aus 580 m Höhe stürzt das Wasser über bewaldete Hänge in die Tiefe und bietet einen atemberaubenden Anblick. Da es sich um einen Wasserfall in Kaskadenform handelt, besteht noch immer die Diskussion, ob er tatsächlich höher als die ununterbrochenen Browne Falls ist. Am besten von Dumpling Hut aus zu erreichen.

Doubtful Sound

Doubtful Sound steht mit seiner reichhaltigen Natur und den Browne Falls dem Milford Sound in nichts nach. Im äußersten Westen des Parks gelegen, schlafen und spielen hier Dickschnabelpinguine, Delfine, Seebären und Pelzrobben auf kleinen Inseln im Fjord.
Die seltene schwarze Koralle, sonst nur in großen Tiefen anzutreffen, kann hier bereits in 10 m Wassertiefe bewundert werden.
Zugänglich ist der Fjord per Boot ab Pearl Harbour Quay über den Lake Manapouri (von Te Anau über Manapouri-Te Anau Hwy, dann 500 m entlang Waiau St).
Zu Fuß erreichen Sie den Fjord auf dem Old Doubtful Sound Track (Einstieg: Deep Cove Hostel).

Te Anau

Ausgangspunkt für nahezu alle Touren im Nationalpark ist Te Anau, die mit 2.000 Einwohnern größte Stadt der Küstengegend. Der kleine Ort an den leicht bewaldeten Ufern des größten Sees im Nationalpark, Lake Te Anau, bietet mehr als 3.000 Reisenden in Hotels, Hostels und Lodges Unterkunft. Alternativ stehen auch DOC Huts in unmittelbarer Nähe zum See zur Verfügung. Buchen sollte man vor allem für die Hochsaison frühzeitig.
Auf dem See kann man sich mit Boots- und Kajaktouren oder auf Wasserskiern vergnügen.
Mit privaten Anbietern, professionellen Guides oder auch auf eigene Faust lassen sich kurze und lange Wanderungen unternehmen.
Versäumt werden sollten in keinem Fall die Te Anau Glowworm Caves, eine faszinierende Tour in ein Höhlensystem am Westufer, das von unterirdischen Wasserfällen und den Neuseeland eigenen Glühtierchen beherrscht wird. Die Ausflüge können bei örtlichen Anbietern gebucht werden.
Zu erreichen ist Te Anau in etwa 2 Std. über den SH 6 von Queenstown und die SH 1 und 94 von Invercargill.

Lake Manapouri

Wem Lake Te Anau nicht genug ist, der sollte sich an die zahlreichen Bootstouren, Wassersportangebote und die Landschaft rings um den Lake Manapouri halten. Nur 20 Fahrminuten von Te Anau und dank zahlreicher DOC Huts und Campsites vor allem für gemütliche Familienausflüge geeignet.
Wer den hier entlangführenden Great Walk Kepler Track nicht auf dem Reiseplan hat, kann bspw. bei der Halbtagestour Manapouri Circle Track besondere Aussichten auf See und Landschaft genießen.

Dusky Sound

Wer an Kajaktouren interessiert ist, sollte sich unbedingt an Dusky Sound halten, den abgelegensten und komplexesten aller Fjorde im Nationalpark. Südlich vom Doubtful Sound  gelegen und nicht über Straßen zugänglich, ist das Labyrinth aus Wasserarmen am besten mit geführten und unvergesslichen Kajaktouren zu erreichen, die ein hautnahes Naturerlebnis garantieren.
Aufgrund der Abgeschiedenheit finden sich hier Brutplätze zahlreicher Vogelarten.
Wer sich nicht für Kajak fahren begeistert, kann sich auch an den Dusky Track zwischen Lake Manapouri und Lake Hauroko halten und sich so an die Ausläufer des Fjords herantasten.

Lake Monowai & Lake Hauroko

Im Südwesten des Fiordland National Park befindet sich der Lake Monowai. Ein abgelegener Platz der Ruhe mit nur wenigen DOC Huts und Campingmöglichkeiten außerhalb von Monowai.
Ideal geeignet für Wanderer und Mountainbiker ist die Borland Road, die bis zum Borland Saddle auf 990 m Höhe führt.
Wenige Kilometer südwestlich liegt der Lake Hauroko, mit 462 m Tiefe der tiefste und geheimnisvollste See Neuseelands. Auf Mary Island im östlichen Teil des Sees fanden sich die Überreste einer Maorifrau in einem Höhlengrab. Eine archäologische Entdeckung, die der Legende nach einen Maori-Fluch wachrief und zum Verschwinden von fünf Männern führte.
Für unerschrockene Familien eignet sich der Lake Hauroko Track, um auf Entdeckungsreise zu gehen (Einstieg: Von Tuatapere Richtung Clifden, dann westl. über Lillburn Valley Rd bis zum Hauroko Parkplatz).

Sicherheitshinweise

Die Schönheit des Nationalparks geht mit seiner Naturbelassenheit und Abgeschiedenheit einher. Da her sollte jede Tour gut vorbereitet und mit ausreichend Proviant und Equipment bestückt beginnen. Bekannte oder DOC Personal sollten über Ausflüge informiert werden.
Insbesondere in der Off-Season (Mai - Oktober) ist auf extreme Wetterbedingungen und Lawinengefahr in den Gebirgsregionen zu achten. Aufgrund der hohen Niederschlagsrate besteht die Gefahr von Hochwassern. Es ist also mit Straßensperrungen und geschlossenen oder gefährdeten Wegen zu rechnen.

Milford Sound (NZ825)

Sicher gibt es nur wenige Wanderer, die auf Milford Sound verzichten würden, handelt es sich doch um den Big Apple des Nationalparks.
Direkt an der Milford Road gelegen, zählt der Fjord zu den am besten zugänglichen der gesamten Region. Die rau geschliffenen, bis zu 1.000 m hohen Felsen der umliegenden Gebirgslandschaft krönen den Fjord und erinnern an die Gletscher, die sich hier einst in das Land gruben und Milford Sound schufen. Die hohe Niederschlagsrate sorgt bis heute für einzigartige Felsformationen und dauerhafte, wie auch spontan entstehende Wasserfälle.
Atemberaubend ist sicher der Milford Track, bekannt als „finest walk of the world“ – einer, wenn nicht gar der schönste aller Great Walks.
Wer die subalpine Herausforderung nicht scheut, kann auf der Gertrude Saddle Route in 4 - 6 Std. die höher gelegene Umgebung des Milford Sound und beeindruckende Aussichten über den Fjord auf sein Erlebniskonto buchen.
Sie sollten zudem unbedingt die Gelegenheit nutzen, um Bootstouren am Fuße des berühmten Mitre Peak zu unternehmen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zu Kajakfahrten oder Tauchgängen.

Milford Road

Eine der schönsten alpinen Straßen der Welt ist die 1952 fertiggestellte Milford Road. Bei der Milford Road handelt es sich um den malerischen SH 94, der ausgehend von Te Anau als Te Anau-Milford Highway zum Fjord verläuft. Die Fahrzeit von Te Anau bis Milford Sound beträgt etwa 1,5 Std. (118 km).
Mit ihrem hervorragendem Ausblick auf umliegende Felsklüfte, Bergtäler und Seen bietet die Milford Road Panoramen, die man am Straßenrand sonst nur selten zu Gesicht bekommt. Insbesondere die Mirror Lakes werden ihrem Namen gerecht, wenn sie in ihrem glasklaren Wasser die alpine Landschaft reflektieren. Nach der Durchquerung des 1.200 m langen Holmes Tunnel erreichen Sie schließlich die Zaubertäler des Milford Sound.

Flora & Fauna

Da es auf der Westseite der Gebirgszüge durch Steigregen zu den stärksten Niederschlägen der Welt kommt, finden sich gemäßigte Regenwälder im Westen und trockene Steinterrassen im Osten, die in erster Linie von Buchen und Graswuchs bestimmt werden.
Die Unterwasserwelt des Fjords ist besonders für die schwarze Koralle berühmt. Am komfortabelsten lässt sie sich im Milford Discovery Centre mit seinem Unterwasserobservatorium Milford Deep bestaunen. In einem verglasten 360°-Beobachtungsposten geht es hier 10 m in die Tiefe des Harrisons Cove. Zu erreichen ist das Discovery Centre nur per Boot (Einstieg: Ende Milford Sound Hwy).
Zurück an der Oberfläche sorgt eine vielfältige Vogelwelt aus Keas, Whio Enten und weiteren gefiederten Waldbewohnern für eine idyllische Geräuschkulisse.
Mit etwas Glück lassen sich in der Nähe der Fairy Falls Robbenkolonien entdecken oder auf Bootsausflügen Große Tümmler, die sich im klaren Wasser heimisch fühlen. Sehr wahrscheinlich werden Sie von Zeit zu Zeit von den Dickschnabelpinguinen an den felsigen Ufern ebenso bestaunt wie diese von Ihnen.

Sicherheitshinweise

Aufgrund der hohen Niederschläge kommt es schnell zu Hochwassern, daher sollten Sie stets im Voraus die Streckensicherheit beim Visitor Centre in Te Anau erfragen. Im Winter kann es zu Schneebrettsprengungen durch das DOC oder kurzfristig zu Streckensperrungen durch übertretende Flüsse kommen.


Der Süden

Tuatapere

Tuatapere ist ein küstennahes 550-Seelen-Städtchen zwischen Te Anau und Invercargill am SH 94. Lassen Sie sich nicht die handgemachten Hotdogs entgehen; die Stadt rühmt sich aufgrund ihres seltenen traditionellen Fleischerhandwerks als „Würstchenhauptstadt Neuseelands“.

Blue Cliffs

13,3 km von Tuatapere entfernt finden sich die perfekten Strände von Blue Cliffs. Hervorragend für Spaziergänge, Picknicks und, in glücklichen Fällen, Wal- und Delfinsichtungen geeignet. Fahren Sie über die Papatotara Road auf die Bluecliffs Beach Road.

Orepuki

Wer eine wahre Geisterstadt aus den Gold Rush-Zeiten sehen will, sollte Orepuki besuchen. Kaum mehr als 100 Einwohner finden sich hier zwischen verlassenen Geschäften und Relikten aus der Goldgräberzeit des 19. Jahrhunderts. Sie werden sich wie auf einer Zeitreise fühlen. In nur 15 min. von Tuatapere aus über den SH 99 zu erreichen.

Monkey Island

Von Orepuki sind es nur 3 km auf dem SH 99 bis zum Strand der Monkey Island Picnic Area, einem wunderschönen und frei zugänglichen Campingareal mit gut ausgestattetem Sanitärbereich und Feuerstellen.
Von hier aus lässt sich bei Ebbe Monkey Island zu Fuß erreichen, eine kleine, strandnahe Insel mit Aussichtspunkt.

Riverton/Aparima

Als älteste dauerhafte Fischersiedlung von Southland ist Riverton/Aparima ein historisches Juwel. Gebäude wie Howell‘s Cottage (22 Napier St), Daniel House (85 Palmerston St) und Saint Mary‘s (Anglican) Church (173 Palmerston St) lassen noch frühe Siedlerhütten sowie gregorianische und gotische Architekturstile des 19. Jh. erkennen.
Da der Fischfang nicht mehr genug Erträge bringt, ist die Stadt inzwischen zu Milchwirtschaft und Schafzucht übergegangen.
Für alle, die Siedlergeschichte hautnah erleben möchten, sei das Te Hikoi Southern Journey (172 Palmerston St) empfohlen. Sowohl in einer Kunstgalerie als auch auf einem Schiffstheater auf offener See wird hier die Geschichte der Maori und der europäischen Siedler nacherzählt. Vor allem für Familien zu empfehlen.
38 km westlich von Invercargill ist Riverton über den SH 99 zu erreichen, der auch Teil der Southern Scenic Route ist.

Invercargill

Im Herzen des fruchtbaren Farmlands der Southland Plains bietet Invercargill als Verwaltungssitz von Southland und mit etwa 50.000 Einwohnern eine interessante Abwechslung zur Naturbelassenheit der Region. Aufgrund der guten Anbindung an die Southern Scenic Route und die Nähe zu Stewart Island, Fiordland National Park und den Catlins bietet sich Invercargill als perfekter Ausgangspunkt zur Erforschung des Umlands.
Die örtliche Gastronomie mit ihren köstlichen Austern und heimischen Fischspezialitäten, und die ausgeprägte Museen- und Kunstszene ermöglichen Ausflüge in Welten kulinarischer und kultureller Genüsse. Breite Straßen und weitläufige Parkanlagen bieten Platz zum Bummeln und Durchatmen. Eine moderne Nachtszene lockt in trendige Bars, Clubs und örtliche Pubs mit Live-Musik und köstlichen Bieren.
Die örtliche Architektur ist geprägt von historischen Gebäuden in edwardianischem und gregorianischem Stil, was sich besonders an den Heritage Buildings im Stadtzentrum zeigt und an die Gründungszeiten der Stadt denken lässt. Ausgesprochen reizvoll ist der Invercargill Heritage Trail, ein übersichtlicher Weg entlang der historischen Gebäude der Stadt, der die Gegenwart der Gründerzeit im modernen Stadtbild unterstreicht.
Invercargill gilt zudem als ein Zentrum neuseeländischen Sports, besonders das Rugby Team der Southland Stags und das Netball Team Southern Stings genießen einen guten Ruf. Spiele und Wettkämpfe können unter anderem im Rugby Park Stadium (Elles Rd) und im ILT Stadium Southland (Surrey Park Rd) besucht werden.
Zu erreichen ist Invercargill sowohl über die SH 6 und 1, die im Stadtzentrum zusammenlaufen, als auch über den Invercargill Airport.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind größtenteils zentral um den Queens Park herum zu finden; in 108 Gala Street direkt am Park steht Ihnen die Invercargill i-SITE zur Seite.

Queens Park

Der Queens Park im Stadtzentrum zählt mit seinen 81 Hektar zu den bedeutendsten Parks Neuseelands. Weite, sanft gewundene Wege führen vorbei an japanischen Gärten, Rosengärten und Wintergärten voll tropischer Pflanzen. Ein großes Golfareal, Cricketplätze und hervorragende Laufwege laden auch sportlich Interessierte zu einem längeren Aufenthalt ein.

Southland Museum and Art Gallery

Nicht weit vom Feldwick Gate, einem 1924 errichteten Tor des Queens Park, findet sich die Southland Museum and Art Gallery.
Unter dem pyramidenförmigen Dach der Ausstellungsräume finden sich Dauerausstellungen zu Maori in Southland, viktorianischen Wohnräumen und zur Naturgeschichte, die nicht nur Dinosaurierknochen, sondern auch die 110 Jahre alte Brückenechse mit dem bodenständigen Namen „Henry“ beherbergen. Weitere Ausstellungen beleuchten die Weltkriegsgeschichte Neuseelands, den Geschwindigkeitsrekordler Burt Munro, sowie die subantarktischen Inseln vor der Küste.

Invercargill Water Tower

Aus 40 m Höhe bietet sich vom Invercargill Water Tower ein guter Blick über die Stadt. Der rote Ziegelbau, der den Wasserturm umgibt, ist unübersehbar und hebt sich in 107 Doon Street majestätisch über die Dächer der Stadt.

E. Hayes Motorworks Collection

Die Legende der „Worlds Fastest Indian“ ist nirgendwo lebendiger als in E. Hayes Motorworks Collection. Mit seinem umgebauten Indian Scout Motorrad stellte Rennsportlegende Burt Munro 1967 einen noch heute bestehenden Geschwindigkeitsrekord auf.
Sie können die original Indian Scout und weitere klassischen Rennmaschinen, Vintage-Bauteile und Rennsport-Erinnerungsstücke in dieser berühmten Eisenwarenhandlung (168 Dee St) bestaunen und dem Motorengeräusch der Freiheit lauschen.

First Presbyterian Church

Eines der beeindruckendsten historischen Gebäude der Stadt ist die First Presbyterian Church (155 Tay St). Mit ihrem ziegelroten majestätischen Äußeren im italo-byzantinischen Stil und dem hochragenden Glockenturm (32 m) bietet sie bereits von Weitem einen erhabenen Anblick und besticht aus der Nähe mit liebevoll gestalteten Friesarbeiten, Kirchenfenstern und Mosaikbildern.

Civic Theatre

Wer für kurze Zeit die Bühne der Welt verlassen möchte, sollte einen Abend für das historische Civic Theatre (88 Tay St) reservieren. Die markante Fassade im Renaissance-Stil verleiht dem 1906 erbauten Theater ein zeitloses Gesicht.
Im Inneren warten prächtige Konzertsäle und 1050 Theaterplätze auf Gäste, die in Welten der Phantasie entführt werden wollen. Die Aufführungen sind vielseitig und umfassen Balletts, Konzerte, Opern und Theaterstücke.

Bill Richardson Truck Museum

Die Sammlung des 2005 verstorbenen Bill Richardson in der 6 Anglem Street ist nicht nur für Automobilliebhaber eine Pflicht. Mehr als 330 Fahrzeuge, darunter Truckmodelle, Tankwagen und Landwirtschaftsmaschinen, finden sich im Bill Richardson Truck Museum. Mit einer 2014 eröffneten Henry Ford-Ausstellung aus luxuriösen Chrysler 300, T und V8 Modellen und einem stetig wachsenden Wagenschatz wird das Museum sicher noch lange seine Besucher zu einer Spritztour in die Vergangenheit einladen.

Otepuni Gardens

Abseits vom Leben der Innenstadt schmiegen sich die idyllischen Wege von Otepuni Gardens (Forth St) an den Otepuni River. Ehemals die zentrale Parkanlage Invercargills, bieten die Gärten mit 9,4 Hektar noch immer eine entspannende Abwechslung. Nutzen Sie die Gelegenheit für ein Picknick oder einen Spaziergang.

The Seriously Good Chocolate Factory

Wem Schokolade als das wahre Gold der Erde gilt, der sollte in der Seriously Good Chocolate Factory (22 Windsor St) nach Schätzen suchen. Als Café und Schokoladenfabrik in einem, können Sie hier nicht nur auf einen gemütlichen Nachmittag vorbeischauen, sondern auf Rundgängen hinter die Kulissen schauen und in speziellen Kursen selbst Schokolade herstellen.

Anderson Park Art Gallery Inc.

Mit seinem 24 ha Grundstück und einem gregorianischen Landsitz ist Anderson Park Art Gallery Inc. ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Kulturszene. Das beeindruckende Herrenhaus an der 91 McIvor Road nördlich des Zentrums enthält eine ganze Bandbreite neuseeländischer Kunst, vom 19. Jh. bis in unsere Zeit.
Vertretene Künstler sind unter anderem Charles F. Goldie, Colin McCahon und Alvin Pankhurst.
Höhepunkt ist die jährliche Spring Exhibition mit Hunderten Gemälden, Plastiken und Skulpturen.

Oreti Beach & Sandy Point

13 km östlich von Invercargill wartet Oreti Beach auf Ihren Besuch, eine idyllische, 30 km weite Bucht mit weichen Sanddünen und Aussicht auf Stewart Island.
Aufgrund der seichten Wassertiefe und eines attraktiven Surfareals ist dieser Bereich vor allem für Wassersportler interessant. Rakiura Rides bietet Reittouren von Invercargill aus an, die entlang des Oreti River durch örtliche Wälder zum Strand führen.
Bekannt wurde Oreti Beach durch Rennsportlegende Burt Munro. Munro übte hier für seine späteren Geschwindigkeitsrekorde. Sie erreichen die Bucht über die Dunns Road via Otatara.
Unterhalb von Oreti Beach liegt Sandy Point, eine 2.000 Hektar große Halbinsel mit weitläufigen Dünen, Steineibenwäldern und einer vielfältigen Tierwelt. Hervorragend geeignet für Ausritte und Mountainbike-Ausflüge.


Der Südosten

Bluff

Bluff ist als eine der ältesten Siedlungen Southlands lebender Beweis für die Beziehungen zwischen europäischen Siedlern und Maori.
Vor allem die Bluff Oyster und die Nähe zu Stewart Island machen die Stadt zu einem Magneten für alle Southland-Besucher. Das jährlich im Mai stattfindende Bluff Oyster and Food Festival  ist perfekt für eine Kostprobe der weltberühmten Meeresfrucht. Liebling aller Besucher ist der vielarmige Wegweiser am Stirling Point, südlich von Bluff, mit Distanzen bis London und New York. Der SH 1 und der Foveaux Walkway nehmen hier ihren Anfang.
Das Bluff Maritime Museum (241 Foreshore Rd) bietet interessante Fakten zu früher Schifffahrt und beeindruckenden Wracks.
Bluff Hill (Flagstaff Rd), im Motupohue Scenic Reserve gelegen, schützt die Hafenstadt nicht nur vor westlichen Windströmen, sondern bietet einen Panoramablick über Stewart Island und die Foveaux Strait.

Awarua Wetlands und Waituna Lagoon

Die Awarua Wetlands sind eines der größten Feuchtgebiete Neuseelands. Sie bestehen in erster Linie aus Küstenlagunen, Feuchtwiesen, Sümpfen und Flussdeltas. Von Oktober bis März nisten hier zahlreiche Watt- und Wandervögel.
Nicht weit entfernt findet sich die Waituna Lagoon, ein Feuchtgebiet von etwa 3.500 Hektar. Sie ist Teil des naturgeschützten Waituna Wetland Scientific Reserve.
Die Awarua Bay liegt 20 km südöstlich von Invercargill und ist am besten über die Awarua Bridge Richtung Muddy Creek zu erreichen.

Fortrose

In Fortrose finden Sie sich in einer kleinen Ortschaft, die sich geradezu ängstlich an die Südküste zu klammern scheint. Einladende Strände und die Mündung des Mataura River mit ihrem starken Wellengang laden zu Spaziergängen und zur Übernachtung auf freien Campingflächen ein.
Reste eines Schiffswracks und der nahegelegene Fortrose Cemetery mit den Gräbern von Opfern der Tararua-Schiffskatastrophe von 1881 wecken ein Gefühl für die Geschichtsträchtigkeit des Ortes.
Zu erreichen über den Tokanui-Gorge Road Highway.

Waipapa Point Lighthouse

Das Waipapa Point Lighthouse ist einer von zwei hölzernen Leuchttürmen am südwestlichen Ende der Catlins und erinnert an die größte Schiffskatastrophe Neuseelands, das Kentern der „SS Tararua“ vor der Küste im Jahr 1881. Der Leuchtturm ist von Otara über die Waipapa Point Lighthouse Road (ca. 5 km) zu erreichen.

Der Weg zum Tararua Acre Cemetery mit Gräbern der Schiffspassagiere ist von hier aus durch gute Ausschilderung leicht zu finden.

Slope Point

Slope Point ist der südlichste Küstenabschnitt der Südinsel. Nur noch 4.803 km sind es von hier zum Südpol, antarktische Winde biegen die küstennahen Bäume und verpassen ihnen amüsante Sturmfrisuren.
Zu erreichen ist Slope Point über einen 20-minütigen Fußweg vom Örtchen Waikawa am Niagara Waikawa Highway.

Gore

Das ländliche Gore ist die zweitgrößte Stadt Southlands und gilt als Zentrum neuseeländischer Country-Musik. Jährlich finden hier die New Zealand Gold Guitar Awards statt.
Zu Prohibitionszeiten blühte unter dem schottischen McRae Familienclan die Schwarzbrennerei, deren Erzeugnisse allgemein als „moonshine“ bezeichnet werden. Die Geschichte der Schwarzbrennerei kann im Moonshine Whiskey Museum  (16 Hokonui Dr) erfahren und auf dem alljährlichen Hokonui Moonshine Festival gefeiert werden.
Gore gilt zudem als „Welthauptstadt des Forellenfischens“ und bietet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge zum Angeln oder Fliegenfischen an. Begleitete Touren zu hervorragenden Angelgebieten können entlang des Mataura River unternommen werden.
Informationen zu Aktivitäten und Unterkunft finden Sie im Destination Gore Visitor Centre (16 Hokonui Dr).

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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