Canterbury

Canterbury

Region der Gegensätze

Schon optisch wartet Canterbury mit einigen Gegensätzen auf: Neuseelands größte und zweit-bevölkerungsreichste Provinz erstreckt sich zwischen den gewaltigen Southern Alps im Westen und dem Pazifischen Ozean im Osten, zwischen dem Conway River im Norden und dem Waitaki River im Süden.

Während auf der einen Seite die schneebedeckten Zinnen des Aoraki/Mount Cook National Park in den Himmel ragen, fällt das Land bis zum Unterwassergraben vor Kaikoura rapide ab. Im Osten der Provinz ragt die Banks Peninsula eindrucksvoll in den Südpazifik. Weiter südlich liegt die größte Tiefebene des Landes, die Canterbury-Ebene, die reichlich Platz für Schafzucht und Landwirtschaft bietet, zwei Hauptwirtschaftszweigen der Region.
Der Süden Canterburys ist eine dünnbesiedelte, naturbelassene Landschaft, die sich von den Southern Alps im Westen über hügeliges Farmland und das Mackenzie Country bis an die Ostküste erstreckt. Zwei große Schmelzwasserflüsse aus dem Gebirge, Waitaki River (209 km) und Rangitata River (121 km), sowie etliche kleinere Flüsse durchziehen die Gegend auf ihrem Weg in den Pazifik.
Die Provinzhauptstadt Christchurch findet sich an der Ostküste Canterburys. Durch die sternförmige Verkehrsanbindung sowie ihren internationalen Flughafen eignet sie sich hervorragend als Ausgangspunkt für weitere Entdeckungstouren, etwa zum Ski fahren in den Southern Alps oder zu Wal-, Delfin-, und Robbenbeobachtungen vor Kaikouras Küste oder an der Seal Colony. Ebenso lohnenswert: eine Fahrt mit dem einzigartigen TranzAlpine Express, Neuseelands wohl malerischster Zugverbindung, die von Christchurch aus über die Southern Alps und den Arthur’s Pass National Park bis an die Tasmansee nach Greymouth führt.
Weitere Abwechslung ist durch ein wildes Potpourri von Outdoor- und Extremsportarten an mehreren Orten garantiert. Wer es hingegen ruhiger angehen lassen möchte, findet auf den Golfplätzen, in den öffentlichen Gärten, beim Fischen, in den zahlreichen Spas und auf den Weingütern im Waipara Valley oder im Selwyn-Distrikt zur Ruhe.

Geschichte

Lange bevor die Europäer Neuseeland für sich und ihre Kronen in Beschlag nahmen, war die Gegend, die sie Canterbury nennen sollten, schon von den Maori bewohnt. Bereits seit dem 13. Jh. siedelten sie an den Küsten und jagten in der Ebene. Ihre Erfolge bei der Jagd hielten sie in Felsmalereien fest, die auch heute noch in Timaru und am Weka Pass besichtigt werden können.
Die Entstehung des„europäischen“ Canterbury ist eng an den Walfang und die Fischerei geknüpft. Im frühen 19. Jh. entdeckten Robben- und Walfänger die Jagdgründe an Neuseelands Ostküste, ihre Produkte, hauptsächlich Häute, Walknochen und Tran, handelten sie weiter nach Sydney.
Eines der Walfangschiffe, das in diesen Breiten verkehrte, die Lucy Ann, nahm 1842 einen jungen Amerikaner mit dem Namen Herman Melville auf. Elf Jahre später sollte er dem Walfang im Südpazifik ein unvergängliches Denkmal setzen –„Moby Dick“.
Die erste permanente Siedlung des heutigen Canterbury wurde 1835 in Peraki (Banks Peninsula) von dem preußischen Walfänger George Hempelman gegründet. Nur einige Jahre später kam die erste französische Expedition auf der Halbinsel an – und mit ihr der Wein – und gründete das Städtchen Akaroa.
Danach folgten in den 1840er Jahren in größerer Anzahl englische Geschäftsleute, Farmer und Siedler. Mit Letzteren beginnt um das Jahr 1850 ein neues Kapitel in der Geschichte Canterburys. Etwa 800 Siedler von den britischen Inseln erreichten mit vier Segelschiffen die Ostküste bei Lyttelton (Christchurch). Sie fanden in den ausgedehnten Grasebenen Canterburys optimale Bedingungen für Landwirtschaft und Schafzucht vor und legten hier den Grundstein für die spätere Entwicklung der Region. Aus jener Zeit stammen auch viele der neogotischen Kirchenbauten, die diese Region auch heute noch architektonisch prägen.
Bis heute gehören die Land- und Viehwirtschaft zu den ökonomischen Hauptfaktoren Canterburys und machen die Provinz zur Kornkammer Neuseelands. Daneben haben sich mit der Fischerei, der Forstwirtschaft, dem Tourismus und vor allem dem Weinanbau weitere bedeutende Wirtschaftszweige etabliert. Der Walfang und die Jagd auf andere Meeressäuger vor Neuseelands Küste wurden im Jahr 1978 durch den Marine Mammals Protection Act verboten.

Southern Alps (NZ844)

Entstehung

Die neuseeländischen Alpen sind, um sie einmal mit ihrem europäischen Namensvetter zu vergleichen, ein wenig älter; sie entstanden vor 100 - 150 Mio. Jahren. Auf etwa 500 km Länge erstrecken sie sich vom Mount Aspiring National Park im Süden bis zum Nelson Lakes National Park im Norden der Südinsel.
Ihre Entstehung verdanken sie der Kollision von Australischer und Pazifischer Platte, bei welcher letztere aufgeworfen wurde und die beeindruckende Gebirgslandschaft entstehen ließ. Die Southern Alps befinden sich noch immer in der Hebungsphase, wobei die Intensität in den letzten 5 Mio. Jahren bisher am stärksten war. Die Aktivitäten unterhalb der Oberfläche werden fortwährend in Form von kleineren Erdbeben registriert, welche auf dem Erdbebenradar (www.arthurspass.com) nachgesehen werden können und immer wieder zu Sperrungen von Wanderwegen in den Naturreservaten führen.

Erschließung

Im Laufe der Zeit haben die Neuseeländer den Bergen drei Passstraßen abgerungen, um die mit Straßennachbesserungen und Viaduktbauten ständig gekämpft werden muss: der Lewis Pass im Norden, Arthur’s Pass und Haast Pass im Süden. Die wichtigsten Siedlungen in den Southern Alps sind die Dörfer Lewis Pass und Arthur’s Pass. Auf dem gesamten Gebiet des Faltengebirges wurden mit dem Arthur’s Pass National Park, dem Westland Tai Poutini National Park, dem Mount Aspiring National Park, dem Aoraki/ Mt. Cook National Park und dem Nelson Lakes National Park mehrere Naturreservate oberster Kategorie gebildet. Darüber hinaus gibt es mehrere kleinere Forest- und Conservation Parks.
Die höchsten Erhebungen der Southern Alps sind der Aoraki/Mt. Cook mit 3.724 m, der Mt. Tasman mit 3.497 m und der Mt. Dampier mit 3.440 m. Insgesamt sind die 30 höchsten Berge Neuseelands innerhalb dieser Bergkette zu finden, die meisten davon knacken die 3.000er-Marke.

Skifahren in den Southern Alps

Wenn es Winter wird in Canterbury, füllen sich die Skigebiete unweit von Christchurch mit Leben. In Richtung der Southern Alps über die SH 73 und 77 liegen die Skigebiete Mt. Hutt, Porters, Mt. Cheeseman, Mt. Olympus, Broken River und Craigieburn wie auf einer Schnur aufgereiht und tragen mit ihrer Ausstattung sowohl Familien als auch Ski-Profis Rechnung. Die Nähe zu Christchurch (ca. 1 Std.) und dem dortigen Flughafen lockt viele Skitouristen an.

Klima

Was für einen Einfluss die gewaltige Erhebung auf das Wetter der Südinsel hat, lässt sich leicht an den unterschiedlichen Vegetationsformen dies- und jenseits der Southern Alps ablesen.
Von der fruchtbaren Küstenebene im Osten, über das trockene Binnenland und eine zerklüftete Gebirgslandschaft bis hin zum dichten Regenwald an der Westküste gelangt man in wenigen Stunden durch eine einmalig abwechslungsreiche Landschaft. Das zeigt sich auch an den Niederschlagsmengen auf der Südinsel: westlich der Southern Alps fällt bis zu viermal mehr Schnee und Regen als im Osten.
Ein Produkt dieser Witterungsbedingungen ist auch der berüchtigte Nor’wester, ein Fönwind, der die Canterbury-Ebene und ihre Bewohner mit trockener warmer Luft behelligt.

Maori-Legende: Wie das Gebirge ins Meer kam

Den Einfluss der Maori-Mythologie kann man an vielen Orten in Canterbury spüren. Die vielleicht berühmteste Legende erzählt die Geschichte von der Entstehung der Gebirgskette im Westen der Südinsel, den Southern Alps. In einer Zeit, als nur Wasser die Erde bedeckte, ernannte Rangi („Der Himmelsvater“) Papa-tua-nuku zur „Erdmutter“.
Einige der Himmelskinder, unter ihnen Aoraki, kamen aus ihrem Heim auf die Erde hinab, um die neue Frau ihres Vaters zu begrüßen und in ihrem Waka (Kanu) neues Land zu entdecken. Als ihre Suche ergebnislos blieb, stimmten die vier Brüder einen beschwörenden Gesang (karakia) an, der ihr Kanu in den Himmel zurückheben sollte. Es misslang jedoch: ihr Gefährt fiel in das Wasser hinab, kenterte und riss sie mit hinab, worauf sie sich in Stein und Erde verwandelten.

Arthur’s Pass National Park (NZ853)

Der Arthur’s Pass National Park wurde 1929 als erster Nationalpark der Südinsel gegründet. Das 1.145 km² große Gebiet des Parks besticht durch ein reizvolles Angebot ein- und mehrtägiger Wanderungen sowie einen historischen Wanderweg, der die ereignisreiche Geschichte der Bergregion erschließt.
Die exponierte Lage inmitten der Wetterscheide Southern Alps begünstigt eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt und hält mitunter mehrere Wetterwechsel an einem einzigen Tag bereit. Auf sieben Campingplätzen kann Quartier genommen werden. Darüber hinaus gibt es private Bed & Breakfasts und Motels in und um die Ortschaft Arthur’s Pass herum. Das Visitor Centre finden Sie direkt am SH 73.

Arthur’s Pass

Der Arthur’s Pass entstand in den 1860er Jahren, als die Southern Alps vom Goldrausch heimgesucht wurden und unzählige Glücksritter den Weg über die Passstraße nahmen.
Der Name des Passes stammt von einem seiner europäischen Erstbegeher, Arthur Dobson. Die lokalen Maori- Stämme kannten und benutzten die Strecke bereits seit Generationen. Heute führt die West Coast Road (SH 73) von Christchurch über Arthur’s Pass bis zur Küste der Tasmansee im Westen. Dieselbe Route wird zudem von Bussen und dem TranzAlpine Express bedient, der auf seinem Weg von Christchurch nach Greymouth zweimal täglich in Arthur’s Pass Halt macht.
Zwischen der Rough Creek Rd und der School Terrace, etwa 300 m vom Visitor Centre entfernt, lockt der Arthur’s Pass Alpine Garden mit über 50 alpinen Blumenarten.

Flora und Fauna

Im Westen der Berge fällt drei- bis viermal mehr Niederschlag als im Osten. Dieses Kuriosum erklärt die stark unterschiedliche Vegetation auf den beiden Seiten der Gebirgskette.
Während der Osten vor allem durch weite Buchenwälder und breite Flussbetten geprägt ist, gedeiht im Westen, auf teils steilen Hängen, ein gemäßigter Regenwald mit Farnen, Moosen und dem rostrot blühenden Rata (Eisenholzbaum, Dez. - Jan.). Die meisten der Wanderrouten gewinnen zur Blütezeit der Alpenblumen zwischen November und Februar zusätzlich an Reiz.
Nur mit viel Glück wird sich einer der nachtaktiven Kiwis in Sichtweite der Gäste verirren.
Ein weiterer heimischer Vogel, flugfähig und dazu äußerst intelligent, ist der Kea (Bergpapagei). Im Gegensatz zum Kiwi ist er so gar nicht schüchtern, weshalb darauf hingewiesen sei, dass das Füttern von Tieren im Nationalpark bei Strafe verboten ist.
Fächerschwänze (piwakawaka), Meisen (miromiro) und der Maori-Glockenhonigfresser (korimako) erfreuen Sie mit ihrem Gesang und jagen mitunter sogar Beuteinsekten, die durch Ihre Anwesenheit aufgeschreckt werden.

Wanderwege

Unter den kürzeren Wanderrouten sind besonders der Arthur’s Pass Walking Track (1,5 Std.) und der Otira Valley Track westlich des Dorfes zu empfehlen. Der Devils Punchbowl Walking Track (30 min.), vom Punchbowl Parkplatz ausgehend, bietet eine lohnende Aussicht auf den gleichnamigen Wasserfall (131 m).
Für Familien mit kleinen Wanderern eignen sich besonders der Old Coach Road Track (30 min.), der 6 km östlich am Greyneys Shelter am SH 73 anfängt, sowie der Millenium Walk (10 min.). Der Avalanche Peak Track, auf dem auch die Avalanche Peak Challenge ausgetragen wird, zählen zu den  längeren Tagestouren im Arthur’s Pass National Park. Und auch hier oben gibt es natürlich diverse Mehrtagestouren.

Historic Walk

Der Arthur’s Pass Historic Walk bietet einen Einblick in das Leben der Bewohner in den Anfängen der kolonialen Erschließung. Er startet hinter der kleinen Kapelle am SH 73 bei den Grundpfeilern der alten Glasgow Bridge.

Mountainbiking

Für Mountainbiker gibt es im Nationalpark zwei gesonderte Routen, Mt. White Road Track (2 Std.) und Poulter Valley Track (3,5 Std.). Einige weitere finden Sie im nahegelegenen Craigieburn Forest Park.

Cave Stream Scenic Reserve

Die Kraft des Wassers lässt sich im 16 Hektar großen Cave Stream Scenic Reserve 46 km östlich des Arthur’s Pass National Park (SH 73) beobachten. Im Laufe der Jahre hat sich der aus dem Gebirge kommende Broken River seinen Weg durch den Sandstein gebahnt und eine 600 m lange Höhlenlandschaft entstehen lassen, die im Sommer begehbar ist.

Sicherheitshinweise

Den zum Teil heftigen Wetterwechseln im Arthur’s Pass National Park sollte mit passender Kleidung begegnet werden. Das DOC empfiehlt vor allem längere und anspruchsvollere Touren nicht alleine anzutreten, Dritte (z.B. Visitor Centre) über Ausflugspläne zu informieren, die aktuellen Wetter- und Streckenbedingungen einzuholen und ausreichend Proviant mitzutragen.
Gehen Sie bei widrigen Witterungsbedingungen unterwegs nicht über die Baumgrenze hinaus.

Der Norden

Lewis Pass

Im Nordwesten Canterburys gelegen führt der Lewis Pass auf ca. 864 m als zweithöchster Bergpass der Southern Alps in Richtung West Coast und verbindet die Täler von Maruia River und Lewis River. Nahe dem Lewis Pass startet auch der mehrtätige St. James Walkway. Beide sind über den SH 7 zu erreichen.

Hanmer Springs

Im Thermalort Hanmer Springs sind die Uhren ganz auf Entspannung und Abenteuer gestellt. Mit Blick auf die Southern Alps lässt es sich in den großzügigen Thermalquellen und Außenbecken der Hanmer Springs Thermal Pools & Spa nach allen Regeln der Kunst ausspannen. Neben den Thermalquellen – mit bis zu 37 °C Wassertemperatur – garantieren Schwefelbäder, Saunen, Dampfbäder, Wasserrutschen und die belebende Gebirgsluft zu jeder Jahreszeit einen einzigartigen Aufenthalt. Massagen und weitere Spa-Angebote runden den Besuch ab.
Für das leibliche Wohl ist entlang der Hauptstraße Amuri Avenue ebenfalls gesorgt; die Übernachtungsmöglichkeiten bedienen mit ihren Herbergen (3 Devon St; 14 Amuri Ave) und zahlreichen Hotels sowohl Backpacker als auch anspruchsvollere Gäste.
Für Familien und Tierfreunde hält Hanmer Springs den Großtier-Streichelzoo Wai ariki Farm Park (108 Rippingale Rd) bereit, in dem sich große und kleine Besucher mit Ziegen, Rehwild, Yaks, Alpakas, Pferden und weiteren Vierbeinern vertraut machen können. Weniger wild geht es im Golfclub (133 Argelins Rd) zu.

Outdoor-Paradies Hanmer Springs 

Für unternehmungslustige Abenteurer ist das Gebiet um Hanmer Springs ein Eldorado. Ihnen bietet sich hier mit Bungee-Springen, Rafting, Jetboat-Fahrten und Ausritten hoch zu Ross eine vielfältige Auswahl. Zahlreiche Wanderrouten wie der Mount Isobel Summit Track oder der Waterfall Loop laden zu erholsamen Freiluftausflügen ein.
Im Winter locken die Skipisten der einsteigerfreundlichen Hanmer Springs Ski Area am Mount St. Patrick und das größere Mount Lyford Ski Field am Fuße des Mt. Terako. Wer möchte, braucht auch hier nicht auf die altbekannte Almhüttenromantik zu verzichten.

Waipara

Was passt am besten zu Canterbury-Lamm und regionalem Käse? Das fragten sich eine Handvoll Weinliebhaber, nutzten die günstige geografische Lage, die fruchtbaren Böden und das geschützte Klima in dem Gebiet und begründeten Waiparas Ruf als Aufsteiger des neuseeländischen Weinanbaus. Viele der Hersteller, wie Waipara Springs oder Pegasus Bay, bieten Weinverkostungen an oder reichen den Wein im eigenen Restaurant zu lokalen Speisen. Der Food and Wine Trail hält einen Überblick über die saisonale regionale Küche Nord-Canterburys bereit. Zu erreichen ist die Region um Waipara von Christchurch über die SH 1 und 7.

Weka Pass Wandmalereien

Bei Weka Pass finden sich Jahrhunderte alte Wandmalereien der Maori. Einhundertfünfzig auf Kalkstein gemalte Zeichnungen erzählen von ihrer 800-jährigen Jagdgeschichte in Canterbury und von Tieren wie dem Moa, die längst ausgestorben sind. Der Weg dahin beginnt in Waikari am SH 7 und führt in 40 Minuten über privates Ackerland zu den Kalksteinwänden. Von August bis Oktober ist der Weg gesperrt.

Weka Pass Dampfeisenbahn

Zwischen den Orten Waipara und Waikari verkehrt zweimal im Monat die Weka Pass Railway, eine Dampfeisenbahn aus der Frühzeit der Erschließung Neuseelands. Ein Highlight für Eisenbahnnostalgiker. Beide Stationen sind über die SH 1 und 7 von Christchurch nach Norden innerhalb einer Stunde zu erreichen.

Kaikoura

Im Nordosten Canterburys gibt es ein besonderes Naturschauspiel zu sehen. Durch das Aufeinandertreffen zweier Meeresströme im bis zu  2.000  m  tiefen  Unterwassercanyon vor Kaikoura und den damit verbundenen Überschuss an Nahrung ist die Halbinsel mit einer außergewöhnlichen maritimen Artenvielfalt gesegnet: Robben, Delfine, Wale und Kolonien von Küstenvögeln tummeln sich im Küstenbereich dieser Region. Wal- und Vogelbeobachtungstouren, Schwimmpartien mit Delfinen und Robben oder die unvergessliche Wanderroute an der Steilküste entlang laden zum Beobachten und Staunen ein.
Familien mit Kindern finden auf dem 2-stündigen Kaikoura Seal Loop die schönsten Plätze. Eine besondere Perspektive auf die über 800-jährige Geschichte der Maori bieten die mehrfach preisgekrönten Maori-Touren. Die i-SITE versorgt Sie an der Straße West End mit Informationen.
Neben ihrer geographischen Ausnahmestellung kommt der Kaikoura Peninsula auch in der Mythologie der Maori besondere Bedeutung zu. Demnach diente sie dem Helden Maui als feste Trittstelle, als dieser die Nordinsel Neuseelands aus dem Meer  fischte.
Der  Name  Kaikoura  bedeutet  übertragen  „eat  (kai)  crayfish  (koura)“  –  zu  Deutsch: „Langusten essen“. Verstehen Sie das ruhig als Aufforderung, um die Spezialität vor Ort zu kosten. Von Christchurch aus erreicht man Kaikoura in gut zwei Stunden über den SH 1.

Ohau Point Seal Colony (NZ820)

Die Fur Seal Kolonie (arctocephalus forsteri) am Ohau Point in der Half Moon Bay ist ein Muss für alle Reisenden in Canterbury. 27 km nördlich von Kaikoura bietet sich hier von April bis Oktober ein besonderer Einblick in ein ungestörtes Naturrefugium: die Krippe der neuseeländischen Fur Seals.
Der Wasserfall, zu dessen  Füßen sich die Jungen tummeln, ist von Ohau Point entlang des gleichnamigen Baches auf einem 10-minütigen Wanderweg durch den Wald zu erreichen.
Im November auf die Welt gekommen, nehmen die Robbenjungen den Weg über den Bach zum Wasserfall ab April auf  sich.  Hier  können  sie in geschützter Umgebung einige Monate verbringen und soziales Verhalten, Durchsetzungsvermögen und Abwehrmethoden gegen Feinde erlernen. In der Regel kehren  sie alle paar Tage wieder an die Küste zurück, wo sie von ihren Müttern gesäugt werden, die in dieser  Zeit bis zu zwanzig Tage am Stück auf Nahrungssuche sind.
Enklaven  wie  das  Wasserbecken am Ohau Point, haben die neuseeländischen und australischen Robbenbestände einst vor dem Aussterben bewahrt. Nur in solch abgelegenen Zufluchtsstätten konnten die Tiere die Zeit der  extensiven  Robbenjagd  überleben  und sich unbemerkt vermehren. Seit Inkrafttreten des Marine Mammal Protection Acts 1978 können  die Fur Seals wieder aufatmen. Auch wenn er derzeit nur 10 – 15 % der ursprünglichen Anzahl beträgt, hat sich ihr Bestand seitdem kontinuierlich erholt.
Die Robben sind sehr aufgeschlossene Zeitgenossen, dennoch handelt es sich um wilde Tiere, die auch schon mal zubeißen können. Das DOC empfiehlt  einen  Mindestabstand von 20  m  einzuhalten,  Hunde an der Leine zu führen und laute Geräusche zu vermeiden. Generell sind an mehreren Tagen in der Woche DOC Mitarbeiter vor Ort. Sollte dies einmal nicht der Fall sein und ein krankes oder verwundetes Tier auffallen: die  Notrufnummer des DOC lautet 0800 362 468.

Christchurch

Mit einer Bevölkerung von 375.000 Einwohnern ist Christchurch Neuseelands dritttbevölkerungsreichste Stadt und beherbergt zudem zwei Drittel der Bevölkerung Canterburys. Die Stadt liegt direkt am Pazifik, was sich in einem gemäßigten maritimen Klima niederschlägt. War die wirtschaftliche Entwicklung früher eher von Schaf- und Milchwirtschaft in den Canterbury Plains abhängig, hat Christchurch im Laufe der Zeit nicht zuletzt wegen der ansässigen Universität, viele Technologieunternehmen angezogen und den Tourismus für sich entdeckt. Christchurch gilt als „englischste“ Stadt Neuseelands, was mit der ersten Siedlungswelle durch die anglikanische und dem industriellen Fortschritt abgeneigte Canterbury Gesellschaft zusammenhängt. Dieser Umstand schlägt sich etwa in den zahlreichen Gartenanlagen wieder.
Die zwei schweren Erdbeben der Jahre 2010 und 2011 haben die Stadt zwar gezeichnet, andererseits auch neue Impulse in ihr hervorgerufen. Und so vereinen sich die Bilder der trägen Stechkähne auf dem Avon River und der imponierenden botanischen Gärten mit dem sich aus Schutt und Asche wieder entwickelnden Stadtzentrum und seinem internationalen Flair zu einem inspirierenden Ausblick. Kein Wunder also, dass Christchurch es 2014 auf Platz 2 der 52-Places-To-Go-Liste der New York Times geschafft hat.
Viele Seiten und Sehenswürdigkeiten der Stadt lernen Sie kompakt auf dem Stadtrundgang kennen; die i-SITE finden Sie bei den Botanic Gardens in der Rolleston Avenue.

Hagley Park

Als Christchurchs größte Grünfläche hat der 160 Hektar große, im westlichen Stadtzentrum gelegene Hagley Park sogar schon eine Weltausstellung hinter sich, außerdem diente er früher für Pferderennen. Heute beherbergt er die Botanic Gardens, Tennisplätze, einen Golfplatz und wird regelmäßig für Zirkusse und Open-Air-Konzerte genutzt.

Christchurch Botanic Gardens

Im Westen der Innenstadt im malerischen Hagley Park gelegen und vom Avon River umsäumt, entfalten sich auf 30 Hektar die Botanic Gardens. Hier finden sich neben einheimischen und eingeführten typisch britischen Pflanzen auch Wüsten- und Tropengewächse.
Stattliche Eichenbäume erinnern an die Gründung der Gärten vor über 150 Jahren, als die Gegend noch aus Sumpfgebieten und Sanddünen bestand.
Der Eintritt ist frei, die geführten Spaziergänge sind eine Bereicherung. Und Sie dürfen sich – ganz unenglisch – auf den sonnigen Wiesen niederlassen.

Canterbury Museum

Eines der neogotischen Gebäude in Christchurch, das die Erdbeben gut überstanden hat, steht in der Rolleston Avenue direkt vor dem Eingang der Botanic Gardens.
Unter den vielen Schätzen des Canterbury Museums stechen wohl vor allem die Exponate zum Leben der Moa-Jäger, wie die Jadewaffen und die präparierten Laufvögel hervor. Ebenso reizvoll ist die Antarktis-Abteilung.
Die Spezialabteilung zur „Quake City“ zeigt den unbekümmerten Umgang mit der neueren Geschichte und klärt über die nötigen Schritte zum erdbebensicheren Heim auf.

Kunsthandwerkermarkt

Westlich des Hagley Parks im Riccarton House (16 Kahu Rd) wartet sonntags Christchurchs Kunsthandwerkermarkt  auf seine Besucher und hält das eine oder andere spezielle Andenken bereit.

Re:START Mall

In der Innenstadt Christchurchs wurden durch das Beben von 2011 80% aller Gebäude irreparabel beschädigt. Um den Geschäften jedoch einen möglichst schnellen Wiedereinstieg zu ermöglichen, wurde auf eine ebenso innovative wie außergewöhnliche Lösung zurückgegriffen: Schiffscontainer.
Dutzende bunte Schiffscontainer haben  in der Cashell Street eine lebhafte mehrstöckige Einkaufsstraße entstehen lassen, die vorübergehend Modeboutiquen, Bücherläden, Restaurants, Cafés und am Wochenende einen Markt beherbergen.

Christchurch Art Gallery

Von den Erdbeben äußerlich unbeschädigt, diente die Christchurch Art Gallery (Christchurch Central) unmittelbar nach den Erschütterungen als Hauptquartier der Rettungs- und Aufräumtrupps.
Das ikonische Gebäude aus Glas und Stahl beherbergt eine beeindruckende Sammlung neuseeländischer Kunstwerke.

Punting auf dem Avon River

Eine Fahrt mit den traditionellen Stechkähnen, das sogenannte Punting, gehört bei einem Besuch in Christchurch einfach dazu. In den harmonischen Wasserläufen des 14 km langen Avon River lassen sich auf den zwei halbstündigen Routen der Charme der Garden City (Zugang an den Antigua Boat Sheds, 2 Cambridge Terrace) und der Innenstadt (Zugang bei der Worcester Bridge, Worcester St) aus einer angenehm abgeschiedenen Perspektive erfahren.

Seilbahn auf die Port Hills

Die Christchurch Gondola klettert vom Stadtviertel Heathcote Valley auf die 500 m erhöhten Port Hills im Süden Christchurchs. Die 10-minütige Fahrt mit der Seilbahn führt auf den Mt. Cavendish und offenbart dank der 360°-Sicht einzigartige Blicke auf den Lyttelton Harbour, Christchurch, die zerklüftete Banks Peninsula und die umliegende Pazifikküste.

Bone Dude’s Bone Carving Studio

Für ein handgemachtes Souvenir aus Christchurch bietet sich Bone Dude’s Knochenschnitzerei an, in der Gäste ihre eigenen Motive umsetzen können. Eine Buchung ist angeraten. Das Studio liegt nordöstlich des Zentrums in 153 Marshland Rd.

Willowbank Wildlife Reserve

Kiwis, Alpakas, Wallabys und Rotwild,  können 6 km nördlich der Innenstadt (60 Hussey Rd) im Willowbank Wildlife Reserve näher erlebt werden.
Darüber hinaus beherbergt das Reservat mit dem Ko Tane  eine  historische  Maori-Inszenierung, die das ursprüngliche Leben der Ngai-Tahu-Maori nach- stellt und verschiedene Tänze, Gesänge und Rituale darbietet.

International Antarctic Centre

Auf der Liste der ausgefallenen Sehenswürdigkeiten Christchurchs liegt das International Antarctic Centre ziemlich weit oben. Hier wird an die Bedeutung der Stadt als Ausgangspunkt für mehrere internationale Expeditionen in die Antarktis erinnert.
Eine eiskalte Schneelandschaft gehört ebenso zum Programm wie der -18 °C kalte antarktische Wirbelwind, der in der Anlage simuliert wird.
Darüber hinaus gibt es bemerkenswerte Informationen zum Einfluss der Antarktis auf das globale Wetter sowie zu den legendären Expeditionen von Scott und Amundsen. Und echte Pinguine. Das Centre liegt nahe des Flughafens in 38 Orchard Rd.

Orana Wildlife Park

Was wäre ein Besuch in Neuseeland ohne Kiwis? Die bedrohten Vögel sind im Orana Wildlife Park neben anderen heimischen Arten zu beobachten.
Der Fokus indiesem Safari-Zoo liegt allerdings aufden exotischeren Arten: Löwen, Nashörner, Schimpansen, Giraffen, Zebras und andere afrikanische Tierarten werden hier gehalten. Der Zoo liegt in Harewood, im Nordwesten Christchurchs (423 McLeans Island Rd).

Ballontouren

Dem Trubel des städtischen Alltags gänzlich enthoben, wortwörtlich, werden Sie bei einer Fahrt mit dem Heißluftballon. Dieses etwas exklusivere Fortbewegungsmittel bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Canterbury Plains und die Southern Alps.

Stadtrundfahrten und Erdbebentouren

Einen einzigartigen Blick darauf, wie die Entwicklung Christchurchs durch die Erschütterungen 2011 in neue Bahnen geleitet wurde, erhält man auf einer der Busrundfahrten. Red Bus’Rebuild-Touren oder die Hassle Free Touren im roten Doppeldeckerbus etwa informieren Gäste nicht nur über die Veränderungen, die die seismischen Kräfte der Stadt abverlangten. Sie führen sie auch an die Orte, an denen der Wandel stattfindet, wie Stadtbegrünungsinitiativen oder die Re:START Mall und werfen zudem einen Blick in die städtebauliche Zukunft Christchurchs.

Helikoptertouren

Für schnellere Ausflüge in den Himmel steht der Helikopter bereit. Ob eine Spritztour zu einem der lokalen Weingüter, die Besichtigung bedeutender Filmsets, Walbeobachtungen aus der Luft oder ein unvergesslicher Heiratsantrag über den Wolken – für das entsprechende Kleingeld steht Ihnen der Himmel über ganz Canterbury offen.

Festivals

Von Januar bis April und von August bis November ist Festivalzeit in Christchurch. Den Anfang macht das World Buskers Festival im Januar, das Dutzende Straßenkünstler auf Christchurchs Straßen lockt. Das Kontrastprogramm bietet im Februar und März das Lansdown Summer Opera and Melodrama Festival im festlichen Lansdown House (132 Old Tai Tapu Rd). Im April lockt alljährlich das New Zealand Jazz und Blues Festival Tausende Begeisterte in Konzertsäle, Kirchen und Bars.
Alle zwei Jahre weckt das Christchurch Arts Festival die Stadt mit Kabarett und Zauberkunst, Theater, Tanz und Musik aus dem Winterschlaf. Noch mehr Schwung bietet das Body Festival im September und Oktober, ein jährlicher Glanzpunkt für Tanz und Tanztheater. Ebenfalls alle zwei Jahre im September taucht das New Zealand Ice Fest Christchurch in die kalten Farben der Antarktis.
Als erstes Festival seiner Art zieht das junge Festival of Transitional Architecture jeden Oktober aus der jüngsten Geschichte der Stadt kulturelles Kapital für die Gestaltung der Zukunft.
Den Abschluss des Jahres bildet im November die alljährliche Cup and Show Week mit ihren auch modisch ausgefallenen Pferde- und Windhundrennen.

Banks Peninsula und Akaroa (NZ839)

Die imponierende Banks Peninsula zieht mit ihrer einprägsamen Landschaft und ihren atmosphärischen Ortschaften zahlreiche Besucher an. Zwei Vulkanausbrüche vor einigen Millionen Jahren haben diese zerklüftete Insel aus dem Meer gehoben und verbanden sie in der Folge mit dem Festland. Heute sind die Vulkane erloschen und ihre Hinterlassenschaft aufgrund spektakulärer Ausblicke, einer regen Artenvielfalt und charmanter Ortschaften ein optimales Ziel für Ein- oder Zweitagesausflüge. Eine schöne Wanderung inklusive eines solchen Ausblicks kann im Montgomery Park Scenic Reserve unternommen   werden.
Ihren englischen Namen erhielt die Halbinsel durch einen wohlhabenden Begleiter von James Cook, dessen Mannschaft sie wohl als erste Europäer ins Auge fasste. Unter den Maori ist sie auch heute noch als Te Pataka o Rakaihautu –„Die Schatzkammer Rakaihautus“ – bekannt. Wie viele Ländereien unter britischer Herrschaft wurde auch die einst komplett bewaldete Banks Peninsula bis auf wenige Flächen gerodet, um Nachschub für den gewaltigen Holzhunger des britischen Empires zu schaffen.
Während es schließlich die Briten waren, die Neuseelands Südinsel unter ihre Kontrolle brachten, wäre eine Entwicklung unter französischer Flagge genauso denkbar gewesen. Die ersten französischen Siedler waren nur noch wenige Tage von der Halbinsel entfernt, als sich britische Offizielle, gestützt durch den Vertrag von Waitangi, daran machten, ihre Flagge auf den hohen Felsen zu hissen.
Die reisemüden Siedler blieben dennoch und schlugen in Akaroa und Umgebung ihre Zelte auf. Noch heute sorgt ihr Einfluss in dieser Gegend für ein besonderes Flair: Pappeln aus der Normandie, französische Straßennamen und natürlich der Weinanbau sind nur einige ihrer Hinterlassenschaften.
Das Visitor Centre in der Rue Lavaud bietet einen Überblick über die Geschichte dieses besonderen Ortes. Nach der Ankunft der Siedler wurde die Banks Peninsula schließlich über viele Generationen ein wichtiger Stützpunkt für den Walfang in dieser Region.
Im Jahre 2006 wurde die Banks Peninsula in den Bezirk Christchurch  aufgenommen.

Panoramastraße um den Lyttelton Harbour

Einer der Hingucker auf dem Weg zu diesem ohnehin großzügig bedachten Fleckchen Erde ist die Strecke über den SH 75 nach Akaroa. Wer mobil unterwegs ist, dem sei bei gutem Wetter die Route entlang der Buchten von Christchurch empfohlen. Über Sumner und/oder Lyttelton (SH 74) führt die Straße um den Naturhafen herum, bevor man über die Gebbies Pass Road wieder auf den SH 75 zurück gelangt. Jeden Samstag ist übrigens Wochenmarkt auf Lytteltons London Street.

Anreise nach Akaroa

Das eigentliche Ziel eines Ausflugs auf die Halbinsel ist Akaroa, das seinem Namen, Maori für „langer Hafen“, mit seiner geschützten Lage vollauf gerecht wird. Wer mit dem Bus aus Christchurch anreist, nimmt entweder die Akaroa French Connection oder das Akaroa Shuttle. Beide Linien starten nahe des Christchurch Museum in der Rollerston Avenue. Mit dem Pkw sollten 90 min. für die 75 km eingeplant werden.
Unweit des Städtchens kann auf einer familienfreundlichen Wanderung im Hinewai Reserve die wunderbare Landschaft der Gegend genossen werden.

Ein Hauch von Frankreich

Die französische Vergangenheit Akaroas können Sie, neben den oben genannten Besonderheiten und einem generellen Savoir-vivre, recht gut bei einem Besuch des Museums Maison Langlois-Eteveneaux (71 Rue Lavaud) erkunden oder während des French Fest miterleben. Das Fest mit Schwerpunkt auf Unterhaltung, Cuisine und Wein erinnert an die erste europäische Siedlung auf der Südinsel. Es findet in jedem ungeraden Jahr im Oktober statt und bietet neben einer historischen Nachstellung der Ankunft der ersten Siedler eine Parade und jede Menge „Tricolores“ – Schneckenrennen inklusive.

Historisches Akaroa

Genaueres über das historische Akaroa erfahren Sie auf dem Historic Walk, den sie mithilfe einer Broschüre oder Audioführern (Visitor Centre, 74a Rue Lavaud) abschreiten können. Ebenfalls Bestandteil der Geschichte Akaroas ist das Giants House in der 68 Rue Balguerie. Einst die Herberge eines exzentrischen Bankmanagers, ist es heute ein kunstvoll dekoriertes Museum und Gästehaus mit Skulpturengarten und exklusivem Blick auf den Hafen von Akaroa. Darüber hinaus hält Akaroa drei beachtenswerte Kirchenbauten bereit: St. Patrick’s (Rue Lavaud), St. Peter (Rue Balguerie) und die kleinere aber einprägsame Maori-Kirche Kaik. Letztere liegt etwa 6 km südlich der Ortschaft an der Onuku Road.

Okains Bay Maori & Colonial Museum

Auf dem Weg in die nordöstlich von Akaroa gelegene Okains Bay (1146 Okains Bay Rd) liegt das gleichnamige Maori & Colonial Museum, das zahlreiche Maori-Artefakte sowie historische Gegenstände aus der frühen Kolonialzeit bereithält. Die ursprünglichen Exponate zu Walfang, Käseherstellung oder auch aus dem alltäglichen Leben im 19. Jh. lassen die Epoche wieder lebendig werden.

Wandern auf der Banks Peninsula

Auch zu Fuß ist die Banks Peninsula einen Besuch wert. Sie hält mehrere öffentliche sowie private Wanderwege bereit. Zu den öffentlichen Routen gehören der Mt Herbert/Te Ahu Patiki, der Port Levy to Hilltop Summit Walkway oder der Nikau Palm Gully Scenic Reserve. Die privaten Wege, wie der mehrtägige Banks Peninsula Track (www.bankstrack.co.nz), sind kosten- und buchungspflichtig.

Aktivitäten zu Wasser und zu Land

Kajaks,    Fahrräder,    Windsurfing-Ausrüstung, Fischruten und Golfschläger können im Akaroa Adventure Centre  (Rue Lavard) ausgeliehen  werden. Eine Fahrt in den Naturhafen von Akaroa krönt den Aufenthalt: Black Cat Cruises und Akaroa Dolphins bieten Rundfahrten durch die Bucht und Schwimmpartien mit den besonders seltenen Hector-Delfinen an.

Regionale  Leckerbissen

Von Oktober bis Ostern lädt jeden Samstag der Wochenmarkt in Akaroa im Fletchers Hub Park (neben dem Akaroa 4 Square Supermarkt) ein. Auf der Speisekarte stehen neben vielen weiteren regionalen Delikatessen Oliven, Olivenöl, Kräuter, Nüsse, Brote, Honig, Gebäck und Käse. Beim Verlassen der Banks Peninsula lohnt ein Abstecher zur Barry’s Bay Cheesery (5807 Christchurch-Akaroa Rd) sowie zur French Farm Winery (12 Winery Rd), die über die Wainui Main Road von der Christchurch-Akaroa Road aus zu erreichen ist.

Aoraki/Mount Cook National Park (NZ812)

Der 700 km2 große Aoraki/Mount Cook National Park wurde 1953 gegründet und beherbergt die höchsten Berge und größten Gletscher des Landes. Der Park ist von der Ortschaft Twizel am südlichen Ende des Lake Pukaki über die Mount Cook Road (SH 80) zugänglich. Die Straße führt direkt in das Aoraki/Mt. Cook Village, von wo aus Dutzende Wanderrouten sowie mehrere Mountainbike-Strecken in das Umland starten.
Neben den Wanderern und Bergsteigern zieht der Nationalpark auch passionierte Jäger und erfahrene alpine Skifahrer an.
Mt. Cook Backpackers (Bowen Dr), White Horse Hill Camping Area (Hooker Valley) und die Unwin Lodge (SH 80) sind einige der erschwinglicheren Unterkünfte im Nationalpark. Gehobene Ansprüche befriedigen die Aoraki/ Mt. Cook Alpine Lodge (101 Bowen Dr) und das berühmte Hermitage (89 Terrace Rd). Innerhalb des Parks stehen Ihnen zudem 17 Hütten zur Verfügung, welche im Visitor Centre (Mount Cook Village SH 80) reserviert werden können.

Wanderwege

Der Sealy Tarns Track führt über 2.200 Stufen hinauf zu den Süßwasserseen Sealy Tarns, die Anstrengung wird mit der Aussicht über das Hooker Valley und den Mount Cook entschädigt.
Über drei Hängebrücken bis zum Ufer des Hooker Lake verläuft der Hooker Valley Track und startet wie der Sealy Tarns Track am Visitor Centre. Vom Blue Lakes Parkplatz an der Tasman Valley Road ausgehend, bieten die Kurzstrecken des Blue Lakes Walk Ausblicke auf Neuseelands größten Gletscher und den dazugehörigen Gletschersee.
Im Ben Ohau Gebiet etwas südlich des Nationalparks lohnt der Aufstieg auf den Ben Ohau Summit.

Sir Edmund Hillary Alpine Centre

Bevor er sich aufmachte, den höchsten Berg der Erde zu erklimmen, übte Sir Edmund Hillary vor seiner Haustür am Mount Cook. Direkt neben dem Hermitage Hotel (Private Bag, Aoraki/Mt. Cook Alpine Village) steht das 2008 errichtete Sir Edmund Hillary Alpine Centre und beleuchtet die Bedeutung dieses Ortes für die Alpinistik und ihre mutigen Pioniere.
Neben dem 3D-Kino beherbergt das Museum zudem ein Planetarium.

Aoraki/Mount Cook

Auch Berge können schrumpfen. Das zeigte der Felsrutsch im Jahre 1991, der den Mount Cook eines Teils seiner Krone und damit zehn seiner Höhenmeter beraubte und eine gewaltige Felslawine in das Tal des Tasman Glacier trieb. Der ältere Name, Aoraki, wurde dem Berg von den Maori verliehen und bedeutet soviel wie „Wolkendurchstecher“ – was angesichts der gewaltigen Höhe von immer noch 3.754 m keine Übertreibung ist.
Die ersten Besteiger, die 1894 die Spitze des Berges erreichten, waren die drei Neuseeländer Jack Clarke, Tom Fyfe und George Graham. Die erste Frau, der diese Tour-de-Force gelang, war 1910 Frieda du Faur.

Tasman Glacier

Direkt neben dem Mount Cook befindet sich der größte Gletscher Neuseelands, der Tasman Glacier, benannt nach dem niederländischen Seefahrer Abel Tasman.
27 km lang, 4 km breit und bis zu 600 m tief, mündet der Gletscher schließlich in den Tasman Lake, der erkundet werden kann. Eine Fahrt zwischen den gekalbten Eisbergen per Kajak und Motorboot ist ein einmaliges Erlebnis.

Flora und Fauna

Auch im Mount Cook Nationalpark ist der muntere Kea ein gewohnter Anblick. Daneben zeigen sich hier einheimische Eulen-, Falken- und Möwenarten und der seltene schwarze Stelzenläufer (kaki). Der Maorischnäpper, der Fächerschwanz und der knallgrüne Grenadier bevölkern die Bäume, während der scheue Grüngecko zwischen den Steinen lebt.
Der Schnee-Enzian, das Edelweiß oder das Gebirgsgänseblümchen vertreten die klassisch alpinen Blumenartenim Parkundkonntender Einführung von Kaninchen und Rotwild im Gegensatz zu anderen endemischen Arten erfolgreich widerstehen.

Sicherheitshinweise

Auf Wander- und Klettertouren ist äußerste Vorsicht geboten. Die steinig-vereiste Landschaft hat schon etlichen Alpinisten ihre Grenzen aufgezeigt. Daher sollten die nötigen Vorkehrungen vor Antritt einer Reise in den Park getroffen werden.
Energiereiche Nahrung, wetterdichte Kleidung und den Temperaturen angemessene Schlafsäcke sollten in keinem Ausflugsgepäck fehlen, da das Wetter mitunter schnell umschlagen kann.
Generell wird empfohlen in Gruppen aufzubrechen und Dritte (z.B. das Visitor Centre) über die Pläne zu informieren.
Die besonderen seismischen Aktivitäten der Southern Alps können zudem kurzfristig Pässe und Wanderwege unpassierbar machen. Auch hier bringt das DOC Sie jederzeit auf den neuesten Stand.

Maori-Legende:
Mataora und Niwareka in der Unterwelt – Die Kunst des „moko“

Mataora, der stolze Kriegshäuptling der Oberwelt, erwachte eines Nachts aus einem Albtraum. Wunderschöne Frauen standen um sein Bett und sahen ihn an; sie waren vom Stamm der Terehu aus Rarohenga, der  Unterwelt.
Sie wollten ihm nicht glauben, dass er ein Mensch sei, denn schließlich war er nicht so tätowiert wie die Menschen bei ihnen in der Unterwelt. Und obwohl Mataora darauf bestand, dass die Zeichnungen in seinem Gesicht wahrhaftige Tätowierungen waren, bestritten dies die Terehu-Frauen. Sie behaupteten, die Linien in seinem Gesicht könne man kinderleicht abwaschen, echte mokos aber ließen sich nicht einfach wegwischen.
Der Kriegshäuptling war trotzdem so fasziniert von den Frauen, dass er für sie ein großes Fest ausrichtete. Während des Essens fiel Mataora eine junge hübsche Frau besonders ins Auge. Als er schließlich zu ihr gehen wollte, kam sie stattdessen und setzte sich zu ihm, und als sie so nebeneinander saßen, wuchs die Anziehung zwischen den beiden mehr und mehr. Bald fasste Mataora sich ein Herz und fragte den Stamm der Terehu, ob er sich eine Frau unter ihnen wählen dürfe. Es sollte Niwareka sein, seine Auserwählte, die die Tochter von Ue-tonga war, dem Häuptling der Unterwelt. Und noch im selben Moment wurden die beiden vermählt.
In den kommenden Tagen wuchs die Liebe zwischen Mataora und Niwareka immer mehr, doch war Mataora von aufbrausender Natur und oft sehr wütend und so geschah es eines Tages, dass er die Beherrschung verlor und seiner Frau Niwareka einen Schlag versetzte. Noch in derselben Nacht verließ Niwareka heimlich das gemeinsame Haus.
Mataora merkte erst am nächsten Morgen, dass seine Frau fehlte, und ihm wurde bewusst, was er ihr Furchtbares angetan hatte. Er wollte Niwareka um Verzeihung bitten, doch wartete er vergebens auf ihre Rückkehr. Schließlich beschloss Mataora, sie zu suchen. Er wähnte sie in Rarohenga und machte sich auf den Weg dahin.
Als Mataora in der Unterwelt ankam, entdeckte er zunächst zwei Männer auf einer Wiese. Der Jüngere lag auf dem Boden, der Ältere war über ihn gebeugt. Als Mataora neugierig näher trat, sah er, dass der alte Mann mit einem Meißel Furchen in das Gesicht des Jüngeren klopfte, und trotz der Qual war der ganz  still.
Der Alte, der Ue-tonga, der Häuptling der Unterwelt war, erklärte Mataora, dass er den jungen Mann gerade mit einem moko verzierte, einer echten Tätowierung. Mataora bezweifelte, dass dies ein echtes moko sei und zeigte ihm seine eigenen Zeichnungen im Gesicht. Ue-tonga aber wischte ihm mit einer Handbewegung die Farbe ab und sagte bestimmt, dass nur das ein echtes moko sei, das auch für immer  bliebe.
Nun musste Mataora sich wohl oder übel auch unter den Meißel Ue-tongas legen. In seinem Schmerz rief er laut nach seiner Frau. Niwareka, die die Rufe hörte, lief herbei und erkannte ihren Mann. Erleichtert fielen sie sich in die Arme und waren wieder versöhnt.
Ue-tonga wollte seine Tochter aber nicht wieder dem Mann mitgehen lassen, der ihr so Schlimmes angetan hatte. Da schwor ihm Mataora, dass er nie wieder die Beherrschung verlieren würde und von nun an auch in seiner Welt auf die sanftmütige Art der Rarohenga leben wolle.
So kehrte das junge Ehepaar glücklich in die Oberwelt zurück.
Später lehrte Mataora seine Nachkommen die Kunst des richtigen Tätowierens und Niwareka brachte ihren Töchtern bei, wie man hübsche Röcke und festliche Roben mit den Mustern und Farben aus Rarohenga  webt.

Der Süden

Lake Tekapo

Von Timaru auf dem SH 8 westwärts liegt der Lake Tekapo zu Füßen der Southern Alps. Der große Gletschersee bezieht sein Wasser aus den umliegenden Bergen und erhält seine türkisblaue Farbe durch abgeriebenes Steinmehl.
Die anmutige Church of the Good Shepherd (Pioneer Dr) liegt am Südufer des Sees und lädt jeden Sonntag zu interkonfessionellen Gottesdiensten ein. Für das körperliche Heil dagegen, und weite Blicke in das Umland, sorgen die von thermischen Quellen gespeisten Tekapo Springs Hot Pools (SH 8 u. Lakeside Dr).

Mount John Observatory

Über 4.300 km² des Nachthimmels in der Region Aoraki und Mackenzie bilden zusammengenommen der Welt größtes International Dark Sky Reserve. Sternenklare Nächte sind in dieser Gegend aufgrund der Abwesenheit künstlichen Lichts kein Luxus, sondern der Normalzustand. Das Mount John Observatory, über den SH 8 und die Godley Peaks Road zu erreichen, ermöglicht auf nächtlichen Führungen den weitesten Ausblick in ganz Neuseeland.

Lokale Kunstszene en route

In der Ortschaft Kimbell, 8 km hinter Fairlie auf dem SH 8 in Richtung Lake Tekapo, laden das Silverstream Studio & Gallery (752 SH 8) sowie die Kimbell Garage Gallery (785 SH 8) zum Verweilen und Betrachten ein. International wie national erfolgreiche Maler stellen hier aus und bieten realistische und impressionistische Malerei und Skulpturen an.

Timaru

Nach 2-stündiger Fahrt von Christchurch über den SH 1 und auf halber Strecke nach Dunedin im Süden wartet mit Timaru der ideale Ort für einen Zwischenstopp. Sehenswert sind die Botanischen Gärten (Ecke King St/Queen St) und der Trevor Griffiths Rose Garden (Caroline Bay) – vor allem von Dezember bis Februar, wenn die Rosen in Blüte stehen.
An Kunst sattsehen können Sie sich in Timaru in der Aigantighe Art Gallery (49 Wai-Iti Rd), die eine ansehnliche nationale sowie internationale Sammlung bereithält und auch regionalen Talenten eine Plattform bietet.
Ebenso regional, aber im ganzen Land bekannt, sind die Ausstellungsstücke im Temuka Pottery Factory Shop (57 Vine St), Neuseelands einzigem kommerziellen Hersteller von Keramiken.
Weitere regionale Vorzüge sind auf dem sonntäglichen Farmers Market (27 Strathallan St), dem Christmas Carnival (26. Dez. - Anfang Jan.) und dem opulenten Festival of the Roses (Nov.) zu begutachten.

Maori-Felsmalereien

Süd-Canterbury verfügt über die größte Anzahl von Maori-Felsmalereien, die die frühen Bewohner vor allem entlang des Opihi und Pareora River hinterlassen haben. Ausflüge zu den Stätten bietet zwischen November und April das Maori Rock Art Centre (2 George St) in Timaru an. Dort gibt es zudem die bedeutendste Sammlung ihrer Art zu bestaunen.

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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