Tongariro Nationalpark

NZ810 Tongariro National Park

Im Norden von Manawatu-Wanganui erstreckt sich auf 795,98 km² der Tongariro National Park. 1887 gegründet, ist er der älteste Neuseelands. Drei aktive Vulkane, heiße Quellen, saftiges Grün, türkisfarbene Seen, Wasserfälle und endemische Tierarten sind hier zu Hause. Auch Hobbits sah man schon durch den Nationalpark stapfen. Die UNESCO erklärte den Park zum Weltnatur- und Weltkulturerbe. Im Winter ein Ski- und Snowboardparadies, bietet der Nationalpark im Sommer zahlreiche ein- und mehrtägige Wanderungen und Mountainbike-Touren an, wie den bekannten Great Walk Northern Circuit. Bergsteiger, Rafting-Fans und Angelfreunde finden ebenfalls ausreichend Beschäftigung.
Besonders spektakuläre Ausblicke bekommt man bei Rundflügen über den Nationalpark. 13 Hütten und drei Zeltplätze im Nationalpark, sowie Unterkünfte in Turangi, Ohakune und Raetihi komplettieren das Freizeitangebot. Luxuriöser geht es im Bayview Chateau Tongariro zu. Mehr Fotos

Flora und Fauna

Nährstoffarmer Bimsstein und Vulkanausbrüche machen es der Vegetation nicht gerade leicht. Umso wertvoller ist der Regenwald mit Steineibengewächsen, Farnen, Orchideen und Pilzen im Norden und Westen des Parks, der den widrigen Bedingungen bis in 1.000 m Höhe trotzt. Zwischen dem Geröll in den höheren Abschnitten können sich vereinzelt Gräser, Steinbeerenarten und Schneesteineiben halten. In die rauen Lagen über 2.200 m trauen sich nur noch Flechten.
Die Stimmen von 56 Vogelarten, darunter endemische Arten wie Saumschnabelente und Nördlicher Streifenkiwi, schallen durch den Park. Wenn es dämmert, kann man zwei endemische Fledermausarten beobachten. In den Flüssen tummeln sich Regenbogenforellen und Scharen von Insekten surren durch die Lüfte.

Die drei heiligen Vulkane der Maori

Die Vulkane Mt. Ruapehu, Mt. Tongariro und Mt. Ngauruhoe sind Teil des Volcanic Plateau und die höchsten Gipfel auf der Nordinsel. Für die Maori haben sie spirituelle Bedeutung. Laut einer Legende kletterten der Hohepriester Ngatoroirangi und sein Sklave Ngauruhoe auf den Tongariro und erfroren dabei fast in einem Schneesturm. Mit letzter Kraft bat der Priester seine beiden Schwestern, ihm das heilige Feuer zu schicken, das sie aus Hawaiki, dem Heimatland der Maori, mitgebracht hatten. Die Schwestern taten wie er sagte und schickten zwei Geister, die von da an den Pazifischen Feuerring bildeten. Ngatoroirangi überlebte, für seinen Sklaven war es schon zu spät.

Mount Ruapehu

Mächtige 2.797 m reckt sich der Vulkankegel in die Höhe. Auf der gesamten Nordinsel gibt es keine größere Erhebung.
Mit durchgehend schneebedecktem Gipfel und acht Gletschern ist der Vulkan Neuseelands größtes und bestentwickeltes Skigebiet. Sessellifte lassen den Aufstieg unvergesslich werden, bieten sie doch ein einmaliges Panorama des Zentrums der Nordinsel. Der Schnee- und Eisgürtel macht den für die Maori heiligen Crater Lake zu einer echten Seltenheit. Wie Mt. Tongariro ist der Vulkan noch aktiv. Seit 1945 wurden über 60 Eruptionen aufgezeichnet, die letzte war 2007. Den Bergsteiger Edmund Hillary prägte der Aufstieg zum Gipfel sein ganzes Leben.

Mount Tongariro

Mt. Tongariro ist vielmehr ein Vulkanmassiv, als ein einzelner Vulkan, und älter als die letzte Eiszeit. Zahlreiche Krater liegen verstreut im Tongariro-Komplex. An vielen Stellen treten Gase aus.
Drei der Kraterseen sind so türkis, dass sie den Namen Emerald Lakes (Smaragd-Seen) bekommen haben. Der Northern Circuit, sowie einer der weltweit schönsten Wanderwege, der Tongariro Crossing (19,4 km), führen an ihnen vorbei.
Die höchste Erhebung des Vulkanmassivs ist 1.978 m hoch. 2012 brach der Vulkan nach 115 Jahren Pause gleich zweimal aus und gilt seitdem wieder als aktiv.

Mount Ngauruhoe

Der jüngste der drei Vulkane ist auch der aktivste. Im 20. Jh. spuckte der Krater 45 Mal Rauch und Lava, zuletzt 1975. Seitdem begnügt er sich mit gelegentlichem Rauchen.
Mt. Ngauruhoe (2.291 m) gehört eigentlich zum Tongariro-Massiv, wird aber meist als eigenständig angesehen. Seine klassische Kegelform machte ihn als Schicksalsberg in „Der Herr der Ringe“ weltweit berühmt. Wer große Touren und unwegiges Gelände scheut, kommt auf dem Taranaki Falls Walking Track an einige großartige Ansichten des Filmstars.

Desert Road

Im Osten des Tongariro National Park liegt die Rangipo-Wüste, so gut wie unfruchtbar, aber trotzdem malerisch. Zahlreiche Flüsse entspringen in dieser Region und formen eigenwillige Täler. Durch diese Einöde führt der SH 1, in diesem Teil auch Desert Road genannt. Auf 52 km Länge kann man die drei Vulkane des Nationalparks aus allen möglichen Perspektiven fotografieren. Vorsicht ist im Winter geboten; aufgrund von zu viel Schnee wird die Straße schon mal gesperrt.

Sicherheitshinweise
In der Nähe von drei aktiven Vulkanen kommt schon mal ein mulmiges Gefühl auf. Sollte es auch, denn trotz aller Schönheit lauert immer die Gefahr eines Ausbruchs. Spezielle Messeinrichtungen überwachen aber jeden Mucks der Vulkane und geben so ein Gefühl von Sicherheit. Informieren Sie sich im Visitor Centre in Whakapapa über die aktuellen Vulkanaktivitäten und über den Zustand der Wanderwege gleich mit. Das Wetter kann sich in dieser Region schnell ändern, man sollte auf alles gefasst sein. Für die Übernachtungen in einer der Huts muss im Visitor Centre ein Formular ausgefüllt werden.
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