Hawke's Bay

Hawke‘s Bay

Sonne, Früchte, guter Wein

Hawke‘s Bay bietet als eine der sonnigsten Regionen Neuseelands ihren Besuchern das volle Spektrum neuseeländischen Lebens. Neben schwer zugänglichen gebirgigen Landstrichen zählen sehr fruchtbares Farmland in Meeresnähe sowie zahlreiche Waldgebiete und (Surf-)Strände zum Landschaftsrepertoire.
Hawke's Bay

Hawke’s Bay erstreckt sich von der Mahia Peninsula im Nordosten über Cape Kidnappers noch etwa 100 km weiter die Küste hinab. Weithin bekannt ist Hawke‘s Bay für hervorragenden Wein, für den das milde, meist trockene Klima die besten Voraussetzungen schafft. Er wird rund um die beiden größten Städte Napier und Hastings großflächig angebaut.
Napier ist berühmt für seine bezaubernde Art déco Architektur und Hastings nennt sich aufgrund des umfangreichen Obstanbaus stolz „Obstschale Neuseelands“.
Mit ca. 160.000 Einwohnern auf einer Fläche von 14.111 km² hat die Region eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte. Die Maori-Kultur ist allgegenwärtig und deutlich sichtbar. Zahlreiche Maori vom Stamm der Tuhoe bewohnen den Norden Hawke’s Bays. Im Te Urewera National Park trotzen sie seit Jahrhunderten den überaus harten Bedingungen, die sie in der dortigen Wildnis vorfinden. Te Urewera selbst hat aber auch für Touristen einiges zu bieten: Neben ausgedehnten Wanderungen durch ursprüngliche Natur können Sie auf zahlreichen Seen Kajak fahren und fischen. Einen großen Teil der Grenze Hawke’s Bays bildet die Küste, rund die Hälfte davon nimmt die namensgebende Bucht Hawke’s Bay ein. Neben vielen schönen Stränden und einer artenreichen Unterwasserwelt ist vor allem die Vielzahl an Seevögeln eine echte Attraktion. Auf Cape Kidnappers brütet die größte festländische Tölpelkolonie der Welt. Hier können Sie den eleganten Vögeln ganz nahe kommen und sie beim Aufziehen ihrer Jungen beobachten.

Geschichte

Young Nick’s Head, ein Kap unweit der Stadt Gisborne, liegt nur etwa 30 km von der Hawke’s Bay entfernt und war das erste Stück Land, das von Captain James Cook auf seiner „HMS Endeavour“ im Jahr 1769 gesichtet wurde. Somit blickt nicht nur die Region Gisborne, sondern auch die Region Hawke’s Bay auf eine lange europäische Siedlungstradition zurück. 1858 wurde Hawke’s Bay als eigenständige neuseeländische Provinz gegründet.
Viel länger, nämlich nachweislich seit mindestens dem 13. Jh., wurde das Land bereits von Maori besiedelt. Im Zuge von Streitigkeiten, unter anderem um Land, kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Maori und europäischen Siedlern, von denen der East Cape War (April 1865 bis Oktober 1866) auch die Gegend der Hawke’s Bay betraf. Im Zuge des Konfliktes wurde durch die Kolonialregierung Land der Maori den Siedlern zugewiesen, was auf heftigen Widerstand bei den Ureinwohnern stieß.
Die Hauptstämme in der Region Hawke’s Bay sind die Ngati Kahungunu, der drittgrößte Maori-Stamm Neuseelands, und die Tuhoe, die das Inland um Te Urewera bewohnen.
Da es in Hawke’s Bay verhältnismäßig viele Maori gibt, trifft man sie im Alltag wohin man auch geht. Ihre Kultur ist hier auch aufgrund der Initiativen maoristämmiger Politiker sehr lebendig geblieben.

Der Nordosten

Mahia Peninsula

Als östlichster Punkt der Region bildet die Mahia Peninsula die Grenze zwischen der Poverty Bay und der Hawke’s Bay. Ihre Strände sind über eine Nebenstraße zu erreichen, die hinter dem Morere Hill nach rechts abgeht. Auf ihrer Südseite liegt ein schöner und beliebter Strand mit einem großen Campingplatz. Hier können Sie auch wunderbar tauchen. Im Gegensatz zu anderen Touristenorten ist die Halbinsel trotz ihrer Schönheit vergleichsweise ruhig.

Morere Hot Springs

Am SH 2, etwas im Landesinneren, liegt der Ort Morere, der als Hauptattraktion heiße Quellen, die Morere Hot Springs, zu bieten hat. Hier können Sie inmitten der Natur in heißen Quellen und kühlen Becken baden und entspannen. Die Nikau Pools sollen die besten sein: Sie sind in einem beeindruckenden Wald aus Nikau-Palmen gelegen. Auf dem Gelände kann man auch sehr schön übernachten.

Lake Tutira, Waikopiro und Oraka

Folgen Sie dem SH 2 nach Süden, kommen Sie ein gutes Stück (knapp 80 km) hinter der Stadt Wairoa über die Matahorua Gorge Bridge zum Lake Tutira und den beiden kleineren Seen Lake Waikopiro und Lake Orakai, die sehr nahe beieinander liegen.
Die Umgebung ist Vogelschutzgebiet und bietet einige schöne Wanderwege. Am Lake Tutira finden Sie idyllische Angelplätze.

Whitebay World of Lavender

Fährt man wenige Kilometer nördlich von Napier vom SH 2 auf den SH 5 Richtung Eskdale, gelangt man nach kurzer Fahrt zur Whitebay World of Lavender.
Dort gibt es riesige, leuchtend violette Lavendelfelder soweit das Auge reicht. Bevor er im Januar geerntet wird, sieht der Lavendel am schönsten aus.
Im Souvenirladen von Whitebay können Sie Lavendelseife kaufen und im Café gibt es Lavendeleis.

Te Urewera National Park (NZ832)

Abgelegen, rau und gewaltig: Te Urewera ist ebenso berühmt für seine wunderschönen Seen und Wälder wie auch für seine bewegte Geschichte.
Das Gebiet wurde zum Schutz seiner großen noch erhaltenen und unberührten Waldgebiete im Jahr 1954 unter den Status eines Nationalparks gestellt, der bis 2014 als größter Nationalpark der Nordinsel bestand. Seitdem gehört das Gebiet nicht länger der Krone, sondern besitzt einen Sonderstatus. Für Besucher hat das allerdings keine Konsequenzen. Der ehemalige Nationalpark bleibt weiterhin zugänglich und wird von einer Behörde verwaltet, an der die dort lebenden Tuhoe-Maori und die Krone beteiligt sind.
Der Norden von Hawke’s Bay wird vollständig von dem 2.127 km² großen Gebiet eingenommen, das von West über Nord nach Ost von der Grenze zur Region Bay of Plenty eingefasst ist. Die am nächsten gelegenen Städte sind Whakatane und Murupara auf dem Gebiet von Bay of Plenty, und Hawke’s Bays Küstenstädtchen Wairoa. Letzteres wird auch als Tor zum Nationalpark bezeichnet.
In dieser abgelegenen und sehr dünn besiedelten Region treffen Sie auf eine weitgehend unbeeinträchtigte, fast vollständig bewaldete Wildnis. Das Terrain ist durch Bergzüge geprägt; der höchste Gipfel ist der Manuoha (1.393 m). Zur landschaftlichen Vielfalt tragen zahlreiche Flüsse, darunter der Waiau River und der Whakatane River, sowie Seen und Wasserfälle bei. Große Teile des Areals sind ausgesprochen schwer zugänglich. Die Tierwelt profitiert von der Abgelegenheit: einige seltene Vogelarten, die aus anderen Teilen Neuseelands verschwunden oder stark gefährdet sind, fühlen sich hier sehr wohl.
Im südlichen Teil des Parks liegen der Lake Waikareiti, an dessen Ufer Sie der 6-stündige Ruapani Circuit Track führt und der Lake Waikaremoana, der auf dem Lake Waikaremoana Great Walk erkundet werden kann.
An der Ostspitze des Lake Waikaremoana finden Sie das Aniwaniwa Visitor Centre (Ecke SH 38/Aniwaniwa Rd). Hier beginnt auch eine Kurzwanderung zu den Aniwaniwa Falls.

Bevölkerung

Te Urewera – der Name ist geprägt durch eine reiche Geschichte des Maori-Widerstandes.
Auch diesem Widerstand ist es zu verdanken, dass das Gebiet die Jahrhunderte so unbeschadet von Eingriffen des Menschen überstanden hat.
Die hier seit vielen Jahrhunderten lebenden Tuhoe-Maori werden sehr poetisch als „Children of the Mist“ bezeichnet, denn ihre mythischen Wurzeln führen sie bis zur Nebelfee Hine-pūkohu-rangi zurück. Ihre Traditionen sind stark und tief verwurzelt mit dem Land, sie sind stolz auf ihre Identität.
Etwa 40 % der Tuhoe sprechen noch ihre ursprüngliche Sprache. Auf der ganzen Nordinsel sind etwa 40.000 Tuhoe beheimatet, viele davon leben im Te Urewera Stammesgebiet.

Flora und Fauna

Ein grüner Mantel gewebt aus einer interessanten Flora – so präsentiert sich die Vegetation von Te Urewera. Es gibt mehr als 650 Arten einheimischer Pflanzen im Nationalpark. Der Wald besteht im Süden vorwiegend aus Buchen und im Norden aus einer Mischung von Rimu-Harzeiben und Tawa-Bäumen. Die Vegetation war und ist ständigen Veränderungen ausgesetzt. In der Vergangenheit haben Vulkanaktivität, Stürme und Feuer ihre Spuren hinterlassen.Lake Waikaremoana
Eingeführte Tiere wie z.B. Rehe verändern die Flora signifikant, sodass vermehrt Jagd auf sie gemacht werden muss. In Te Urewera ist zudem eine umfassende Anzahl einheimischer Vogelarten beheimatet, beispielsweise die bedrohten Arten Kiwi, Kokako und Kaka.

Lake Waikaremoana

Lake Waikaremoana („Lake of the rippling waters“) ist ein absoluter Höhepunkt Te Ureweras. Er entstand vor 2.200 Jahren als Folge eines massiven Erdrutsches. Der wunderschöne See, dessen Spiegeloberfläche an windstillen Tagen nur gelegentlich durch jagende Wasservögel gekräuselt wird, lädt zum Wandern und Kajak fahren ein.
Mit dem Lake Waikaremoana Track führt einer der Great Walks Neuseelands auf 46 km rund um den See, daneben gibt es viele weitere Wanderstrecken.
Fünf DOC Huts bieten Übernachtungsmöglichkeiten. Es werden u.a. von Maori geführte Wanderungen angeboten.

Onepoto Caves

Die Onepoto Caves sind infolge desselben Erdrutsches wie Lake Waikaremoana entstanden. Sie können über eine 2-stündige Wanderung erreicht werden. Startpunkt ist an einem Aussichtspunkt am SH 38, 10 km südlich vom Aniwaniwa Visitor Centre (Ecke SH 38/Aniwaniwa Rd).
Die Höhlen sind sehr verschieden, manche sind klein, andere wiederum tunnelförmig. Einige sind bis zu 20 m lang und haben mehrere Eingänge.
Für die Höhlenwanderung benötigen Sie unbedingt eine Taschenlampe (!). Geben Sie außerdem Acht auf rutschige Steine.

Sicherheitshinweise

Das Gelände des Nationalparks ist großteils unwegsam und abseits der Straßen schwer zugänglich. Planen Sie daher Ihre Ausflüge überlegt und versorgen Sie sich mit den notwendigen Informationen.
Achtung: Die Temperaturen in diesem Gebiet können auch im Sommer plötzlich massiv abfallen!

Maori-Legende: Maui und der große Fisch
– Wie die Welt des Meergottes zur Welt der Menschen  wurde

Was die Welt um ein neues Land bereichern sollte, fing als gewöhnlicher Angelausflug an. Da Maui von seinen Brüdern nie zum Angeln mitgenommen wurde, versteckte er sich eines Tages noch vor Sonnenaufgang unter den Bodenplanken ihres Kanus. Als seine Brüder auf das Wasser hinauspaddelten, bemerkten sie den blinden Passagier nicht, und erst nachdem kein Land mehr in Sicht war, kam Maui schelmisch aus seinem Versteck heraus. Seine Brüder wollten die Mühe nicht auf sich nehmen, ihn zurück an Land zu bringen, doch behielten sie ihn im Auge, damit er keinen Unfug trieb. Schließlich bemerkten sie, dass Maui etwas an sein Ohr hielt, als lausche er dem Gegenstand. Sie wollten wissen, was er da hatte, und Maui erklärte, es sei ein magischer Angelhaken aus dem Knochen seiner Großmutter. Die Brüder blieben skeptisch, und das  auch, als Maui einen geeigneten Angelplatz gefunden zu haben schien.
Entgegen ihrer Erwartungen machten sie aber sogar einen besonders guten Fang, sodass das Kanu von den Schuppen der Fische nur so schimmerte.
Jetzt wollte endlich auch Maui sein Glück versuchen, doch seine Brüder verweigerten ihm den Köder. Also schlug er  sich  selbst auf die Nase und benetzte seinen Haken mit dem eigenen Blut. Zuversichtlich warf er den Angelknochen ins Wasser, der tiefer und tiefer sank, bis er etwas zu  fassen bekam: Ein Haus auf dem Meeresgrund. Es gehörte Tonganui, dem Sohn des Meeresgottes. Maui spürte wie sich die Schnur in seinen Händen spannte und packte mit beiden Händen fest zu. Er stemmte die Beine in das Kanu und zog, wobei das Boot sich gefährlich neigte. Dann schließlich riss Maui mit einem kräftigen Ruck an der Schnur, doch statt nur das Haus hochzuziehen, löste sich eine gewaltige Landmasse vom Meeresboden  ab.
Um die schwere Last emporzubringen, sang Maui ein magisches Lied, das das Gewicht des Fangs verminderte, und langsam  näherte sich unter dem Kanu ein riesiger Schatten der Wasseroberfläche. Plötzlich aber schoss die Masse aus dem Wasser hervor und beschwor mächtige Wellen dabei herauf, die das Kanu fast zum Kentern brachten.
Als das Wasser sich langsam wieder beruhigte, begutachteten die Brüder den Fang. Es war ein kolossaler Fisch. Auf seiner glatten Oberfläche sahen sie Häuser, Rauch stieg von Feuern auf und Vögel zwitscherten umher. Die Brüder stießen anerkennende Pfiffe aus und gratulierten Maui, doch der zeigte sich besorgt: Er erkannte, dass er den Meeresgott Tangaroa bestohlen hatte, und seine Brüder sollten hier auf ihn warten, während er sich aufmachen wollte, um Frieden mit der Gottheit zu  schließen.
Doch die Brüder wurden ungeduldig und stritten darum, wem welcher Teil des Fanges zustand. Kurzerhand sprangen sie auf den Fisch und fingen an, ihn mit ihren Waffen zu zerteilen. Davon erwachte nun der Fisch und bemerkte die ungeladenen Gäste. Vor Schmerz tobte das Wesen und warf sich im Wasser herum, Wellen schäumten in alle Richtungen, die Masse erbebte und schließlich brach die glatte Oberfläche des Fisches auf, wodurch die Berge und Täler entstanden, die später so viele Bewunderer finden sollten.
Als Maui zurückkehrte, war es zu spät. Der Fisch war tot; seine Oberfläche rau und uneben, und das Wandern auf ihr sollte für allezeit eine körperliche Herausforderung sein. Doch aus den Trümmern der einstigen Wohnstätte des Meeresgottes war ein neues Land geboren. Es wurde Te Ika-a-Maui genannt, Mauis  Fisch.

Napier, Hastings und Havelock North

Zwei Städte liegen in der Südkurve der Hawke’s Bay nebeneinander. Napier und Hastings, mit 55.000 bzw. 67.000 Einwohnern, sind nur 20 km voneinander entfernt. Trotzdem hat jede nicht nur ihre eigene Verwaltung, sondern auch eine eigene Zeitung und einen eigenen Radiosender. Das mag darin begründet sein, dass die Städte recht verschieden sind. Während Napier als Hauptstadt des Art déco gilt und vorwiegend vom Tourismus lebt, blüht Hastings aufgrund des florierenden Obstanbaus. Die Gegend wurde seit dem 13. Jahrhundert besiedelt.
Nahe Hastings liegt Havelock North, genannt „The Village“. Hier kann man nicht nur Gleitschirm fliegen, sondern auch einen schlafenden Riesen sehen.
Als Captain Cook 1769 das Land erblickte, kontrollierte der Stamm Ngati Kahungunu die Küste bis Wellington. Um 1830 errichteten Walfänger eine Handelsbasis. Auch heute werden vor der Küste Hawke’s Bays immer wieder Wale gesichtet.

Napier

Die Stadt Napier wurde 1854 geplant und nach dem britischen General und lokalen Verwalter Charles Napier benannt. Historisch bedeutsam auch für die heutige Architektur der Städte war das große Erdbeben am 3. Februar 1931. Mit 7.9 Punkten auf der Richterskala hatte es eine gewaltige Zerstörungskraft, der nicht nur viele Menschenleben, sondern auch fast alle Gebäude zum Opfer fielen. Nach dem Beben machten aufkommende Feuer die Zerstörung komplett.
In all dem Chaos lag aber auch etwas Gutes: Im Zuge der rasch erfolgenden Wiederaufbaumaßnahmen wurde die Innenstadt Napiers nicht nur erbebensicher gemacht, sondern auch nahezu vollständig im Stil des Art déco wiedererrichtet. So bekam Napier durch das Erdbeben die Chance, sich selbst neu zu erfinden. Die Stadt stieg aus der Asche empor und zeigt uns heute ihre hübschen Art déco Fassaden.

Art déco in Napier

Napiers Innenstadt ist für ihre Art déco Gebäude weltweit bekannt. 1985 wurde der gemeinnützige Art Déco Trust gegründet, dessen Heim das Déco Centre (163 Tennyson St.) ist. Der Trust setzt sich nicht nur für den Erhalt der einmaligen Architektur ein, sondern bietet auch zahlreiche Veranstaltungen und Führungen an. Jedes Jahr in der dritten Februarwoche findet das Tremains Art déco Weekend statt: Ganz Napier taucht wieder in die 1930er Jahre ein. Nicht nur die Kleidung der alten Zeit wird hervorgeholt, auch Oldtimer rollen durch die Straßen, um die Einwohner zu Picknicks auf Weingütern und in Parkanlagen zu kutschieren.

Napier Hill

Über dem Stadtzentrum erhebt sich Napier Hill, der Gründungsort der Stadt. Ein Spaziergang dort lohnt sich, denn es sind viele schöne viktorianische und edwardianische Holzvillen zu sehen. Mit der Lighthouse Road windet sich eine malerische Straße den Bluff Hill, das nordöstliche Ende des Napier Hill, hinauf. Dort befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus Sie über die Stadt, den Hafen und die Bucht schauen können. Hier ist auch ein schöner Ort für ein Picknick.

Marine Parade

Auf der 2 km langen Uferstraße Marine Parade haben sich zwischen Skulpturen, Denkmälern, Gärten und Springbrunnen weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt aufgereiht. Ein beliebtes Fotomotiv ist die Statue von Pania: Einer lokalen Maori-Legende zufolge war sie ein Mädchen, das zum Meeresvolk gehörte, sich aber in einen jungen Mann an Land verliebte. Sie verließ das Meer und folgte ihrem Herzen. Das Seevolk jedoch rief immer wieder nach ihr und als sie eines Tages hinausschwamm, um ihre Verwandten zu sehen, wurde sie in die Tiefe gezogen.

Faraday Centre

Geschichte erleben – als Mitmachmuseum präsentiert sich das Faraday Centre (2 Faraday St) in Napier, das technologische Museum von Hawke’s Bay. Sie gehen als Entdecker auf eine Zeitreise und können lernen, wie sich die Technik in den letzten Jahrhunderten entwickelt und das Alltagsleben beeinflusst hat.

Hawke’s Bay Museum

Das Hawke’s Bay Museum (65 Marine Parade) zeigt interessierten Besuchern Maori-Kunst und -Kultur sowie Ausstellungsstücke zu Erdbeben und Wiederaufbau. Hier können Sie tief in die Geschichte der Region eintauchen.

National Aquarium of New Zealand

Ebenfalls auf der Marine Parade befindet sich in einem stachelrochenförmigen Gebäude das National Aquarium of New Zealand (546 Marine Parade). Nicht nur zahlreiche Meeresbewohner gleiten im „oceanarium“ über die Gäste hinweg, auch die Landtierabteilung hat mit Kiwis, Tuataras und Glühwürmchen einiges zu bieten.

Hawke’s Bay Express

Für alle, die es gerne komfortabel haben: Der Hawke’s Bay Express (86 Meeanee Rd) nimmt Sie mit auf eine stilvolle Reise durch die Geschichte Napiers und des Art déco. Wenn die Glocke klingelt und die Pfeife schrillt, werden Sie sich in eine Zeit versetzt fühlen, in der „1. Klasse“ für Swing-Musik, polierte Holzböden und schwere rote Vorhänge stand.
Der moderne Straßenzug fühlt sich ein bisschen an wie eine altmodische Dampflok und hat die romantische Atmosphäre der opulenten Art déco Zeit. Sie werden auf unterhaltsame Art zahlreiche Sehenswürdigkeiten sehen und viel über die Geschichte Napiers und der Region erfahren. Der Hawke’s Bay Express fährt von November bis April.

Waka Experience

Für einen Hauch von Abenteuer können Sie die Hawke’s Bay mit dem traditionellen polynesischen Segelboot, dem Waka, erkunden. Verschiedene Touren stehen zur Wahl und stets bieten sich bei dieser einzigartigen Kultur- und Segelerfahrung reichlich Gelegenheiten zum Fotografieren. Entweder genießen Sie ganz entspannt den Tag, lassen sich treiben und lauschen den Geschichten der Crew über seefahrende Polynesier, oder Sie helfen mit das Waka zu segeln. Die Waka Experience startet in Napier, 32 Waterside, West Quay.

HastingsGlockenturm Hastings

Wenige Kilometer südlich von Napier liegt Hastings, das ebenfalls einige architektonische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, darunter auch Häuser im Art déco und im Spanischen Missions-Stil. Außerdem gibt es schöne Parks sowie eine herrliche Eichenallee, die Oak Avenue. Hastings gilt als die „Obstschale Neuseelands“, da der Obstanbau aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen hier äußerst ertragreich ist.
Rund um Hastings wachsen auf fruchtbarem Farmland vor allem Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen und Pflaumen. Es gibt einige Nahrungsmittelfabriken und einen Exporthafen, der vorwiegend Früchte verschifft.
Im Frühling steht die Gegend in herrlicher Blüte. Neben dem Obstanbau gibt es Gemüsegärten und zahlreiche Weingüter. An den steilen Hügeln im Hinterland weiden Schafe, andernorts hat man Nutzwälder angepflanzt.
Außerdem gibt es einige Farmen, auf deren riesigen Arealen Rinder gehalten oder Kiefern gezüchtet werden.

Hasting’s Splash Planet

Vor allem für jüngere Besucher sicherlich interessant ist Hasting’s Splash Planet (Grove Rd.), ein familienfreundlicher, großer Wasser-Themenpark mit Piratenschiff, Schloss und Wasserrutschen.

Havelock North - „The Village“

Wenige Obstgärten nur trennen Hastings von Havelock North, das in der Gegend bloß als „The Village“ bekannt ist. Es liegt zu Füßen des Te Mata Peak, eingefasst von Weinbergen und Obstplantagen, durchzogen von Alleen und gespickt mit reizenden historischen Häusern.
Die beschauliche Idylle würzen die über 10.000 Einwohner mit lebendigen Cafés, Boutiquen und Bars und die Ausflugsziele in der Umgebung tun ihr Übriges, um das Städtchen als „one of New Zealand’s most desirable places to live“ auszuzeichnen.

Arataki Honey

Havelock North ist Heimatort des großen Honigproduzenten Arataki Honey, mit über 17.000 (!) Bienenkörben. Im zugehörigen Visitor Centre (66 Arataki Rd) gibt es eine Bienenwand, wo man eine fleißige Kolonie bei der Arbeit beobachten kann. Hier können Sie nicht nur alles über Bienen lernen, sondern sich auch durch verschiedene Honigsorten probieren und im Shop Honigprodukte kaufen.

Wein

In der Hawke’s Bay lebt man vorwiegend von Landwirtschaft, und der Wein gedeiht im milden Klima der Region hervorragend. Die Weinkultur, die man hier antrifft, ist bemerkenswert. Als ältestes und derzeit zweitgrößtes Weinanbaugebiet Neuseelands hat die Region rund um Hastings und Napier ca. 70 Weingüter vorzuweisen, die vor allem Chardonnay, Sauvignon Blanc und Cabernet Sauvignon anbauen. Viele liegen an der Church Road, am westlichen Stadtrand von Napier, können besichtigt werden und bieten Weinverkostungen an. Ein großes Weinmuseum befindet sich in der 1897 gegründeten Church Road Winery (150 Church Rd).

Te Mata Peak

Den Gipfel des Te Mata Peak (399 m) kann man mit dem Auto erreichen, aber lassen Sie sich dadurch nicht von den wunderschönen Wanderwegen und Mountainbike-Trails abbringen, die zur Spitze führen. Die Aussicht über Cape Kidnappers und die Hügelketten reicht bei klarer Sicht bis zum Vulkan Ruapehu im Tongariro National Park. Die Mutigeren können mit dem Gleitschirm von der steilen Klippe springen.

Fahrradtouren

Rund um Napier, Hastings und Havelock North gibt es zahlreiche schöne Fahrradwege. Die Hawke’s Bay Fahrradkarte zeigt die besten Routen, um die Bucht und die Region zu erkunden.

Cape Kidnappers Gannet Colony (NZ831)

Für Vogelfreunde und Naturliebhaber hat Hawke’s Bay noch etwas ganz Besonderes zu bieten: international berühmt ist Cape Kidnappers für die größte festländische Tölpelkolonie der Welt.
Seit den 1870er Jahren nisten die Tiere am Cape; mittlerweile brüten hier von Juli bis Oktober bis zu 8.000 Paare des Australischen Tölpels (Morus serrator). Während dieser Zeit ist der Besuch untersagt.
Die beste Zeit dafür ist vom frühen November bis Ende Februar. Dann können Sie die in dichten Reihen nistenden Vögel auf dem Hauptplateau besuchen und die erwachsenen Tölpel mit ihren Jungen beobachten. Ein lautes Spektakel.
Tölpel nisten ungewöhnlich nahe beieinander. Ihre Nester haben einen Abstand von etwa einem Meter, sodass die Vögel es gerade vermeiden, von ihren Nachbarn gepickt zu werden. Ihnen beim Fischen zuzusehen ist ein echtes Erlebnis. Sie stürzen sich in Gruppen aus großer Höhe ins Meer und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 145 km/h.
Australische Tölpel erreichen durchschnittlich ein Alter von 20 Jahren und haben eine Flügelspannweite von bis zu 2 m. Neben den Tölpeln gibt es eine Reihe weiterer Seevögel, deren Lebensgrundlage durch das Schutzgebiet gesichert wird.
Ausgangspunkt für einen Besuch der Kolonie ist Clifton, 20 km östlich von Hastings gelegen. Von dort aus führt ein 8,5 km langer Wanderweg den Strand entlang und auf die Klippen.
Fußfaule können sich mit Gannet Beach Adventures auf kleinen Wagen, die von alten Traktoren gezogen werden, hin und zurück fahren lassen.
Die sehenswerten hohen Kliffe, die man auf dem Weg über den Strand zur Kolonie bestaunen kann, erzählen mit ihren Verwerfungslinien Geschichten von den zahlreichen Erdbeben, die die Hawke’s Bay immer wieder erschüttert haben. An klaren Tagen können Sie bis zur Mahia Peninsula schauen.
Erhalten hat Cape Kidnappers seinen Namen 1769 durch die geschichtsträchtige Begegnung mit Captain Cook. Damals paddelten einheimische Maori in ihren Kanus zu dessen Schiff, um mit der Besatzung Handel zu betreiben. Auf ihrem Rückweg entführten die Maori einen Jungen von Bord.
Durch Beschuss wurde dieser jedoch befreit und konnte sich schwimmend in Sicherheit bringen, während einige Maori der Auseinandersetzung zum Opfer fielen. Nach diesem Zwischenfall taufte Captain Cook daraufhin die Spitze der Halbinsel Cape Kidnappers.

Der Süden

Schnorchelstrände

Die Küste südlich von Cape Kidnappers lädt mit sechs schönen Stränden, Ocean Beach, Waimarama Beach, Kairakau Beach, Mangakuri Beach, Pourerere Beach und Aramoana Beach („Big Beach“), sowie dem Te Angiangi Marine Reserve zwischen Aramoana und Blackhead zum Schwimmen, Schnorcheln und diversen anderen Strandvergnügen ein.

Norsewood und Dannevirke

85 km südlich von Hastings liegt Norsewood und weitere 21 km südlich Dannevirke. Beide Ortschaften sorgen für nordeuropäisches Feeling im Süden der Erde, auch wenn Dannevirke seit einer Gebietsreform eigentlich nicht mehr zu Hawke’s Bay, sondern zu Manawatu-Wanganui gehört.
Im 19. Jh. war der Urwald hier so dicht, dass sich zunächst niemand in der Lage sah, ihn zu roden, doch norwegische und dänische Siedler waren schließlich weniger zimperlich und ließen sich dauerhaft hier nieder. Norsewood ist bekannt für seine Strickwaren (Norsewool) und Dannevirke pflegt seine dänischen Wurzeln, bislang jedoch ohne den bereits in Erwägung gezogenen Riesen-Wikinger am Ortseingang aufzustellen ...

Taumatawhakatangihangakoauauo-
tamateaturipukakapikimaungahoro-
nukupokaiwhenuakitanatahu

Nahe Waipukurau liegt der berühmte Hügel mit dem Namen Taumatawhakatangihangakoauauotamatea-turipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu. Es existieren mehrere, jedoch meist wenig vertrauenserweckende Übersetzungen für den Namen. Der Hügel selbst ist 305 m hoch und hat mit seinen 85 Buchstaben den zweitlängsten Ortsnamen der Welt. Mittlerweile genießt er Namensschutz.

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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