Te Urewera National Park

NZ832 Te Urewera National Park

Abgelegen, rau und gewaltig: Te Urewera ist ebenso berühmt für seine wunderschönen Seen und Wälder wie auch für seine bewegte Geschichte. Das Gebiet wurde zum Schutz seiner großen noch erhaltenen und unberührten Waldgebiete im Jahr 1954 unter den Status eines Nationalparks gestellt, der bis 2014 als größter Nationalpark der Nordinsel bestand. Seitdem gehört das Gebiet nicht länger der Krone, sondern besitzt einen Sonderstatus. Für Besucher hat das allerdings keine Konsequenzen. Der ehemalige Nationalpark bleibt weiterhin zugänglich und wird von einer Behörde verwaltet, an der die dort lebenden Tuhoe-Maori und die Krone beteiligt sind.

Der Norden von Hawke‘s Bay wird vollständig von dem 2.127 km² großen Gebiet eingenommen, das von West über Nord nach Ost von der Grenze zur Region Bay of Plenty eingefasst ist. Die am nächsten gelegenen Städte sind Whakatane und Murupara auf dem Gebiet von Bay of Plenty, und Hawke‘s Bays Küstenstädtchen Wairoa. Letzteres wird auch als Tor zum Nationalpark bezeichnet. Mehr Fotos

In dieser abgelegenen und sehr dünn besiedelten Region treffen Sie auf eine weitgehend unbeeinträchtigte, fast vollständig bewaldete Wildnis. Das Terrain ist durch Bergzüge geprägt; der höchste Gipfel ist der Manuoha (1.393 m). Zur landschaftlichen Vielfalt tragen zahlreiche Flüsse, darunter der Waiau River und der Whakatane River, sowie Seen und Wasserfälle bei. Große Teile des Areals sind ausgesprochen schwer zugänglich. Die Tierwelt profitiert von der Abgelegenheit: einige seltene Vogelarten, die aus anderen Teilen Neuseelands verschwunden oder stark gefährdet sind, fühlen sich hier sehr wohl. Im südlichen Teil des Parks liegen der Lake Waikareiti, an dessen Ufer Sie der 6-stündige Ruapani Circuit Track führt und der Lake Waikaremoana, der auf dem Lake Waikaremoana Great Walk erkundet werden kann.

An der Ostspitze des Lake Waikaremoana finden Sie das Aniwaniwa Visitor Centre (Ecke SH 38/Aniwaniwa Rd). Hier beginnt auch eine Kurzwanderung zu den Aniwaniwa Falls.

Bevölkerung

Te Urewera – der Name ist geprägt durch eine reiche Geschichte des Maori-Widerstandes. Auch diesem Widerstand ist es zu verdanken, dass das Gebiet die Jahrhunderte so unbeschadet von Eingriffen des Menschen überstanden hat. Die hier seit vielen Jahrhunderten lebenden Tuhoe-Maori werden sehr poetisch als „Children of the Mist“ bezeichnet, denn ihre mythischen Wurzeln führen sie bis zur Nebelfee Hine-pūkohu-rangi zurück. Ihre Traditionen sind stark und tief verwurzelt mit dem Land, sie sind stolz auf ihre Identität. Etwa 40 % der Tuhoe sprechen noch ihre ursprüngliche Sprache. Auf der ganzen Nordinsel sind etwa 40.000 Tuhoe beheimatet, viele davon leben im Te Urewera Stammesgebiet.

Flora und Fauna

Ein grüner Mantel gewebt aus einer interessanten Flora – so präsentiert sich die Vegetation von Te Urewera. Es gibt mehr als 650 Arten einheimischer Pflanzen im Nationalpark. Der Wald besteht im Süden vorwiegend aus

Buchen und im Norden aus einer Mischung von Rimu-Harzeiben und Tawa-Bäumen. Die Vegetation war und ist ständigen Veränderungen ausgesetzt. In der Vergangenheit haben Vulkanaktivität, Stürme und Feuer ihre Spuren hinterlassen. Eingeführte Tiere wie z.B. Rehe verändern die Flora signifikant, sodass vermehrt Jagd auf sie gemacht werden muss. In Te Urewera ist zudem eine umfassende Anzahl einheimischer Vogelarten beheimatet, beispielsweise die bedrohten Arten Kiwi, Kokako und Kaka.

Lake Waikaremoana

Lake Waikaremoana („Lake of the rippling waters“) ist ein absoluter Höhepunkt Te Ureweras. Er entstand vor 2.200 Jahren als Folge eines massiven Erdrutsches. Der wunderschöne See, dessen Spiegeloberfläche an windstillen Tagen nur gelegentlich durch jagende Wasservögel gekräuselt wird, lädt zum Wandern und Kajak fahren ein. Mit dem Lake Waikaremoana Track führt einer der Great Walks Neuseelands auf 46 km rund um den See, daneben gibt es viele weitere Wanderstrecken. Fünf DOC Huts bieten Wanderern Übernachtungsmöglichkeiten. Es werden u.a. von Maori geführte Wanderungen angeboten.

Onepoto Caves

Die Onepoto Caves sind infolge desselben Erdrutsches wie Lake Waikaremoana entstanden. Sie können über eine 2-stündige Wanderung erreicht werden. Startpunkt ist an einem Aussichtspunkt am SH 38, 10 km südlich vom Aniwaniwa Visitor Centre (Ecke SH 38/Aniwaniwa Rd). Die Höhlen sind sehr verschieden, manche sind klein, andere wiederum tunnelförmig. Einige sind bis zu 20 m lang und haben mehrere Eingänge. Für die Höhlenwanderung benötigen Sie unbedingt eine Taschenlampe (!). Geben Sie außerdem Acht auf rutschige Steine.

Sicherheitshinweise

Das Gelände des Nationalparks ist großteils unwegsam und abseits der Straßen schwer zugänglich. Planen Sie daher Ihre Ausflüge überlegt und versorgen Sie sich im Voraus mit den notwendigen Informationen. Achtung: Die Temperaturen in diesem Gebiet können auch im Sommer plötzlich massiv abfallen!

Dies ist ein Beitrag aus dem Reiseführer Neuseeland live

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