Manawatu-Wanganui

Manawatu-Wanganui 

Wo Schafe mit Vulkanen um die Wette g(r)asen

Das Erste, was Sie von der Region sehen, sind Schafe; mehr als 5,6 Millionen gibt es hier. Lässt man Richtung Norden den Blick weiter in die Ferne schweifen, bleibt er unweigerlich an den drei aktiven Vulkanen hängen.

Die fruchtbaren Böden Manawatu-Wanganuis ermöglichen eine florierende Vieh- und Forstwirtschaft – und eine üppige Vegetation. Die Vulkane des Tongariro National Park zählen zu den höchsten Erhebungen der Nordinsel und verzaubern nicht nur Bergsteiger wie Edmund Hillary.
Hauptschlagadern der Region sind der Manawatu River und der Whanganui River, die jeweils durch die beiden größten Städte Palmerston North und Wanganui Stadt fließen. Am Manawatu River ließen sich vorrangig europäische Siedler nieder, während an den regenwaldbewachsenen Ufern des Whanganui River dazumal Maori siedelten. Der Whanganui National Park schützt nicht nur seltene Arten, sondern auch für Maori heilige Orte aus dieser frühen Besiedlungsphase. Dass das Zusammenleben nicht immer leicht war, zeigen zahlreiche Denkmäler und Museen in den Städten. Die heutigen 232.400 Einwohner leben, statt in großen Ballungsräumen, verstreut in ländlichen Regionen.
Das zweite Wirtschaftsstandbein Manawatu-Wanganuis ist der Tourismus. Die Region bietet auf 22.215 km² alles, was man sich nur wünschen kann. Adrenalinjunkies finden am Rangitikei River ihr Eldorado, Wintersportfans am Mt. Ruapehu.
Ruhiger geht es bei den zahlreichen Wanderungen durch die Nationalparks zu und für Bewegungsfaule gibt es die Manawatu Scenic Route. An den malerischen Stränden der beiden Küsten können Sie sich den Wind aus den Segeln nehmen lassen … oder erst so richtig lossurfen. Ein breites Kulturangebot in den Städten rundet Ihren Urlaub ab. Genießen Sie lokale Produkte vom River Traders Market oder eine Fahrt mit dem letzten Schaufelraddampfer.

Geschichte

Etwa 3 % der Maoripopulation lebte im Wanganuibecken, bis 1831 erstmals europäische Händler das Land betraten. Einfallstor war der Whanganui River, der ihre Schiffe von der Tasmansee bis tief ins Landesinnere brachte. Blutige Auseinandersetzungen und abgetrennte Köpfe auf Seiten der Europäer waren die Folge. 1840 kaufte die New Zealand Company rund um das heutige Wanganui Land an (160 km²), um europäischen Siedlern Raum zu geben.
Lebten Maori und Europäer nun zunächst friedlich nebeneinander, verhärteten sich die Fronten allmählich immer mehr. So kam es im Juli 1847 zur Schlacht von St. John’s Wood, in der 400 Maori gegen ein vergleichbar großes Heer von Engländern antraten. Nur Entschädigungszahlungen an die Maori konnten die Unstimmigkeiten beilegen.
Weitere Auseinandersetzungen in der gesamten Region blieben jedoch nicht aus. Während der 1870er Jahre drangen die Europäer mit ihren Rodungswerkzeugen immer weiter ins Landesinnere sowie Richtung Manawatu vor, Zugverbindungen wurden eingerichtet und die Städte wuchsen. Die Maori ließen sich nicht verdrängen. 2013 lebten 7,5 % ihrer Gesamtpopulation in Manawatu-Wanganui. Heute zeugen die Museen und Denkmäler der Region von der aufreibenden Vergangenheit.

Sir Edmund Percival Hillary (NZ836)

Er bestieg als Erster den Mount Everest und wurde Neuseelands Nationalheld – doch hat er dabei nie den Boden unter den Füßen verloren. Am 20. Juli 1919 in Auckland geboren, interessierte sich Edmund Hillary schon in jungen Jahren für das Bergsteigen. Auf dem Schulweg verschlang er Bücher über Gebirge und die Antarktis. Ein Schulausflug 1935 auf den Mount Ruapehu war seine erste Bergerfahrung und zugleich ein Schlüsselerlebnis. Sonne, Schnee und Kälte hinterließen einen bleibenden Eindruck bei ihm.
Nach zwei erfolglosen Jahren am Auckland University College (Studium Mathematik und Naturwissenschaften) entschied Hillary sich, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und Imker zu werden. Trotz der vielen Arbeit fand er immer wieder Zeit, Ausflüge in Neuseelands Berge zu unternehmen. Den ersten Gipfel erklomm er 1940 (Mt. Ollivier, 1.933 m).
In Trainingscamps während seines Militärdienstes 1944 hatte Hillary die Gelegenheit, Mount Tapuae-o-Uenuku und Mount Taranaki zu besteigen. 1946 traf er schließlich auf den talentierten Bergführer Harry Avres, von dem er in den folgenden drei Sommern die Klettertechnik lernte. Gemeinsam bestiegen sie 1948 Neuseelands höchsten Berg, den Mount Cook, als Erste über den Südgrat.
Am 29.05.1953 gelang Hillary dann der Coup seines Lebens, zusammen mit Tenzing Norgay kämpfte er sich auf die Spitze des Mount Everest (8.848 m). Sie waren die Ersten, die es geschafft hatten, den Gipfel zu besteigen und lebendig wieder zu verlassen. Eine Steilstufe im Grat, die Hillary todesmutig als Seilerster überwand, trägt seitdem den Namen Hillary Step.
Kurze Zeit nach der Erstbesteigung wurde Hillary von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Trotz seiner internationalen Berühmtheit blieb Hillary aber auf dem Teppich. Für ihn war es nicht wichtig, als Erster den Mount Everest bezwungen zu haben, sondern heil wieder herunter gekommen zu sein. Hillarys Erfolg aber half, das Bergsteigen in Neuseeland salonfähig zu machen. Insgesamt bestieg er 16 von Neuseelands 27 Gipfeln über 3.000 m.
1953 heiratete Hillary seine ehemalige Kletterpartnerin Louise Rose. Mit ihr bekam er drei Kinder. In den 50er und 60er Jahren unternahm Hillary weitere Expeditionen in den Himalaya und zum Südpol. Der letzte Akt seiner Bergsteigerkarriere war die Erstbesteigung des Troglodyte Peak (1.810 m) mit Sohn Peter im Jahr 1974. Im darauffolgenden Jahr kamen Hillarys Frau und seine jüngste Tochter bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Gemeinsam mit Neil Armstrong flog Hillary 1985 in einer zweimotorigen Twin Otter zum Nordpol. Er war somit der erste Mensch, der sowohl am nördlichsten und südlichsten, als auch am höchsten Punkt der Erde war. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen; sogar ein Asteroid wurde nach ihm benannt (3130 Hillary).1989 heiratete Hillary ein zweites Mal. Mit seiner Frau June Mulgrew verbrachte er den Rest seines Lebens. Am 11.01.2008 starb der berühmte Bergsteiger an einem Herzinfarkt. Seine Asche wurde nach der Trauerfeier im Hafen von Auckland verstreut.

Maori-Legende:
Von Nebel, Licht und Einsamkeit – Uenuku, der Gott des Regenbogens

Der Jäger Uenuku folgte bei Tagesanbruch den morgendlichen Nebelschwaden durch den dicht bewachsenen Wald, bis er schließlich an einen mystischen See gelangte. Am silbrig glänzenden  Ufer  stehend, erblickte er im scheinbar undurchdringlichen Dunst zwei wundersame Gestalten, die wie in  Wolken gehüllt durch das klare Wasser glitten.
Uenuku erkannte in den Badenden zwei wunderschöne Frauen. Es waren Hine, die Frau des Nebels, und ihre Schwester, die Frau des dunstigen Regens.
Fasziniert von deren Anmut fragte Uenuku sie nach ihren Namen. Er beteuerte Hine, die über den Nebel herrscht, niemals eine so schöne Frau wie sie  erblickt  zu  haben, und bat sie, ihm in die Welt des Lichts zu folgen. Hine erwiderte zunächst, dass sie dem Himmel entstamme und diesen sobald die Nacht zu Ende sei stets aufsuchen müsse, um der Helligkeit des Tages zu entkommen.
Ihren Warnungen, dass er darüber schon bald sehr traurig sein würde, schenkte Uenuku keine Bedeutung. Ihren eigenen Befürchtungen zum Trotz, entschloss  sich  auch Hine ihr Leben mit Uenuku zu teilen. Fortan verbrachte sie die Nächte mit ihrem Mann und kehrte jeden Morgen mit ihrer Schwester fernab der Erde zurück in den Schutz der Wolken.
Es dauerte nicht lange, da wurden Uenuku doch die Tage einsam und er verbrachte sie in Sehnsucht nach seiner Frau.
Schon bald versuchte er daher Hines Fortgehen zu verhindern und dunkelte die Schlafstätte ab, damit sie nicht merken sollte, wenn die Nacht vorüber   war.
Schon davon hingerissen, den Rufen ihrer Schwester zu folgen, ließ sich Hine doch vorerst von Uenuku überzeugen, dass es noch nicht an der Zeit sei, aufzubrechen. Doch irritiert vom Klang der singenden Vögel, trat Hine wenig später dennoch an die Tür und öffnete sie. Vom Sonnenlicht erhellt ließ ihr Anblick die Menschen vor Bewunderung erstaunen und Uenukus Freude darüber ward groß. Hine aber musste sich in Schmerz ergießen und begann in tiefer Trauer ein Lied zu singen, das ihr Leid beklagte. So geschah es, dass vom klaren blauen Himmel eine einzelne Wolke hinabwehte und Hine so umschloss, dass ihr Körper fast gänzlich verschwunden war.
Ihr Lied verstummte, als sie wie in Dunst eingehüllt in den Himmel aufstieg und sich im Glanz der Sonne aufzulösen schien.
Von Hine zurückgelassen wartete Uenuku für den Rest seines Lebens in jeder Nacht hoffnungsvoll auf seine Frau, doch diese kehrte nicht zurück. So sollte Uenuku nie erfahren, was mit ihr geschehen war, und starb darüber nach vielen Jahren alt, enttäuscht und einsam. Ihm zum Trost hoben die Götter seinen Körper in den Himmel empor, wo Uenuku bis zum heutigen Tage als Regenbogen bunt erstrahlt.

Tongariro National Park (NZ810)

Im Norden von Manawatu-Wanganui erstreckt sich auf 795,98 km² der Tongariro National Park. 1887 gegründet, ist er der älteste Neuseelands. Drei aktive Vulkane, heiße Quellen, türkisfarbene Seen, Wasserfälle und endemische Tierarten sind hier zu Hause. Auch Hobbits sah man schon durch den Nationalpark stapfen. Die UNESCO erklärte den Park zum Weltnatur- und Weltkulturerbe.
Im Winter ein Ski- und Snowboardparadies, bietet der Nationalpark im Sommer zahlreiche ein- und mehrtägige Wanderungen und Mountainbike-Touren an, wie den bekannten Great Walk Northern Circuit. Bergsteiger, Rafting-Fans und Angelfreunde finden ebenfalls ausreichend  Beschäftigung.
Besonders spektakuläre Ausblicke bekommt man bei Rundflügen über den Nationalpark. 13 Hütten und drei Zeltplätze im Nationalpark, sowie Unterkünfte in Turangi, Ohakune und Raetihi komplettieren das Freizeitangebot. Luxuriöser geht es im Bayview Chateau Tongariro zu.

Flora und Fauna

Nährstoffarmer Bimsstein und Vulkanausbrüche machen es der Vegetation nicht gerade leicht. Umso wertvoller ist der Regenwald mit Steineibengewächsen, Farnen, Orchideen und Pilzen im Norden und Westen des Parks, der den widrigen Bedingungen bis in 1.000 m Höhe trotzt. Zwischen dem Geröll in den höheren Abschnitten können sich vereinzelt Gräser, Steinbeerenarten und Schneesteineiben halten. In die rauen Lagen über 2.200 m trauen sich nur noch Flechten.
Die Stimmen von 56 Vogelarten, darunter endemische Arten wie Saumschnabelente und Nördlicher Streifenkiwi, schallen durch den Park. Wenn es dämmert, kann man zwei endemische Fledermausarten beobachten. In den Flüssen tummeln sich Regenbogenforellen und Scharen von Insekten surren durch die Lüfte.

Die drei heiligen Vulkane der Maori

Die Vulkane Mt. Ruapehu, Mt. Tongariro und Mt. Ngauruhoe sind Teil des Volcanic Plateau und  die höchsten Gipfel auf der Nordinsel. Für die Maori haben sie spirituelle Bedeutung.
Laut einer Legende kletterten der Hohepriester Ngatoroirangi und sein Sklave Ngauruhoe auf den Tongariro und erfroren dabei fast in einem Schneesturm. Mit letzter Kraft bat der Priester seine beiden Schwestern, ihm das heilige Feuer zu schicken, das sie aus Hawaiki, dem Heimatland der Maori, mitgebracht hatten. Die Schwestern taten wie er sagte und schickten zwei Geister, die von da an den Pazifischen Feuerring bildeten. Ngatoroirangi überlebte, für seinen Sklaven war es schon zu spät.

Mount Ruapehu

Mächtige 2.797 m reckt sich der Vulkankegel in die Höhe. Auf der gesamten Nordinsel gibt es keine größere Erhebung.
Mit durchgehend schneebedecktem Gipfel und acht Gletschern ist der Vulkan Neuseelands größtes und bestentwickeltes Skigebiet. Sessellifte lassen den Aufstieg unvergesslich werden, bieten sie doch ein einmaliges Panorama des Zentrums der Nordinsel. Der Schnee- und Eisgürtel macht den für die Maori heiligen Crater Lake zu einer echten Seltenheit.
Wie Mt. Tongariro ist der Vulkan noch aktiv. Seit 1945 wurden über 60 Eruptionen aufgezeichnet, die letzte war 2007. Den Bergsteiger Edmund Hillary prägte der Aufstieg zum Gipfel sein ganzes Leben.

Mount Tongariro

Mt.Tongariro ist vielmehr ein Vulkanmassiv, als ein einzelner Vulkan, und älter als die letzte Eiszeit. Zahlreiche Krater liegen verstreut im Tongariro-Komplex. An vielen Stellen treten Gase aus.
Drei der Kraterseen sind so türkis, dass sie den Namen Emerald Lakes (Smaragd-Seen) bekommen haben. Der Northern Circuit, sowie einer der weltweit schönsten Wanderwege, der Tongariro Crossing (19,4 km), führen an ihnen vorbei.
Die höchste Erhebung des Vulkanmassivs ist 1.978 m hoch. 2012 brach der Vulkan nach 115 Jahren Pause gleich zweimal aus und gilt seitdem wieder als aktiv.

Mount Ngauruhoe

Der jüngste der drei Vulkane ist auch der aktivste. Im 20. Jh. spuckte der Krater 45 Mal Rauch und Lava, zuletzt 1975. Seitdem begnügt er sich mit gelegentlichem Rauchen.
Mt. Ngauruhoe (2.291 m) gehört eigentlich zum Tongariro-Massiv, wird aber meist als eigenständig angesehen. Seine klassische Kegelform machte ihn als Schicksalsberg in „Der Herr der Ringe“ weltweit berühmt.
Wer große Touren und unwegiges Gelände scheut, kommt auf dem Taranaki Falls Walking Track an einige großartige Ansichten des Filmstars.

Desert Road

Im Osten des Tongariro National Park liegt die Rangipo-Wüste, so gut wie unfruchtbar, aber trotzdem malerisch. Zahlreiche Flüsse entspringen in dieser Region und formen  eigenwillige Täler.  Durch  diese  Einöde führt der SH 1, in diesem Teil auch Desert Road genannt. Auf 52 km Länge kann man die drei Vulkane des Nationalparks aus allen möglichen Perspektiven fotografieren. Vorsicht ist im Winter geboten; aufgrund von zu viel Schnee wird die Straße schon mal gesperrt.

Sicherheitshinweise

In der Nähe von drei aktiven Vulkanen kommt schon mal ein mulmiges Gefühl auf. Sollte es auch, denn trotz aller Schönheit lauert immer die Gefahr eines Ausbruchs. Spezielle Messeinrichtungen überwachen aber jeden Mucks der Vulkane und geben so ein Gefühl von Sicherheit.
Informieren Sie sich im Visitor Centre in Whakapapa über die Vulkanaktivitäten und über den Zustand der Wanderwege gleich mit. Das Wetter kann sich in dieser Region schnell ändern, man sollte auf alles gefasst sein. Für die Übernachtungen in einer der Huts muss im Visitor Centre ein Formular ausgefüllt  werden.

Whanganui National Park (NZ857)

Im Westen von Manawatu-Wanganui schlängelt sich der Whanganui River durch ein 724 km² großes Waldgebiet, das 1986 zum Whanganui National Park deklariert wurde. Der Whanganui selbst ist davon ausgenommen, gehört aber als Lebensraum für seltene Tiere und als beliebter Parkerkundungsweg trotzdem irgendwie dazu. Einer der Great Walks, die Whanganui Journey (145 km), führt direkt auf ihm entlang – wobei der „Walk“ per Boot eigentlich „Cruise“ heißen müsste.
Anreisen kann man aus umliegenden Städten mit Shuttles, dem Auto und Bussen. Das von der Whanganui River Road aus erreichbare Pipiriki ist Haupteintrittstor.
Viele verschieden lange Wanderungen führen quer durch die einzigartige Vegetation und vorbei an heiligen Maoristätten. Auf Kajak-Safari können Sie das spiegelglatte Wasser, aber auch Stromschnellen live erleben. Besorgen Sie sich hierfür aus dem Buchhandel unbedingt den „Guide to the Whanganui River“. Jagen und Fischen sind ebenfalls möglich. In Hütten und auf Campingplätzen können Sie eine erholsame Nacht genießen.

Bridge  to Nowhere

Einst für europäische Siedler gebaut, steht die Brücke mutterseelenallein im Wald. Die Siedler hatten sich nicht weiter  ausgebreitet  und die Stelle  verlassen.
Heute ist die Brücke das beliebteste Ausflugsziel im Park. Ein gleichnamiger Walk (3 km) führt vom Mangapurua Landing hin. Auch auf einem 2-Tages-Trip von der Whakahoro Hut ist die Brücke zu erreichen.

Flora und Fauna

Steineibengewächse und subtropische Laubbäume bilden einen fast durchgängigen Regenwald. Ein echter Hingucker in diesem Blättergewirr sind die Baumfarne, manche von ihnen werden bis zu 10 m hoch. Auf den trockeneren Bergrücken haben sich Herbstorchideen, Schwarzbuchen und Sträucher angesiedelt. Die steilen Ufer des Whanganui bieten einen perfekten Lebensraum für Fuchsien, Hutu-Bäume und die seltenen asternartigen Brachyglottis turneri.
Waldpapageien, Gelbhaubensittiche und viele andere Singvogelarten flattern durch die Baumwipfel. Mit etwas Glück kann man auf dem Whanganui River auch die seltene Saumschnabelente (auch: Whio; Blue Duck) beobachten. Sollten Sie im Park übernachten, achten Sie auf den Ruf des Nördlichen Streifenkiwis und die Fledermäuse. Der Fluss selbst ist mit 18 Fischarten bestückt, darunter Aale, Flundern und Forellen.

Wichtige Hinweise

Wollen Sie den Park vom Boot aus erkunden, ist eine Schwimmweste natürlich Pflicht, genauso wie Wechselsachen und wasserdichte Gepäckboxen. Sonnenschutz, warme Jacken, Kopfbedeckung und ein Erste-Hilfe-Kasten sind – auch zu Fuß – ebenfalls hilfreich.
Sollten Sie in der Maori-Gemeinde Tieke Kainga übernachten, halten Sie sich bitte an die gängige Etikette (tikanga). Auf dem Areal gilt zudem absolutes Alkoholverbot.

Wanganui (Stadt)

Wanganui liegt im gleichnamigen Distrikt direkt an der South Taranaki Bight und ist mit 39.200 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Manawatu-Wanganui. Das wohl auffälligste Merkmal ist der Whanganui River (mit extra „h“), der die Stadt auf ganzer Länge durchfließt. Sie wurde 1840 von der New Zealand Company gegründet, vorher lebten jedoch bereits Maori an dieser Stelle. Der daraus resultierende Konflikt zwischen Ureinwohnern und Europäern dauerte acht Jahre und glimmt noch heute ab und zu in den Moutoa Gardens auf. Durch den 4 km entfernten Wanganui Airport, den SH 3 und den SH 4 und ein Busunternehmen ist Wanganui mit der Außenwelt verbunden.
Den Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne kann man in den zahlreichen Museen und Kunstgalerien nachvollziehen. Bei einer Fahrt auf dem Whanganui mit einem liebevoll restaurierten Schaufelraddampfer kommt Kolonialzeitfeeling auf. Lohnenswert ist auch der Aufstieg auf den Memorial Tower, um die Stadt von oben zu sehen. Höher hinaus kommen Sie nur noch mit einem Rundflug.
Müde vom Entdecken kann man in einem der Parks entspannen. Oder probieren Sie den angeblich besten Kaffee der Stadt im Cracked Pepper (21 Victoria Ave). Ein Muss ist der River Traders Market. Er bietet lokale Produkte in einzigartigem Ambiente. Wasserratten kommen im Splash Centre (Springvale Park, London St) auf ihre Kosten. Wer es natürlicher mag, ist am 6 km entfernten Castlecliff Beach gut aufgehoben.
Wanganuis i-SITE finden Sie in 31 Taupo Quai.

Victoria Avenue

Lust auf einen Einkaufsbummel? Wanganuis Hauptstraße bietet vom Rasenmäher bis zum Döner alles, was man braucht.
Dampfende Füße können im Queens Park am südlichen Ende der Victoria Avenue ausdünsten. Oder verfolgen Sie ein Cricketspiel im Victoria Park am nördlichen Ende der Hauptstraße.

Whanganui Regional Museum

Ob Krabbeltiere oder Maorikunst, das Whanganui Regional Museum (Queens Park Memorial, Watt St) bietet Interessantes für jeden Geschmack. Die Hauptattraktion ist das Kriegskanu Te-Mata-O-Hoturoa. Es wurde 1810 aus einem Totara-Baum geschnitzt und 1924 dem Museum geschenkt. Neben Dauerausstellungen zu heimischen Vögeln und Insekten, Kunstgegenständen und Maori-Porträts des berühmten Künstlers Gottfried Lindauer gibt es auch wechselnde Ausstellungen.

Sarjeant Gallery

Über 5.500 Kunstwerke kann man in der Sarjeant Gallery (38 Taupo Quay) bewundern. Das kreuzförmige Gebäude im Queens Park beheimatet Exponate vom 16. bis zum 21. Jh., darunter Keramik, Skulpturen und sogar Glas vom alljährlich stattfindenden Wanganui Festival of Glass.

Moutoa Gardens

Direkt in der Flusskrümmung neben dem Queens Park liegen die Moutoa Gardens. Auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär, werden sie alle paar Jahre von wütenden Maori besetzt. Regelmäßig köpfen sie die dort stehenden Statuen der Kolonisatoren, weil nach über 150 Jahren die Landbesitzverhältnisse noch immer nicht geklärt sind.

Whanganui Arts @ the Centre

Ganz in der Nähe der Moutoa Gardens befindet sich das Whanganui Arts @ the Centre (19 Taupo Quay), das vor allem die Arbeiten lokaler Künstler zeigt. Neben zwei Galerien undwechselnden Ausstellungen sind auch diverse Workshops im Angebot.

Chronicle Glass Studio

Wer schon immer mal Vasen blasen wollte, ist im Chronicle Glass Studio (2 Rutland St) bestens aufgehoben. Hier lernen Sie die Glasbläserkunst und können Briefbeschwerer herstellen. Oder einfach nur den Profis über die Schulter schauen und besonders schöne Glaskunst in der Galerie bewundern.

Memorial Tower

Am südlichen Ufer des Whanganui River schwingt sich Durie Hill in die Höhe. Auf diesem Hügel, 65 m über der Stadt, thront der Memorial Tower (33,5 m). Hat man die 176 Stufen gemeistert, kann man Wanganui von oben bewundern. Bei klarer Sicht auch Mount Taranaki und Mount Ruapehu.

Mit dem Whanganui River ins Landesinnere

Unterwegs auf dem Whanganui River

Der Whanganui ist Neuseelands längster befahrbarer Fluss. Er entspringt im Tongariro National Park und mündet nach 290 km durch tiefe Täler und Regenwald in die Tasmansee. Für die Besiedelung Neuseelands spielte der Whanganui eine wichtige Rolle. Auf ihm waren Handel und Reisen durch die gesamte Manawatu-Wanganui-Region möglich.
1831 stachen die ersten Europäer ihre Paddel in den Fluss. Ca. 60 Jahre später tuckerten regelmäßig Dampfschiffe flussauf- und flussabwärts, eines davon war die heute wiederbelebte „PS Waimarie“.
Neben Süßwasseraalen und Neunaugen bietet der Fluss 200 Stromschnellen, aber auch idyllischere Abschnitte. Mit dem Kanu kann man 200 km des Flusses befahren; unterwegs warten Campingplätze und Hütten. Unique Whanganui River Experience Ltd. bietet Touren rund um den Whanganui und fahrbare sowie schwimmfähige Untersätze an.

PS Waimarie

Mit dem letzten übriggebliebenen Whanganui-Schaufelraddampfer können Sie zwei Stunden lang auf dem Fluss rumschippern. Die „PS Waimarie“ wurde einst 1900 von England nach Neuseeland gebracht und leistete Dienst bis zu ihrem Untergang 1952. Nach 41 Jahren unter Wasser wurde der Schaufelraddampfer geborgen und restauriert. Anlegeplatz ist das Whanganui Riverboat Centre (1A Taupo Quay). Dort können Sie auch ein Museum für Binnenschifffahrt besuchen.

Whanganui River Road

Wasserscheue können den Whanganui auch auf dem Trockenen erkunden. Auf dem SH 4 von Wanganui aus etwa 7 km nach Norden, gelangt man zur Whanganui River Road, die die folgenden 79 km jede Flussbiegung bis Pipiriki mitmacht. Unterwegs kann man an den Aussichtspunkten Operiki Pa (nach 46 km) und Moutoa Island (nach 60 km) Halt machen. Etwa 13 km vor Pipiriki befindet sich Jerusalem, ehemals Maori-Stadt, in der 1854 eine römisch-katholische Mission gegründet wurde. 1970 ließ sich der berühmte neuseeländische Poet James K. Baxter bis zu seinem Tod in der Stadt nieder.

Die Achse Wanganui-Manawatu

Auf dem SH 3 von Wanganui aus in südöstliche Richtung fährt man etwa 70 km nach Palmerston North. Aber nicht nur das Ziel ist interessant, sondern auch der Weg dahin hat viel zu bieten.

St. Pauls Memorial Church

Eben den Whanganui River überquert, findet man sich schon in Putiki wieder, dort steht die St. Pauls Memorial Church (20 Anaua St). Der Innenraum der unscheinbaren Kirche ist mit prächtigen Maori-Schnitzereien ausgekleidet. Besucher können sich in der i-SITE Wanganuis (31 Taupo Quay) den Schlüssel zur Kirche leihen oder zur Sonntagsmesse kommen.

Ratana

Mit 500 Einwohnern eher unbedeutend, ist das Örtchen trotzdem landesweit bekannt. Es ist Hauptsitz der gleichnamigen politisch-religiösen Bewegung, Anfang des 20. Jahrhunderts initiiert  von T.W.„Bill“ Ratana, Prediger mit Maori-Wurzeln.

Bulls

Diese 1.755 Einwohner zählende Gemeinde ist so stolz auf ihren Namen, dass er sich in allen möglichen Einrichtungen wiederfindet, so z.B. in der Krankenstation Cure-a-bull.

Rangitikei River

Kurz hinter Bulls überquert der SH 1 den Unterlauf des Rangitikei River. In diesem Bereich eher ruhig, ist der 185 km lange Fluss vor allem für sein Wildwasser im Oberlauf bekannt.
Dieser Fluss lässt keine Wünsche offen. Seine Bandbreite reicht vom einfachen Badespaß und familienfreundlichen Kajaktouren bei Mangaweka bis hin zum Rafting bei River Valley und Bungee-Jumping im Mokai Gravity Canyon.

Mount Stewart Centennial Memorial Reserve

Das auf einem Hügel gelegene Denkmal wurde 1940 zu Ehren der ersten europäischen Siedler errichtet. Es befindet sich direkt an der Kreuzung von Mt. Stewart Halcombe Road und SH 3.
Von dem weißen ellipsenförmigen Denkmal aus kann man gut das Farmland der Umgebung überblicken.

Palmerston North

Als Hauptstadt der Region Manawatu-Wanganui ist sie gleichzeitig landwirtschaftliches Zentrum von Manawatu, Verkehrsdrehkreuz und achtgrößte Stadt (82.400 Einwohner) Neuseelands. Trotzdem finden nur wenige Touristen den Weg nach „Palmy“, wie sie von den Einheimischen liebevoll genannt wird. Den offiziellen Namen bekam die Stadt bei der Gründung (1866) zu Ehren des britischen Premierministers Viscount Palmerston. Da es bei der Briefzustellung jedoch oft zu Verwechslungen mit Palmerston auf der Südinsel kam, fügte man 1871 kurzerhand„North“ hinzu.
Palmerston North ist immer in Bewegung. Das liegt zum einen am Manawatu River, der unermüdlich durch die Stadt fließt, zum anderen an den vielen Wissenseinrichtungen, die Scharen von Studenten und Wissenschaftlern anlocken. Dementsprechend lebendig ist das Nacht- und Kulturleben in den vielen Bars, Theatern und Museen. Der mit Festivals, Sportveranstaltungen und Ausstellungen vollgestopfte Eventkalender sorgt zudem ganzjährig für abwechslungsreiche Unterhaltung.
Anteil am ständigen Kommen und Gehen hat auch der Palmerston North Airport im Norden der Stadt. Ruhepole bilden kleinere und größere Parks. Mit der extra entwickelten My parks-App ist es ein Kinderspiel, den Wald vor lauter Bäumen zu finden.
Auch die Kleinen kommen nicht zu kurz. Zahlreiche Spielplätze, das Lido Aquatic Centre und Wissenschaft zum Anfassen powern so richtig aus.

The Square

Der rechteckige Park (7 ha) ist das Herz der Stadt, nicht nur geografisch. Auf dem kurzgeschorenen Rasen teilen Einheimische ihr Brot mit Enten, während sie die hastig voranschreitenden Zeiger des Clock Tower verfolgen. In der Mitte des Parks finden Sie die i-SITE von Palmerston North, am nördlichen Ende einen Busbahnhof mit Verbindungen nach Auckland, Wellington und anderen größeren Städten.

The Plaza

Es ist das größte Shoppingcenter (84 The Square) in ganz Manawatu-Wanganui, wenn Sie hier nicht finden, was Sie suchen, dann nirgends.

Te Manawa

Passen Geschichte, Kunst und Wissenschaft zusammen? Das Te Manawa (369 Main St) macht es möglich. Museum, interaktives Wissenschaftszentrum und Kunstgalerie in einem, bietet es Interessantes für Groß und Klein.

New Zealand Rugby Museum

Im selben Komplex wie Te Manawa befindet sich ein Museum für Neuseelands Nationalsport (326 Main St). Tauchen Sie ein in die Geschichte rund um den ovalen Ball. Wem nur gucken nicht reicht, der kann seine Rugbyfähigkeiten in der Have a go-Halle unter Beweis stellen.

Victoria Esplanade

Der Park am Ufer des Manawatu River ist der große Bruder von The Square – mehr Platz, mehr Bäume, mehr Enten. Ob rosa Kirschblüten im Frühjahr oder duftende Rosen im Sommer, ein Besuch lohnt sich immer! Mit Spielplatz, Mini-Eisenbahn, Vogelvoliere, Rosengarten und Bildungszentrum wird es garantiert nicht langweilig.

Lido Aquatic Centre

Macht das Wetter Miesepeterlaune, dann gehen Sie doch ins Lido Aquatic Centre (Park Rd, West End). Es warten zahlreiche Rutschen, eine Sauna, ein Spa-Bereich, ein Dampfbad und ein Fitnessbereich. Und sollte der blaue Himmel wieder zwischen den Wolken hervorblitzen, können Sie in den Außenpools die Sonnenstrahlen genießen.

Centrepoint Theatre

Erst Essen und dann Theater? Hier können Sie beides gleichzeitig! Seit mittlerweile über 40 Jahren lädt das Centrepoint Theatre (280 Church St) zu Vorstellungen aller Genres ein. Es gibt natürlich auch Shows ohne Essen.

Rund um Palmerston North

Feilding

Einen Katzensprung (20 km) von Palmerston North Richtung Nordosten liegt die 14-fach ausgezeichnete schönste Stadt Neuseelands. Blumenbeete, Jugendstilhäuser und Bürgersteige aus rotem Backstein zaubern eine einzigartige Atmosphäre. Es gibt übrigens keine einzige Ampel. Am südlichen Stadtrand befindet sich der Manfeild Autocourse. Mit der Feilding and District Steam Rail Society sind historische Dampflokfahrten möglich.

Stormy Point Lookout

Von Feilding auf dem SH 54 ca. 30 km gen Norden, finden Sie am Straßenrand eine kleine Holzplattform. Hier fühlen Sie sich fast wie in Arkadien. Auf den saftigen Hügeln zu Ihren Füßen blöken gemütlich Schafe, während sich im Hintergrund die mächtigen Berge Mt. Ruhapehu und Mt. Ngauruhoe emporheben. An klaren Tagen zeigt sich auch Mt. Taranaki.

Manawatu Scenic Route

Abseits der großen Straßen verläuft die 96 km lange Route von Ashhurst (nördlich von Palmerston North) nach Mangaweka – oder anders herum. Die Strecke führt vorbei an Badestellen (Geheimtipp: Ruahine Dress Circle Reserve), idyllischen Städtchen und verwunschenen Gärten. Unterwegs können Sie Kajak fahren, campen und reiten. Die genaue Route erfahren Sie in den i-SITEs der Region.

Manawatu Gorge

Nordöstlich von Palmerston North hat der Manawatu River eine wildromantische Schlucht zwischen Ruahine Range und Tararua Range gegraben. Maori messen diesem Ort eine große Bedeutung bei: Stirbt ein Mitglied des Rangitane-Stammes, soll der rote Fels im Zentrum der Schlucht seine Farbintensität ändern.
Manawatu Gorge Experience Jet (Napier Rd, SH 3, Woodville 4998) bietet Speedboat-Touren an. Parallel zur Schlucht verläuft der Manawatu Gorge Track über fünf Aussichtspunkte durch den Urwald.

Tokomaru Steam Engine Museum

20 km südlich von Palmerston North befindet sich das Museum mit Maschinen der Marken Colin und Esma Stevenson. Teilweise sind die Exponate über 100 Jahre alt. Die meisten davon sind auch noch einsatzfähig.

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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