Northland

Northland

Vom Gott des Waldes und dem Beginn der Ewigkeit

Hörprobe

Auf die heilige Trias der Urlaubsplanung – Strand-, Aktiv- oder Kultururlaub – kann man im Falle Northlands getrost verzichten. Naturvielfalt und geschichtsträchtige Orte gehen hier Hand in Hand.

So kann man in der Bay of Islands, dem touristischen Hotspot der Region, natürlich hervorragend baden, surfen, segeln, paddeln, schnorcheln, tauchen und fischen.
Gleichzeitig ist man hier, wo 1840 der Waitangi Treaty zwischen den Maori und den Pakeha, den europäischen Neuseeländern, geschlossen wurde, den Wurzeln der Besiedlungsgeschichte so nah wie wohl nirgends sonst in Neuseeland.
Die Bay of Islands ist ganzjährig gut besucht, der größte Andrang herrscht allerdings um Weihnachten, Neujahr und im Januar. Dank des subtropischen Klimas kann man aber auch noch später im Jahr die Strände genießen - man sollte sich aber auf Regenschauer einstellen und Mückenspray bei sich haben.
Wem der Trubel in der Bay of Islands zu viel ist, der findet auch weiter nördlich, in den Buchten von Matauri und Whangaroa und der Doubtless Bay, oder südlich der Bay of Islands, in der Bucht der Hauptstadt Whangarei mit ihrem weltberühmten Tauchspot bei den Poor Knights Islands, traumhafte Voraussetzungen für alle Aktivitäten am, im und auf dem Wasser.
Bei Spaziergängen oder anspruchsvolleren, mehrtägigen Wanderungen zwischen erloschenen Vulkanen, Mangroven- und rotblühenden Pohutukawa-Bäumen kommen hier aber auch diejenigen, die lieber festen Boden unter den Füßen haben, voll auf ihre Kosten.
Cape Reinga am nördlichen Ende Neuseelands ist ein geradezu magischer Ort, der zum Staunen und Innehalten einlädt. Die Maori glauben, dass hier, wo Pazifik und Tasmansee aufeinander krachen, die Seelen ihrer Verstorbenen ins Jenseits gleiten. An der Westküste des Cape schließt der Ninety Mile Beach an – ein langer fester Sandstrand, der befahrbar ist. Da das Fahren im Sand jedoch nicht ganz unproblematisch ist und viele Leihfahrzeuge nicht für den Ninety Mile Beach versichert sind, empfiehlt es sich hier, an einer Bustour teilzunehmen.
Im Gegensatz zum sandigen Norden besticht der Süden der Westküste durch ein Grün der besonderen Art: im Waipoua Forest kann man die uralten, riesigen Kauri-Bäume bestaunen, mit denen noch vor 200 Jahren ein Großteil der Region bewachsen gewesen ist. Die angrenzende Gegend um Hokianga ist im besten Sinne des Wortes untouristisch; ideal für alle, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen. Die umliegenden Wälder bieten perfekte Wandermöglichkeiten, und bei den beeindruckenden 30 m hohen Sanddünen am nördlichen Ende des Hokianga Harbour ist Sandboarding schon fast eine Pflicht.

Geschichte

Northland gilt für Maori und Europäer als Wiege Neuseelands. Als Captain Cook bei seiner Umsegelung 1769 in Paihia an Land ging, betrat er nicht etwa Terra incognita. Im Gegenteil: die Bay of Islands mit ihren fruchtbaren Böden und reichen Fischbeständen war bereits dicht von Maori-Stämmen besiedelt. In den folgenden Jahren hielt sich der Zustrom von Pakeha noch in Grenzen und das Zusammenleben mit den Maori gestaltete sich friedlich.
Als sich in den 1790er Jahren der Flachshandel und 20 Jahre später der Wal- und Robbenfang zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Neuseelands entwickelten, florierten auch die Hafenstädte an der Ostküste. Kororareka, das heutige Russell, wurde zum Handelszentrum und zog neben Walfängern auch Schmuggler, Schnapshändler und Sträflinge aus Australien an, deren Lebensstil der Stadt bald den zweifelhaften Ruf als ‚Hellhole of the Pacific’ eintrug – Traumvoraussetzungen für christliche Missionare. Sie errichteten in Russell die erste Missionsstation, in der auch die erste christliche Messe Neuseelands abgehalten wurde.
Mit der Zunahme an Einwanderern, die immer größere Landflächen benötigten, mehrten sich die Missstände zwischen den Pakeha und den Maori und steigerten sich 1840 zu offenen kriegerischen Auseinandersetzungen.
Im Treaty of Waitangi sollte die Besiedlung des Landes geregelt und so schließlich die Grundlage für friedliche Beziehungen zwischen Maori und Pakeha geschaffen werden. Der Vertrag war aber auch ein Versuch, der zuvor erfolgten Annektierung des Landes durch die britische Krone den Anschein von Rechtmäßigkeit zu geben: die Maori-Stämme gaben ihre Souveränität auf und sollten im Gegenzug Bürgerrechte erhalten.
Im Februar 1840 wurde der Vertrag vor dem Haus James Busbys, dem ersten Vertreter Englands in Neuseeland, von 43 Maori-Häuptlingen unterzeichnet. Da die meisten Häuptlinge kein Englisch verstanden, wurde er in Maori übersetzt. Es war allerdings eine einseitige Übersetzung, in der der Nutzen für die Maori übertrieben und die Kosten heruntergespielt wurden.
In den folgenden Jahren wurde der Vertrag von Seiten der britischen Regierung immer wieder gebrochen. Die Maori wurden weiter verdrängt, ihr Land konfisziert und anstelle der Flagge der Vereinigten Stämme von Neuseeland wurde der Union Jack in der Hauptstadt Kororareka (Russell) gehisst. Als Hone Heke, der Häuptling der Ngapuhi, sich gegen dieses Symbol der Unterdrückung auflehnte und den Fahnenmast vier Mal in Folge abschnitt, schlugen die stark aufgerüsteten britischen Truppen mit Kanonenfeuer zurück und machten die Stadt dem Erdboden gleich. Es war der Beginn des ersten Neuseelandkrieges.
Dass der Treaty of Waitangi noch heute umstritten ist, zeigen die jährlichen Proteste am Nationalfeiertag, dem Waitangi Day am 6. Februar.

Cape Reinga (NZ809)

Auf der letzten Etappe des SH 1 zum nördlichen Ende Neuseelands kommt Endzeitstimmung auf. Dort, wo einst Kauri-Riesen Schatten spendeten, sind Sanddünen geblieben, die hier und dort mit Gras bewachsen sind.
46 km vor Cape Reinga passiert man Te Kao, die größte Maori-Siedlung im Norden. Die beiden Türme, die man vom Highway aus sehen kann, gehören zum Ratana-Tempel, einem der wenigen noch erhaltenen Gebäude der Ratana-Religion, einer Mischung aus Christentum und Maori-Religion.
Das Ende des SH 1 ist unspektakulär: ein Parkplatz mit Toilette. Von hier aber folgt man einem schmalen Pfad zum Leuchtturm von Cape Reinga und darf dann erst einmal innehalten und darüber staunen, wie die Tasmansee und der Pazifik aufeinander krachen, bevor man mit dem Inspizieren und Identifizieren der Umgebung beginnt: westlich sieht man Cape Maria van Diemen und im Osten Spirits Bay, wo die Seelen verstorbener Maori, an den Wurzeln eines windverzerrten Pohutukawa-Baums ins Meer gleitend, ihre Heimreise antreten. Wer sich das genauer anschauen will, biegt auf dem Rückweg bei Waitiki Landing (21 km südl. von Cape Reinga), Neuseelands nördlichstem Ort mit Spuren menschlicher Zivilisation (Restaurant, Shop), ab und nimmt von dort die Straße Richtung Osten, wo man eine wunderschöne Tageswanderung an der Spirits Bay unternehmen kann. Am Cape Reinga selbst lohnt die Begehung des 4 - 5-stündigen Twilight Beach Loop. Wenn Sie sich vor Erkundung des Capes noch mit Informationsmaterial eindecken wollen, steht Ihnen das Far North Visitor Centre in Kaitinga (Ecke Matthews Ave/South Rd) zur Verfügung.

Te Paki Coastal Track

Der Te Paki Coastal Track führt über Dünen, Strände und Sumpfgebiet zu den verschiedenen Kaps der Aupori-Halbinsel: von der Spirits Bay geht es weiter nach Cape Reinga, dann nach Cape Maria van Diemen, von dort zu den nördlichsten Ausläufern des Ninety Mile Beach und schließlich zu den beeindruckenden Sanddünen am Te Paki Stream, die sich auch hervorragend zum Sandboarding eignen. Für den ganzen Track – die Gesamtlänge beträgt 48 km – sollte man 3 - 4 Tage einplanen; man kann aber natürlich auch nur Teilstrecken gehen. Es gibt einfache Campingplätze, allerdings streckenweise keine Einkaufsmöglichkeiten. Nähere Informationen und aktuelle Hinweise zum Track finden sich auf der DOC Website.

Ninety Mile Beach (NZ813)

Auch wenn der Strand tatsächlich „nur“ 55 Meilen lang ist, ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, ist er allemal. Der befahrbare feste Sandstrand wird von hohen Dünen gesäumt, dahinter trennt ein Pinienwald (Aupouri Forest) den Strand vom SH 1.
Der Ninety Mile Beach ist bekannt für Krustentiere und die geschützten Toheroa-Muscheln. Auf den ersten Blick beeindruckender dürften aber seine Wildpferdherden sein.
Da private und Leihfahrzeuge aufgrund der relativ hohen Gefahr, im Sand steckenzubleiben und dann von der Flut überrascht zu werden, für eine Fahrt entlang des Ninety Mile Beach oftmals nicht versichert sind, ist es ratsam, hier auf das Angebot öffentlicher Busse zurückzugreifen, die mehrmals täglich von Kaitaia, Mangonui und Awanui, aber auch schon von Paihia aus starten.
Ob sie über den SH 1 in den Norden und dann entlang des Ninety Mile Beach zurück oder umgekehrt fahren, hängt von den Gezeiten und Witterungsbedingungen ab.
Wer dennoch nicht auf ein eigenes Fahrzeug verzichten will, sollte unbedingt Vierrad-Antrieb und Erfahrung mit dem Fahren im Sand haben.


Die Ostküste des „Far North“

In das nördlichste Distrikt Northlands fließen im Gegensatz zur Bay of Islands kaum staatliche Fördermittel, was sich auch an der lückenhaften touristischen Infrastruktur bemerkbar macht – von Südosten kommend finden Sie die letzte i-SITE in Paihia (The Wharf, Marsden Rd), eine weitere gibt es erst wieder im nordwestlichen Kaitaia (Ecke Matthews Ave/South Rd).
Dafür ist es hier um einiges ruhiger und entspannter mit ebenso schönen Buchten und Stränden – der Traum vom „Strand ganz für mich alleine“ könnte hier tatsächlich Wirklichkeit werden.

Whangaroa

Der beeindruckende Naturhafen des kleinen Fischerdörfchens, das sich selbstbewusst als Neuseelands Hauptstadt des Schwertfischs bezeichnet, ist von zwei Vulkanpflöcken, dem St. Paul‘s und dem St. Peter‘s Rock, eingefasst. In 20 min. kann man den St. Paul‘s Rock (213 m) erklimmen und die Aussicht auf das idyllische Dorf genießen. Der Weg startet hinter dem Parkplatz am Ende der Old Hospital Road. Wer mehr Zeit mitbringt und gerne wandert, dem sei der Wairakau Stream Track empfohlen.

Doubtless Bay

Auch wenn sich spätestens beim Anblick der Sandstrände, die sich hier aneinanderreihen, alle Sorgen und Zweifel, ob man in einer Gegend, die sich „Nordland“ nennt, wirklich Strandurlaub machen kann, verflüchtigt haben - ihren Namen verdankt die Bucht einem Logbucheintrag von James Cook: Als er 1769 die Bucht passierte, bemerkte er scharfsinnig, dass hier „doubtless a bay“ sei.
Das kleine Städtchen Mangonui – was übersetzt „großer Hai“ bedeutet – ist das Zentrum der Bucht. Die historischen Fassaden der Waterfront erinnern noch immer an seine Glanzzeit in der ersten Hälfte des 19. Jh., als die Wal-Industrie florierte und von hier aus Flachs, sowie Kauri-Holz und -Harz in die ganze Welt verschifft wurden.
Die Fischerdörfchen-Atmosphäre hat sich Mangonui trotz Cafés, Geschenkläden und Besuchern aus den umliegenden Ferienhaussiedlungen von Coopers Beach, Cable Bay und Taipa bewahrt.

Hokianga

An der Westküste südlich des Ninety Mile Beach zieht sich 30 km lang und schmal wie ein Schnitt der Hokianga Harbour ins Landesinnere. Seine steilen Sanddünen bilden einen scharfen Kontrast zum tiefblauen Wasser.
Die Zeit scheint hier stillzustehen – Shops, Restaurants und Cafés, aber auch Tankstellen und Geldautomaten sind Mangelware – dafür können Sie die Lebensweise und Traditionen der Maori hier umso intensiver erleben und in den Wäldern im Süden des Hafens gänzlich verschont von Touristenherden einsame Wanderungen unternehmen, oder bei Küstenspaziergängen einfach nur die unglaubliche Stille und Ruhe von Northlands abgelegenster Region genießen.
Wollen Sie sich das ganze von oben ansehen, bringt eine gute Kondition Sie auf dem Hauturu High Point Track zu schönen Aussichten.
In Opononi an der Westküste des Hokianga Harbour informiert die i-SITE (29 SH 12).

Sandboarding Opononi

Ein zahmer Delphin – Opo – machte die kleine Siedlung am Ostufer der Hafeneinfahrt von Hokianga in den 50er Jahren bekannt. Heute ist der Ort vor allem für Sandboarder interessant. Von Opononi aus verkehren die Schiffe zur Nordseite des Hafens, wo man sich, nachdem man die gigantische Sanddüne hinunter gesurft ist, direkt weiter ins Meer gleiten lassen kann.

Waipoua Forest (NZ830)

Im Waipoua Forest, südlich von Hokianga, kann man Baumriesen bestaunen, wie sie noch vor 200 Jahren das gesamte Land zwischen Auckland und dem Nordkap bedeckten, bevor sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Kauri-Industrie zum wichtigsten Industriezweig Neuseelands wurde, nahezu ausgerottet wurden.
Das Holz wurde zum Bauen und für Schiffsmasten verwendet, aber auch das Harz (gum) war heißbegehrt: die Maori destillierten daraus ein Pigment für ihre Tattoos (moko) und die europäischen Siedler exportierten es als Lack für Möbel und Instrumente.
Kauris werden über 2.000 Jahre alt, und bei einem Umfang von 15 m bis zu 50 m hoch.
Es ist kaum zu begreifen, dass von diesen ehrfurchtgebietenden Riesen nur einige Veteranen übrig geblieben sind, die nun auf 25 km verteilt in Ensembles zusammenstehen – darunter Tane Mahuta („Gott des Waldes“) und Te Matua Ngahere („Vater des Waldes“).
Das Gebiet können Sie auf einer 16 km langen Straße durchfahren; „Vater“ und „Gott“ des Waldes sind auf ausgeschilderten Fußwegen zu erreichen. Wer mehr über die Kauris und ihre Geschichte erfahren will, dem sei das Kauri-Museum in Matakohe (5 Church Rd) wärmstens empfohlen.

Bay of Islands (NZ862)

Bei 800 km Küstenlinie, 144 Inseln, zahllosen Buchten und Ankerplätzen ist ein Bootstrip in der Bay of Islands ebenso obligatorisch wie die Besichtigung der Waitangi Treaty Grounds – der ‚Wiege Neuseelands‘.
Von Süden kommend kann man zwischen zwei Anfahrtswegen zur Bay of Islands wählen: der schnellere führt auf dem SH 1 in den kleinen Ort Kawakawa, wo man die einmalige Möglichkeit hat, ein stilles Örtchen mit kunstgeschichtlicher Bedeutung aufzusuchen – die von dem österreichischen Künstler und Öko-Aktivisten Friedensreich Hundertwasser gestalteten öffentlichen Toiletten befinden sich an der Hauptstraße (Gilles St).
Anschließend kann man erleichtert rechts auf den SH 11 Richtung Küste abbiegen, der direkt nach Paihia führt. Dort befindet sich auch die Bay of Islands i-SITE (The Wharf, Marsden Rd). Wenn Sie wandern wollen, planen Sie den Paihia - Russell Ferry Loop ein, der an der i-SITE startet.
Der landschaftlich reizvollere Weg in die Bay of Islands führt über die Russell Road, die in Whakapara vom SH 1 rechts nach Russell abzweigt. Die schmale Straße windet sich 70 km die Küste entlang. Bis nach Russell braucht man ca. 2 Std., doch planen Sie etwas mehr Zeit ein, um den Versuchungen auf dem Weg – wunderschöne einsame Buchten und Strände, viele Spazier- und Wanderoptionen – nachgeben zu können.

Paihia

Das 1.800-Seelen-Dorf Paihia ist das touristische Zentrum der Bay of Islands und brummt nur so vor Urlaubern und Reisenden (i-SITE: The Wharf, Marsden Rd). Von hier aus starten die meisten Ausflugsschiffe und Tauchtrips, es gibt viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten und auch für Backpacker jede Menge gute und günstige Unterkünfte. Von Paihia verkehren alle 20 Minuten Fußgängerfähren nach Russell.

Russell

Wenngleich einstmals erste Hauptstadt Neuseelands – damals noch unter dem Namen Kororareka – ist Russell noch kleiner als Paihia und um einiges ruhiger. Doch hat Russell mehr Flair und mehr (kuriose) Geschichte(n) zu bieten.
Hier brach 1830, als sich zwei Maori-Frauen in denselben Walfänger verliebten und darüber in Streit gerieten, eine Familienfehde aus, bei der innerhalb von zwei Wochen Hunderte Menschen verletzt oder getötet wurden. Dieser sogenannte „Girls‘ War“ machte Russells Ruf als Sündenpfuhl, in dem sich Spelunken und Bordelle für die Seeleute aneinanderreihten, alle Ehre.
Von Maiki, dem Hügel, auf dem Hone Hekes umkämpfter Fahnenmast stand, hat man einen großartigen Ausblick.
Eine Fußgängerfähre verkehrt von Paihia, eine Autofähre von Opua nach Okiato (anschl. weiter auf Aucks Rd, Russell Whakapara Rd). Oder Sie lenken Ihren Wagen über die wunderschöne Russell Road.

Waitangi Treaty Grounds (NZ800)

Von Paihia kann man bequem über eine Brücke in 20 min. zu den Waitangi Treaty Grounds spazieren.
Im Treaty House sind eine Gedenkstätte und ein Museum eingerichtet, das unter anderem eine Kopie des Vertrags ausstellt. Da es im Museum selbst erstaunlicherweise kaum nähere Informationen und Erklärungen gibt, ist es für Interessierte sinnvoll, noch etwas Geld zu investieren, um an einer Führung teilzunehmen und/oder sich die 30-minütige Performance anzuschauen, bei der traditionelle Maori-Lieder und -Tänze vorgeführt werden.

Haruru Falls

Der Spaziergang zu den Haruru Falls startet bei den Treaty Grounds und führt entlang des Waitangi River – der vor allem für die Maori und ihre Flöße als Tor zum Meer von Bedeutung war – und durch Mangroven-Wälder zu den Wasserfällen.
Die Gehzeit hin und zurück beträgt ca. 70 min. Wer Lust auf eine längere Wanderung hat, dem sei der Haruru Falls Track (3 Std.) wärmstens empfohlen.

Rainbow Warrior

Als 1985 das Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ für eine Protestaktion gegen die französischen Nuklear-Tests im Mururoa-Atoll von Auckland aus in See stechen wollte, brachten zwei im Meer gezündete Bomben das Schiff zum Kentern. Der Fotograf und Greenpeace-Aktivist Fernando Pereira, der nach der ersten Explosion auf das Schiff zurückgekehrt war, um den Schaden zu dokumentieren, wurde von der Detonation der zweiten Bombe getötet.
Die neuseeländischen Behörden gingen zunächst von einem Terroranschlag aus, doch schnell stellte sich heraus, dass der französische Geheimdienst verantwortlich war.
Die Verurteilung der beiden Täter erfolgte unter dem Druck der französischen Regierung; das Urteil fiel milde aus: nach zwei Jahren Haft auf einer Südseeinsel waren sie wieder auf freiem Fuß.
In Paihia gibt es Anbieter, die Tauchtrips zum Schiffswrack der  „Rainbow Warrior“ organisieren.
Es liegt in der Nähe der Cavalli Islands, nur 10 min. von der Küste der Matauri Bay entfernt, wo es oberhalb des Matauri Bay Holiday Park auch ein Gedenkmonument für die „Rainbow Warrior“ mit herrlichem Ausblick auf das Meer und die Bucht gibt.


Whangarei

Wer im Town Basin, dem pittoresken Naturhafen und Zentrum Whangareis, den Tag in Museen, Galerien und kleinen Läden mit Kunsthandwerk verbummelt und im Straßencafé sitzend auf die funkelnden Yachten im Hafen blickt, vergisst schnell, dass Whangarei mit seinen Zementanlagen, Glasfabriken und Ölraffinerien nicht nur die Hauptstadt Northlands ist, sondern vor allem auch das industrielle Zentrum der Region – was der landschaftlichen Schönheit der Gegend jedoch keinen Abbruch tut.
Die Küste ist von zahlreichen Buchten mit sicheren Badestränden gesäumt. Es gibt viele kleine Inseln und teilweise herausragende Tauchbedingungen.
Die Nordseite des Hafens, mit ihren verschlafenen Hafenorten, windverwehten Stränden und erloschenen Vulkanüberresten, ist ein Eldorado für Spaziergänge und kleine Wanderungen.
Das Te Manawa The HUB Information Centre steht Ihnen im Town Basin Rede und Antwort. In 92 Otaika Rd/SH 1 finden Sie die Whangarei i-SITE.

Clapham's National Clock Museum

Die größte Uhrensammlung der südlichen Hemisphäre umfasst ca. 400 Uhren, wovon einige bis ins 17. Jh. zurückreichen. Das Museum befindet sich im Town Basin.

Whangarei Art Museum

Das Whangarei Art Museum – ebenfalls im Town Basin – bietet mit seiner umfangreichen Sammlung früher kolonialistischer Kunst interessante Einblicke in die Kultur- und Mentalitätsgeschichte des Landes. Ebenso inspirierend sind die wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Maori-Künstler.

Burning Issues Gallery

Für ein originelles Mitbringsel lohnt sich ein Abstecher in die Galerie im Town Basin. Hier werden von zeitgenössischen neuseeländischen Künstlern gefertigter Schmuck sowie Glas- und Keramikwaren ausgestellt und verkauft.

Botanica & Cafler Park

Im Gewächshaus des zentral gelegenen Parks (First Ave & Water St) kann man beim Anblick heimischer Farne, tropischer Pflanzen und Kakteen wunderbar entspannen. Nach all den visuellen Eindrücken im Museum kommt im Rosen- und Duft-Garten nun die Nase zum Zug.

Quarry Arts Centre

Im Quarry Arts Centre – eine Art kommunal betriebenes Künstlerdorf – kann man den Künstlern in ihren Ateliers beim Arbeiten über die Schulter schauen und sich zwischen den Skulpturen auf den Wiesen des pittoresken Anwesens verlustieren. Es befindet sich ca. 1,5 km westlich des Town Basin (21 Selwyn Ave).

Rund um Whangarei

Matakohe Limestone Island (NZ804)

Von Whangareis kleinem Vorort Onerahi in der Hafeneinfahrt sind es nur ein paar Paddelschläge – es soll auch Leute geben, die schwimmen – bis nach Limestone Island.
Die 37 ha große Insel war noch vor 100 Jahren Zentrum der neuseeländischen Kalk-, Mörtel- und Zementproduktion. Zur Hochzeit des Baubooms um 1916 arbeiteten und lebten auf der Insel rund 200 Menschen. 1918 fusionierten die großen Firmen, die Fabriken auf Limestone Island wurden geschlossen; die Insel verwaiste – bis sie sich 1989 sozusagen aus dem Stand als Ökoreservat neu erfand.
Aus einer privaten Initiative mit freiwilligen Helfern, die die Insel „aufräumten“ und ursprüngliche Vogel- und Pflanzenarten wieder ansiedelten, entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte. Öffentliche und private Investoren – darunter die ehemals auf der Insel ansässige Firma Golden Bay Cement – unterstützten das Projekt und bauten es aus.
Heute können Sie die Insel auf zahlreichen Wanderwegen erkunden, Vögel beobachten, baden und picknicken und von ihrer höchsten Erhebung aus, wo Maori einst ein Fort unterhielten, die großartige Aussicht auf den Hafen von Whangarei genießen.
Festes Schuhwerk und Verpflegung sind mitzubringen; Ihren Müll nehmen Sie wieder mit zurück. Zwei Ökotoiletten und ein Info-Unterstand bilden die einzige Infrastruktur.

Whangarei Falls

Die Whangarei Falls ergießen sich anmutig über Basaltklippen 25 m in die Tiefe und sind von einer schönen Parkanlage mit gut ausgebauten Spazierpfaden und Rundwegen umgeben.
Sie befinden sich ca. 5 km nordöstlich des Stadtzentrums in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vorort Tikipunga, wohin auch ein Bus verkehrt. 

Whangarei Heads

Die Whangarei Heads Road windet sich 35 km an der Nordseite des Hafens entlang. Neben zahlreichen Buchten und weißen Sandstränden ragen hier die für die Gegend typischen Vulkangesteinsformationen – die Whangarei Heads – in die Landschaft, die sich auf den Whangarei District Walks wunderbar erkunden lassen.
Für den hier vorgestellten Bream Head - Te Whara Track benötigen Sie gute Kondition für 5 - 6 Stunden.

Abbey Caves

Ca. 4 km nordöstlich von Whangarei an einem Abzweig der Whareora Road befindet sich das Areal der Abbey Caves: bizarre Kalksteinformationen, Steilhänge und Mulden und dazwischen immer wieder auch ein imposantes Exemplar des immergrünen Puriri-Baums passiert man auf einem ausgeschilderten Rundweg, von dem aus auch der Abstieg in die drei Höhlen erfolgt.
Da das Wasser in den Höhlen schnell ansteigen kann und zudem die Gefahr von Einstürzen besteht, wird ein Abstieg nur erfahrenen (!) Höhlenwanderern empfohlen. Festes Schuhwerk und Taschenlampe verstehen sich dabei von selbst.

AH Reed Kauri Park

Auf gut ausgebauten Holzstegen wandelt man hier unter den Baumkronen der über 500 Jahre alten Kauri-Bäume wie unter Baldachinen. Es gibt mehrere (Rund-)Wege für leichte Spaziergänge mit einer Gehzeit zwischen 30 min. und 2 Std.
Der Park befindet sich im Nordosten des Stadtzentrums an der Whareora Road und eignet sich gut für einen Abstecher auf dem Weg zu den Whangarei Falls.

Poor Knights Islands

Nur 30 km nordöstlich von Whangarei liegt der kleine Ort Tutukaka, der mit seinem hübschen Hafen Ausgangspunkt zu einem der zehn weltbesten Tauchspots ist, den Poor Knights Islands.
In Labyrinthen, Torbögen, Tunneln und zwei Navy-Schiffswracks tummeln sich hier dank einer subtropischen Strömung aus dem Korallenmeer unzählige Fischarten, die man nirgendwo sonst in Neuseeland findet. Im vollkommen klaren Wasser beträgt die Sicht bis zu 30 m.

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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